Prozess

Oberhausener wollte im Bordell mit Falschgeld zahlen

50-Euro-Scheine haben verschiedene Sicherheitsmerkmale. So kann man Falschgeld von den echten Scheinen unterscheiden.

50-Euro-Scheine haben verschiedene Sicherheitsmerkmale. So kann man Falschgeld von den echten Scheinen unterscheiden.

Foto: Matthias Balk

Ein 23-Jähriger will versehentlich an falsche 50-Euro-Scheine gekommen sein. Spontan fuhr er damit in ein Bordell, doch den Schwindel fiel auf.

Was tun, wenn man versehentlich zwei falsche 50 Euro-Scheine bekommt und den Schwindel zu spät bemerkt? Für einen 23-jährigen Oberhausener lag die Lösung am 6. Oktober 2017 auf der Hand: Am gleichen Abend fuhr er nach Duisburg, um sich auf der Bordell-Meile an der Vulkanstraße einen netten Abend zu machen. Doch die Hoffnung des 23-Jährigen, dass die Prostituierten den Schwindel nicht bemerken würden, erfüllte sich nicht. Die Quittung bekam der Mann vor dem Amtsgericht Duisburg.

Die Anklage hatte ihm zunächst noch weiter gehende Taten zur Last gelegt. So soll er sich insgesamt sechs falsche Geldscheine von einem unbekannt gebliebenen Mittäter besorgt haben (fünf davon trugen intelligenterweise die selbe Seriennummer), bevor er mit dem Mann zusammen ins Bordell fuhr. Dass auch der Kumpel mit Falschgeld bezahlt hatte, fiel den Liebesdienerinnen tatsächlich erst hinterher auf.

Nur ein Zeuge erschien zum Prozess

Restlos aufzuklären war der Fall vor dem Schöffengericht allerdings nicht. Denn drei von vier Zeugen blieben der Verhandlung unentschuldigt fern. Das Gericht beschränkte sich deshalb pragmatisch auf das, was der Angeklagte kurz nach dem Vorfall der Polizei gestanden hatte.

Nach kurzer Rücksprache mit seinem Verteidiger wiederholte der 23-Jährige seine Angaben. Danach war ihm das Falschgeld beim Einkauf in einem Oberhausener Jeansgeschäft als Wechselgeld in die Hand gedrückt worden. Der habe daraufhin beschlossen, es im Bordell einzusetzen.

Da der Einzelhandelskaufmann bislang nie zuvor mit dem Gesetz in Konflikt geraten war und ein Geständnis abgelegt hatte, fiel die Strafe milde aus: Der Angeklagte muss eine Geldstrafe von 2700 Euro (90 Tagessätze zu je 30 Euro) zahlen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben