Grundstücke

Oberhausenerin fehlen 30 Zentimeter Boden zum Gartenglück

Elke Ries Ende Oktober in ihrem Garten. Im Hintergrund rechts ist ein Pfahl des Zauns zu sehen, der nicht auf der Grundstücksgrenze steht.

Elke Ries Ende Oktober in ihrem Garten. Im Hintergrund rechts ist ein Pfahl des Zauns zu sehen, der nicht auf der Grundstücksgrenze steht.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  30 Zentimeter fehlen Elke Ries aus Osterfeld, um mit sich und ihrem Grundstück im Reinen zu sein. Die Stadt erfüllte ihr den Wunsch nicht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ob man sich in seiner Stadt wohlfühlt, kann manchmal an Kleinigkeiten liegen. Im Fall von Elke Ries von der Nürnberger Straße in Osterfeld ist es ein etwa 30 Zentimeter breiter Streifen hinter ihrem Garten. Dort befindet sich ein Zaun, der aber nicht auf der Grundstücksgrenze verläuft, sondern daneben. Ries hatte die Hoffnung, dass dies mit der Neuordnung der dortigen Grundstücke nach 40 Jahren ein für alle Mal geregelt werden könnte. Aber sie kam damit bei Stadt und Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) nicht zum Zuge.

Oberhausenerin will Grundstücksstreifen samt Zaun kaufen

Nicht, dass der massiv einzementierte Zaun versetzt werden müsste, das wäre für 30 Zentimeter viel zu aufwendig. Er trennte jahrzehntelang den benachbarten Sportplatz an der Lilienthalstraße von den angrenzenden Gärten ab. Am Ende wäre die Osterfelderin zufrieden gewesen, wenn sie den schmalen Streifen vor dem Zaun, der an ihren Garten anschließt, mitsamt Zaun hätte zukaufen können.

Stadt: Zu spät um Kauf bemüht

Stadtsprecher Frank Helling erklärt auf Nachfrage der Redaktion, dass sich die Eheleute Ries zu spät um einen Kauf bemüht hätten, nämlich „im Nachgang“ zu ihren Nachbarn zur Linken. Denen wurde schon 2017 der Wunsch erfüllt, ein zuvor mit einer Garage als Materiallager von der OGM genutztes Grundstück für ihren Garten hinzuzukaufen. Dabei war es Elke Ries, die ihren Wunsch bereits im April 2013 vorgetragen hatte, nachzulesen im Protokoll einer Bürgerversammlung, bei der den Anwohnern die Pläne der Stadt vorgestellt wurden, den Sportplatz aufzugeben und ein Eigenheim-Neubaugebiet daraus zu machen.

Im Übrigen, so Stadtsprecher Helling, sei es nicht unüblich, wenn Grenz- und Zaunverläufe nicht immer übereinstimmen würden. Das sei manchmal auch zum Schutz von Nachbarn sinnvoll, zum Beispiel vor Bällen.

OGM hatte Klärungsbedarf mit der Stadt

Eigentlich hatten die Eheleute Ries immer gehofft, nicht nur den schmalen Streifen kaufen zu können, sondern den gesamten Wall, der hinter ihren Gärten etwa zehn Meter tief angeschüttet ist und von dem aus Zuschauer seinerzeit die Fußballspiele dort verfolgt haben. Von Februar 2016 an drehte es sich in E-Mails zwischen Elke Ries und der OGM um dieses Thema. Dort verwies man auch nach einem Jahr noch auf weiteren Klärungsbedarf mit der Stadt, der das Grundstück gehört. Schließlich hörte sie nichts mehr von der OGM.

Als Elke Ries erfuhr, dass die Grundstücke bereits (ohne die gewünschte Änderung) neu vermessen waren und den künftigen Bauherren auf dem ehemaligen Sportplatzgelände zum Kauf angeboten wurden, beschwerte sie sich bei Oberbürgermeister Daniel Schranz. Der ließ seine Beamten diese Beschwerde bearbeiten. Über die Antwort aber staunte Elke Ries.

Nicht alle Nachbarn zum Kauf bereit

Beim Nachbarn, der mit dem Kauf zum Zuge kam, sei die Sache völlig anders als bei ihr, hieß es da. Sein Zukauf sei weder, wie im Bebauungsplan für den Wall festgesetzt, öffentliche Grünfläche, noch verlaufe der Wall darüber. Man habe aber hauptsächlich, so wurde argumentiert, von dem Verkauf an die anderen Nachbarn Abstand genommen, weil nicht alle zum Kauf bereit gewesen seien. Bei einem Verkauf nur an sie, Ries, hätte die Gefahr bestanden, dass der Stadt im dortigen Hinterland weiterhin noch Grundstücke gehört hätten, zu denen sie keinen Zugang mehr gehabt hätte.

„Erstens sind wir Nachbarn nie angeschrieben und gefragt worden, ob wir kaufen wollten“, sagt Elke Ries dazu. Die Initiative sei stets von ihr ausgegangen. Und zweitens hätte die Stadt doch, wie es jetzt auch geschieht, die Parzellen, die die Alt-Eigentümer nicht dazu kaufen wollten, nur den Neu-Eigentümern auf dem ehemaligen Sportplatz veräußern müssen. Sie könne sich nicht vorstellen, dass jemand an der Bereinigung der Verhältnisse um wenige Quadratmeter kein Interesse gehabt hätte.

Problem auf neue Nachbarn verlagert

Und so kommen ihre neuen Nachbarn auf dem ehemaligen Sportplatz künftig in den Besitz eines schmalen Grundstücksstreifens, der für sie gar nicht zugänglich ist, weil bereits davor ein Zaun verläuft, den sie mit unterhalten müssen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben