Frauenrechte

Oberhausener Zonta Club wehrt sich gegen sexistische Werbung

Mit Gerburg Jahnke (r.) konnte Zonta eine prominente und meinungsstarke Oberhausenerin für Ihre Diskussionsveranstaltung gewinnen.

Mit Gerburg Jahnke (r.) konnte Zonta eine prominente und meinungsstarke Oberhausenerin für Ihre Diskussionsveranstaltung gewinnen.

Foto: Herbert Höltgen

Oberhausen.   Der Wohltätigkeitsclub Zonta diskutierte über sexistische Werbung in Oberhausen. Gerburg Jahnke moderierte den Abend. Proteste sind geplant.

Bordell-Werbung soll es in Oberhausen bald seltener geben. Das bestätigte die städtische Gleichstellungsbeauftragte Britta Costecki während einer Diskussion, zu der der Wohltätigkeitsclub Zonta am Donnerstagabend ins Hostel Veritas eingeladen hatte. In den neuen Verträgen der Stadt mit Werbeanlagenbetreibern stehe die Auflage, dass es keine Werbung mehr für Bordelle oder bordellähnliche Betriebe geben darf. Gegen Plakate auf privatem Gelände und auf Gebäuden könne die Stadt allerdings nichts machen. Moderiert wurde der Abend zum Thema „Sexismus in der Werbung“ von Kabarettistin Gerburg Jahnke.

An vielen Stellen in Oberhausen werben sogenannte Saunaclubs für ihre Dienstleistungen. „Das sind die sichtbarsten Zeichen, auch wenn es nicht eindeutig sexistische Werbung ist“, sagte Zonta-Mitglied Sabine Buß. „Wir sind der Meinung, dass diese Werbung Frauen als permanent verfügbar und käuflich darstellt und es ist wichtig, etwas dagegen zu tun.“ Der Frauenclub plant deshalb mehrere Protestaktionen. Zunächst einmal sollen verschiedene Motive gesammelt werden. Buß: „Wir wollen bei den Menschen ein Bewusstsein schaffen, dass eine solche Werbung nicht okay ist.“

Werbung für Sessel mit einer Frau in Unterwäsche

Was genau sexistische Werbung ist, sei schwierig zu definieren. Gerburg Jahnke versuchte, den Begriff einzugrenzen: „Viele sagen, dass wir gegen sexy Werbung sind, aber das sind wir nicht. Unterwäsche-Werbung mit einer Frau in Unterwäsche ist sexy. Werbung für einen Sessel mit einer Frau in Unterwäsche, das ist sexistisch. Da wird der Körper der Frau benutzt, um andere Produkte zu bewerben.“ Außerdem gebe es viel Werbung, die typische Rollenbilder widerspiegelt – wie die Frau, die staubsaugt. „Das ist zwar kein Sexismus, aber trotzdem nicht richtig.“

Rita Hövelmann vom Zonta-Club warnte vor den Folgen: „Da werden gewisse Rollenstereotype und Körperbilder gezeigt. Kinder verinnerlichen diese Bilder und das beeinflusst die Entwicklung des eigenen Geschlechts.“ Gerade deshalb sei es wichtig, dass die Stadt weitere Maßnahmen ergreife. Jahnke: „Das ist machbar und nicht so schwer.“ In der Hansestadt Bremen habe der Senat auf dem gesamten Stadtgebiet sexistische Werbung verboten. „Wenn das in Bremen funktioniert, muss das auch woanders gehen.“

>>> Info: Zonta-Club trifft Bundestagskandidaten

Bei der nächsten Diskussion geht es um frauenpolitische Forderungen bei der Bundestagswahl. Kandidaten verschiedener Parteien sprechen am Donnerstag, 20. Juli, 18.30 Uhr, im Gdanska, Altmarkt 3.

Beschwerden über sexistische Werbung können im Gleichstellungsbüro vorgetragen werden: 82 52 080, E-Mail: gleichstellungsstelle@oberhausen.de.

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