Streetfood

Oberhausener servieren in ihren Food-Trucks Kulinarisches

Chantal und Ines Müntjes (v.li. bieten in ihrem Food-Truck vegane Gerichte an – vor allem auf Festivals.

Chantal und Ines Müntjes (v.li. bieten in ihrem Food-Truck vegane Gerichte an – vor allem auf Festivals.

Foto: Kerstin Bögeholz

oberhausen.   Food-Trucks sind im Kommen. Auch in Oberhausen steigt der Gastro-Trend. Dabei ist das Angebot ganz unterschiedlich: Mal mit Fleisch, mal vegan.

Burritos, Currywurst oder ganz ohne Fleisch: Die kulinarische Palette auf Märkten oder Großveranstaltungen ist groß und kommt immer öfter im Food-Truck daher. Auch zwei Oberhausener haben sich mit diesem rollenden Geschäft selbstständig gemacht.

Das Ruhrgebiet ohne Currywurst? Eigentlich kaum vorstellbar. Das dachte sich Jörg Schepker, der seit Mai mit seinem eigenen Food-Truck unterwegs ist und die Currywurst an den Mann beziehungsweise die Frau bringt. Dabei befindet sich der 50-Jährige gerade erst in der Gründungsphase und klappert noch die richtigen Standorte ab. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. „Nach ein- bis zweimal an einem Standort, kann man schon sagen, ob es sich lohnt oder nicht“, berichtet Schepker, der sich am Freitag wieder beim „Grünen Freitag“ am Altmarkt aufstellen wird.

Eine Soße, vier Schärfegrade

Ursprünglich kommt Schepker nicht aus der Gastronomie, sondern aus der Automobilbranche. Doch nach 30 Jahren wollte er sich unbedingt selbstständig machen, etwas riskieren. Darum ist er bei dem Franchise-Unternehmen „O’s Curry“ eingestiegen.

Einen Vorteil sieht Jörg Schepker, neben der ständigen Flexibilität, in der handlichen Größe seines Trucks. „Speziell bei privaten Veranstaltungen kann ich auf fast jedes Grundstück problemlos kommen.“

Die Currysoße bietet er in vier unterschiedlichen Schärfestufen an – wobei die schärfste Variante erst ab 18 Jahre freigegeben ist. „Aus Erfahrung mögen es die Menschen im Ruhrgebiet deutlich schärfer, als zum Beispiel im Süden. Auch darin liegt eine regionale Individualität“, meint Schepker.

Doch wie nehmen die alteingesessenen Markthändler den Franchise-Neuling auf? „Meine bisherigen Erfahrungen waren sehr positiv. Da hat mich keiner missmutig angeguckt, sondern bei Problemen sofort seine Hilfe angeboten“, so Schepker.

Gänzlich auf Fleisch hingegen verzichtet das Team vom „Che Vegan“-Food-Truck. Michael, Ines und Tochter Chantal Müntjes leben seit rund zehn Jahren ohne Nahrungsmittel, die von einem Tier stammen. Seit Frühjahr 2017 rollt der rund 90 000 Euro teure schwarze Truck über die Straßen.

Am Wochenende im Olga-Park

Halt macht er vor allem bei Street-Food- und Open-Air-Festivals wie Ruhr in Love im Olga-Park.

„Wir haben uns letztes Jahr gedacht, wir machen mal etwas ganz schräges“, sagt Ines Müntjes (44) und erinnert an die Zeit, in der es für die Familie auf Festivals außer trockenen Pommes kein kulinarisches Angebot gab.

Den Schritt zur Selbstständigkeit haben sie nicht bereut. Mussten sie im ersten Sommer noch bei Veranstaltern anfragen, um hungrige Besucher zu verpflegen, kommen nun die Anfragen von allein. Aktuell stehen verschiedene Burger auf der Speisekarte, hin und wieder Wraps oder Suppen.

Anstelle von Fleisch verwendet das Team beispielsweise die „Jackfruit“ („Jackfrucht“). Zwischen fünf und sechs Euro kosten die zubereiteten Gerichte.

Einen möglichen Kritikpunkt, warum Foodtruck-Besitzer nicht etwa einen Laden in der Innenstadt aufmachen, entgegnet Ines Müntjes so: „Gerade bei unseren Produkten wäre der Zulauf dafür nicht stark genug. Als veganes Restaurant muss man sich genau überlegen, an welchem Ort man ein Lokal eröffnet.“ Großstädte wie Essen, die eine Universität vorweisen können, seien da für die durchschnittliche vegane Person, laut der Familie eine Frau zwischen 25 und 30, die studiert oder studiert hat, die bessere Wahl.

>>> SPEISEN WERDEN VOR ORT ZUBEREITET

Der Ursprung des Street-Foods liegt in den USA, auch in Deutschland steigt die Beliebtheit. „Die Szene legt großen Wert auf frische Speisen, die handgemacht vor Ort zubereitet werden“, meint Ines Müntjes.

Ihr sei das Gefühl von Freiheit, durch die Mobilität des Trucks immer andere Orte zu sehen, dabei das Kochen als Hobby zu verbinden, besonders wichtig. „Wir fahren und bringen das Essen zu den Leuten“, sagt Chantal (20).

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