Prozess

Oberhausener umgarnt Senior, um an sein Geld zu kommen

Das Amtsgericht in Duisburg verhandelte den Fall des 30-jährigen Oberhauseners.

Das Amtsgericht in Duisburg verhandelte den Fall des 30-jährigen Oberhauseners.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Oberhausen/Duisburg.  Ein 30-jähriger Oberhausener geht aus Schein eine Beziehung mit einem 65-jährigen Duisburger ein – und erleichtert ihn um knapp 40.000 Euro.

Um an das Geld eines mehr als 30 Jahre älteren Duisburgers zu gelangen, gaukelte ein 30-jähriger Oberhausener vor, eine Beziehung zu dem homosexuellen Mann aufbauen zu wollen. Er erfand finanzielle Probleme – und ergaunerte so 35.000 Euro, die das Opfer ihm zunächst bereitwillig aushändigte. Weitere 4000 Euro holte sich der Täter mit Gewalt. Dafür, und für weitere Straftaten, verurteilte ihn das Amtsgericht Duisburg nun zu dreieinhalb Jahren Gefängnis.

Nachdem er die 35.000 Euro herausgegeben hatte, wurde der 65-jährige Duisburger skeptisch. Woraufhin der Angeklagte seinem Opfer zunächst 170 Euro aus der Geldbörse stahl. Dann forderte er weiteres Geld, unterstrich das mit Drohungen und durch das Zerschlagen eines Handys. Das verängstigte Opfer hob weitere 4000 Euro von seinem Konto ab. „Mein Leben hat sich völlig verändert“, sagte der Duisburger vor Gericht aus. „Ich wollte ihm helfen, aber er hat mich nur ausgenutzt.“

Attacke auf damalige Freundin

Der Oberhausener gestand die Anklagepunkte ein. Ebenso eine Reihe von Betrügereien: An Tankstellen in Oberhausen, Mülheim, Essen und Duisburg hatte er Benzin gezapft und war davon gebraust, ohne die Rechnungen zu bezahlen. Dagegen bestritt der 30-Jährige eine brutale Attacke auf eine damalige Freundin im Mai 2018 in Mülheim. „Es gab Streit um Geld“, gab er zu. „Aber geschlagen habe ich sie nicht.“

Die Aussage der 27-Jährigen, die durch die Schläge und Tritte Prellungen erlitt und einen Zahn verlor, ließen aber wenig Zweifel daran, dass der Angeklagte sie durch einen Park geprügelt hatte. Dafür sprachen auch die Aufzeichnungen der Überwachungskamera einer Tankstelle, an der die Misshandlungen zuletzt ein Ende fanden.

Ein Jahr vor der Tat erst aus der Haft entlassen

Zu Gunsten des Angeklagten sprach nur, dass er einen Großteil der Anklage eingeräumt hatte. Zu Lasten des 30-Jährigen wirkten sich im Urteil des Schöffengerichts dagegen zahlreiche Vorstrafen aus. Im Bundeszentralregister fanden sich praktisch zu jeder Deliktart einschlägige Verurteilungen. Erst knapp ein Jahr vor den nun abgeurteilten Taten war der Angeklagte aus einer längeren Gefängnisstrafe entlassen worden. Er stand noch unter Führungsaufsicht.

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