Neues Abfallsystem

Ohne grünes Licht bleibt der Müll auch weiter in der Tonne

Wenn die Mülltonnen mit zwei Etiketten auf der linken und rechten Seite versehen sind, gibt’s vom Ident-System grünes Licht und Michael Berquet (l.) und Sebastian Czajkowski können problemlos ihrer Arbeit nachgehen.

Wenn die Mülltonnen mit zwei Etiketten auf der linken und rechten Seite versehen sind, gibt’s vom Ident-System grünes Licht und Michael Berquet (l.) und Sebastian Czajkowski können problemlos ihrer Arbeit nachgehen.

Foto: Kerstin Bögeholz

OBERHAUSEN.   Seit Monatsanfang lassen die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen Mülltonnen ohne korrekte Klebeetiketten ungeleert stehen. Ein Rundgang.

Es ist Abfuhrtag im Bezirk Alstaden. In der Fritz-Giga-Straße gehen Michael Berquet und sein Kollege Sebastian Czajkowski von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen ihrem Tagwerk nach. Eine Mülltonne nach der anderen wird ordnungsgemäß entleert. Doch plötzlich stehen die Müllmänner vor einem Exemplar, welches sich für das geübte Auge von seinen Vorgängern klar unterscheidet. „Die bleibt heute voll“, erklärt Michael Berquet. Denn seit dem 1. Februar gilt: Egal, ob Bio- oder Restmülltonne – fehlen die entsprechenden Etiketten rechts und links, bleibt das Gefäß am Straßenrand stehen.

Bei der erwähnten Restmülltonne sind die beiden Etiketten nämlich nicht wie vorgesehen links und rechts angebracht, sondern nur einer, und das vorne. Das Problem: Diese Tonne kann von dem am Müllwerkzeug angesetzten Lesegerät nicht gescannt werden, denn die Schütte würde erst gar nicht hochgehen. Statt eines grünen Lichts gibt es somit nur einen Warnhinweis für den Eigentümer, endlich für ordnungsgemäße Etikettierung zu sorgen.

Gegen illegale Mehrfachnutzung

Dabei haben die WBO-Mitarbeiter schon die verschiedensten Varianten erlebt, wo die Klebeetiketten angebracht wurden. „Das ist noch einer der harmlosesten Fälle. Manch einer hat den Aufkleber gar unter die Mülltonne geklebt“, berichtet Michael Berquet mit dem nötigen Galgenhumor. Insgesamt habe sich der Zeitaufwand durch die neue Technik aber wesentlich verringert, so Berquet.

Der Stadtrat hatte die Einführung der Klebeetiketten mit Streifcode und Chip im vergangenen Jahr abgesegnet, um illegale Mehrfachtonnen einzelner Eigentümer herauszufischen, für die keine Gebühren bezahlt werden. Seit dem Sommer wurden die Etiketten an die Hauseigentümer verschickt.

Vor dem endgültigen Startschuss ergaben bereits die Kontrollgänge, dass 87 Prozent der etwa 60.000 Mülltonnen im gesamten Stadtgebiet mit einem Identifizierungs-Aufkleber versehen wurden. „Ein großer Erfolg“, wie WBO-Pressesprecher Jan Küppers sagt. „Wir hatten uns im Vorfeld an anderen Städten orientiert, bei denen das System schon länger im Einsatz ist, wie etwa Kassel. Da lag die Quote bei 90 Prozent.“

Auch Entsorgungs-Betriebsleiter Daniel Kotara ist überzeugt, dass „die Oberhausener stolz sein können, wie das Großprojekt bisher umgesetzt wurde.“ Dennoch bleiben aktuell zwischen 1,5 und 2 Prozent der Mülltonnen noch stehen, da sie falsch beklebt wurden. Noch nicht miteingerechnet sind die Behälter, an denen der Aufkleber noch gar nicht angebracht wurde. Auch wie viele Tonnen in der Vergangenheit illegal genutzt wurden, wird sich laut Daniel Kotara erst in den kommenden Wochen langsam abzeichnen.

Auf das eine oder andere Gespräch muss sich Michael Berquet bereits somit auch in den nächsten Tagen einstellen, wenn Mieter merken, dass ihre Tonne nicht geleert wurde. Klare Antwort: „Da werden sie sich an ihren Verwalter wenden müssen. Der sollte die Etiketten haben.“ So dürfte auch in diesen Fällen bald das kleine grüne Licht aufleuchten.

>>> KONTAKTMÖGLICHKEIT

Wenn volle Mülltonnen von der WBO nicht abgeholt werden, sollten Betroffene zum Vermieter oder Verwalter Kontakt aufnehmen. In Fällen, in denen der Eigentümer des Wohnhauses die Etiketten verlegt hat, muss er sich an die städtische Hotline wenden, 0208 / 825 6000. Wenn neue Etiketten bestellt wurden, werden die alten umgehend ungültig.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben