Wohngemeinschaften

Oberhausener suchen Genossen für gemeinsame Wohnung

Martin Warlies und Thomas Heß vom Oberhausener Verein „WohnSinn“ beim Gespräch mit der Redaktion vor zwei Jahren.

Foto: Fabian Strauch

Martin Warlies und Thomas Heß vom Oberhausener Verein „WohnSinn“ beim Gespräch mit der Redaktion vor zwei Jahren. Foto: Fabian Strauch

Oberhausen.   Seit vier Jahren plant eine Gruppe von Oberhausenern ein Projekt, mit mehreren Generationen unter einem Dach zu wohnen. Das ist nicht so einfach.

Dass man nur in Studenten-Wohngemeinschaften mit Freunden zusammenleben kann, stimmt schon lange nicht mehr. Längst gibt es gemeinsame Wohnprojekte auch für Menschen, die die Zeit der Ausbildung längst hinter sich gelassen haben. Auch in Oberhausen soll ein solches Mehrgenerationen-Wohnprojekt entstehen, wie wir vor zwei Jahren berichtet haben. Dafür setzt sich der Verein „WohnSinn e.V.“ ein. Wie erfolgreich verläuft dieses Projekt? Wir fragten nach.

„Einige Projekte sind schon gescheitert“, räumt „WohnSinn“-Vereinsmitglied Martin Warlies gleich zu Beginn des Gespräch offen ein. Politische Entwicklungen, abgesprungene Investoren und auch der Denkmalschutz hätten schon so manchen Strich durch die Rechnung gemacht.

Warlies gibt aber auch zu, hohe Ansprüche zu haben: „Wir denken ja auch im Voraus“, bemerkt er. „Wenn wir älter werden, bedarf es einer zentralen Infrastruktur aus Ärzten, Apotheken und Einzelhandel.“ Und der Weg zum Bahnhof solle auch nicht zu weit sein: „Einige von uns arbeiten ja noch.“

Derzeit haben sie ein Kirchengelände in Osterfeld im Visier. Der Zufall hat den Wohnungssuchenden einen Investor verschafft. „Eine Freundin der Tochter meiner Frau ist die Tochter eines Vorstandsmitglieds der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft“, erzählt Warlies. Dieser erfuhr von dem Vorhaben, man kooperierte. Die Wohnungsbaugenossenschaft würde nach Darstellung die Baukosten übernehmen, sobald ein Objekt gefunden wird. Die Bewohner würden dort nach Fertigstellung zur Miete wohnen.

Noch viele offene Fragen

Derzeit sind die Vereinsmitglieder im „50+“-Alter. „Wir würden uns aber auch über frischen Wind durch Familien mit Kindern freuen“, betont der stellv. Vorsitzende Thomas Heß bereits 2016. Für diese Zielgruppe wolle man mitplanen, habe aber Verständnis dafür, dass diese derzeit noch unterrepräsentiert ist. Das Projekt berge noch zu viele offene Fragen als dass sich eine junge Familie darauf einlassen könne. Wenn, wie derzeit, noch nicht mal ein Standort feststeht, kann man weder mit Kindergarten noch mit Schule und Freunden planen. Heß betonte: „Um Pflegeleistungen im Krankheitsfall oder Alter geht es uns ausdrücklich nicht.“ Geplant sind rund 20 getrennte Mietwohnungen zwischen 50 und 100 Quadratmetern und einem gemeinsamen Innenhof oder Garten. Auch Lärmschutzdämmung und eine ökologische und energiesparende Bauweise soll beachtet werden.

Derzeit zählt der Verein „WohnSinn e.V.“ 18 Mitglieder. Den Vorstandsposten hat Martin Warlies mittlerweile an seine Mitstreiterin Anne Mast abgegeben: „Ich will mich wieder mehr meiner Passion, dem Zeichnen, widmen“, erklärt der Grafiker und gesteht ein, dass so ein Projekt schon eine gewisse Belastung mit sich bringt.

Er gibt sich aber recht zuversichtlich: „Man lernt auch, geduldig zu sein.“ Mit einer Fertigstellung des Projekts rechnet er also frühestens im Jahre 2021.

<<<<

Verein sucht Mitstreiter>>>>

Seit 2014 gibt es den Verein „WohnSinn“, der sich zur Aufgabe gemacht hat, das Projekt Mehrgenerationenwohnen in Oberhausen umzusetzen. Noch immer sucht der Verein Mitstreiter, besonders Familien mit Kindern, und Immobilienbesitzer.

Ob die Wohnungen gebaut oder in einem bereits bestehenden Gebäude eingerichtet und renoviert werden, dafür sind die Planer offen. Interessierte können sich bei der Vorstandsvorsitzenden Anne Mast unter 0208-873601 melden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik