Jahresrückblick

Oberhausens Jahr 2017 war rekordverdächtig

Kalter Kaffee? Von wegen. 30 000 Menschen wollten sich 2017 am Centro die ollen Kamellen der 1990er Jahre anhören — ein Europarekord!

Kalter Kaffee? Von wegen. 30 000 Menschen wollten sich 2017 am Centro die ollen Kamellen der 1990er Jahre anhören — ein Europarekord!

Foto: Gerd Wallhorn

oberhausen.   Skurril, verrückt, überraschend: 2017 war gewiss nicht langweilig. Von Tarzan-Ampeln bis großen Fußball-Zwergen. Der etwas andere Rückblick.

2017 war nicht gerade ein Jahr zum Einnicken: Oberhausen wandelte zwischen skurrilen Rekorden und überraschenden Erfolgen. Wir verraten sechs Fakten über ungewöhnliche Spitzenpositionen.

1

Klosterhardt ist erfolgreicher als Mönchengladbach: Oft heißt es beim

Fußball: David gegen Goliath. Elefant gegen Maus. Wenn man nun den Oberhausener Landesligisten Arminia Klosterhardt und den mehrfachen deutschen Meister Borussia Mönchengladbach gegenüberstellt, könnte man auch von Hochhaus gegen Hundehütte sprechen.

Dabei sind die A-Jugendlichen beider Vereine auf Augenhöhe. Mehr noch: In der Tabelle der Junioren-Bundesliga rangiert der Oberhausener Fußball-Zwerg nach dem überraschenden Aufstieg in die höchste deutsche Liga dieser Altersklasse sogar vor den Gladbachern auf einem Nichtabstiegsplatz. Die größte Sensation unserer jüngeren Fußballgeschichte.

2

Tarzan macht auf Ampelmännchen: Man traut dem beliebten

Lendenschutz-Träger ja etliche Mätzchen zu, aber dass die berühmte Figur nun auch den Verkehr regelt, das zählt sicher nicht dazu. Doch genau das macht ein Tarzan-Abbild seit 2017 in der Neuen Mitte. Vor dem Metronom Theater gibt es laut der Musical-Betreiber nun die ersten Tarzan-Ampeln der Welt. Das zusätzliche Blink-Licht soll den Fußgängern an den Ampeln die Wartezeit verkürzen. Eine Liane zum Überqueren der oft verstopften Centro-Straßen wäre vielleicht praktischer gewesen.

3

60 000 Karten für fünf Konzerte hintereinander: Man muss als Star seine Fans fischen können. So wie Schlagergoldkehlchen Helene Fischer. Sie tritt im Februar 2018 zu fünf aufeinander folgenden Konzerten in der König-Pilsener-Arena an und verkaufte die rund 60 000 Tickets im Jahr 2017 (fast) alle restlos. Fünf folgende Konzerte eines Musikers in der Arena — eine weitere Bestmarke.

4

Im Winter sind wir für Familien Reviermeister: Oberhausen zeigt seine kalte Seite und landet damit im bundesweiten Vergleich weit vorne. Das hat nichts mit dem Weihnachtsmarkt zu tun, sondern mit dem Freizeitangebot für Familien. Das Portal „betreut.de“ hat im laufenden Jahr 39 Städte mit über 200 000 Einwohnern für die Aktivitäten zur kalten Jahreszeit verglichen. Und siehe da: In dieser Hitliste landet Oberhausen auf dem 13. Platz und ließ alle Revierkonkurrent hinter sich.

In Nordrhein-Westfalen wurde nur Aachen besser bewertet. In die Wertung flossen Sport- und Kulturangebote mit ein. In der Sparte „Indoor-Angebote“ (wie Trampolinhallen oder Spielplätze) landete Oberhausen bundesweit hinter Mannheim und Mainz sogar auf dem dritten Rang.

5

Oberhausenerin ist die Königin der Antarktis: Nicht viele Menschen haben den Südpol in seiner kargen Schönheit gesehen – Carla Henning schon. Die Abiturientin des Elsa-Brändström-Gymnasiums hat im Sommer die Antarktis für drei Wochen erkundet. Die eisige Mission der Doktorandin aus Oberhausen umfasste die eingehenden Untersuchung der Struktur des Eises. Die 27-Jährige konnten Temperaturen von teilweise Minus 20 Grad nicht abhalten. Eine erwärmende Erfahrung an einem Ort, an dem es tagsüber nur drei Stunden Helligkeit gibt.

6

Europarekord für 90er-Jahre-Festival in der Neuen Mitte: Es war einmal . . . eine Zeit mit knarzenden Elektro-Klängen und kreischenden Boybands. Ein Jahrzehnt erlebte 2017 sein großes Comeback. Und es bescherte Oberhausen einen Europarekord. In der Neuen Mitte feierten 30 000 Anhänger der
1990er Jahre bei einem eigenen Musikfestival das musikalische Jahrzehnt. Bestmarke! Dabei traten bekannte Musiker wie Caught in the Act, Ace of Base und East 17 bei „Die 90er live“ doch zum allerersten Mal auf der Freifläche hinter der König-Pilsener-Arena zum Musizieren an.

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