Schulen in Oberhausen

Oberhausenerin muss auf Platz an Wunsch-Gymnasium verzichten

Wunschschule Sophie-Scholl-Gymnasium in Sterkrade.

Wunschschule Sophie-Scholl-Gymnasium in Sterkrade.

Oberhausen.   Ein Elternpaar in Oberhausen kritisiert die Platzvergabe an den Gymnasien in der Stadt. Ihre Tochter muss auf besondere Lernangebote verzichten.

Als das zweite Ablehnungsschreiben kam, diesmal von der Bezirksregierung, hat ihre Tochter geweint. „Das tut weh“, sagt Dagmar Bido. Worüber das Mädchen so traurig und wütend war? Weil sie ab dem kommenden Schuljahr nicht zu ihrer Wunschule, dem Sophie-Scholl-Gymnasium, gehen darf.

Die Schule in Sterkrade hatte die Aufnahme der jetzt Neunjährigen in den fünften Jahrgang abgelehnt – weil es einen Überhang an Anmeldungen gibt. Nach eigenen Angaben hätte das Gymnasium wie auch das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium gerne eine zusätzliche Klasse eingerichtet, sich aber dem Druck von Schulträger und Bezirksregierung beugen müssen.

Vier Gymnasien schaute sich die Familie an

Bidos legten Widerspruch gegen den negativen Schulbescheid bei der Bezirksregierung ein und erhielten vor einigen Tagen auch von dieser Stelle besagtes Ablehnungsschreiben. Dabei haben sich Eltern und Kind das Sophie-Scholl-Gymnasium bewusst ausgesucht, „wir haben uns Mühe gemacht und vier Gymnasien angeschaut, uns informiert“, sagt Dagmar Bido. Das Angebot am „Sophie“ entspreche den Talenten und Fähigkeiten ihrer Tochter am besten: bilingual, Bläserklasse, Spanisch als dritte Fremdsprache. Nun soll das Mädchen zum Bertha-von-Suttner-Gymnasium gehen, „die haben sich sehr gekümmert“, sagt Dagmar Bido. Eine Bläserklasse hat die Schule im Knappenviertel ebenfalls, aber bilinguale Klassen gibt es nicht und die Möglichkeit, Spanisch zu lernen wahrscheinlich auch nicht.

Ihre Tochter habe sich mittlerweile damit arrangiert und sich jetzt aufs „’Bertha’ eingeschossen“. Weshalb das Ehepaar Bido auch keine Klage gegen den Ablehnungsbescheid anstrebt. Aber die Oberhausener wollen ihrem Ärger öffentlich Luft machen. „Das Problem wird nächstes Jahr wieder andere Eltern betreffen“, sagt Dagmar Bido. Sie und ihr Mann üben deshalb grundsätzlich Kritik am Vorgehen der Schulverwaltung und der Bezirksregierung.

Wenn diese argumentierten, dass die Schüler über die Stadt beziehungsweise die jeweilige Schulform verteilt werden müssten, um für eine gleichmäßige Auslastung aller Schulen zu sorgen, „dann zieht dieses Argument nur“, sagt Frau Bido, „wenn an jeder Schule das gleiche Konzept angeboten wird. Aber der Wettbewerb zwischen den Gymnasien und ihren besonderen Profilen ist doch gewünscht“. Zumal ihre mehrere Schulleiter versichert hätten, dass es früher nie ein Problem gewesen sei, Klassenzüge aufzustocken, erst seit einiger Zeit achte die Schulverwaltung darauf.

„Damit wird das Kindeswohl komplett außen vor gelassen“, wirft Dagmar Bido den Verantwortlichen, auch Schuldezernentin Elke Münich, vor. Schon 2016 hatte Familie Bido mit Schulabsagen zu kämpfen, die mittlere Tochter bekam erst keinen Platz an der Friedrich-Ebert-Realschule. Damals setzte eine Sondersitzung des Rates eine zusätzliche Klasse durch. Ihre Tochter sei sehr glücklich an der Schule.

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