Notfall-Einsätze

Oberhausener Rettungsdienst erreicht Patienten schneller

Sind froh über die Erkenntnisse aus dem Praxistest: Birthe Vogt, Frank Motschull, Jürgen Jendrian und Gerd Auschrat (von links).

Foto: Jörg Schimmel

Sind froh über die Erkenntnisse aus dem Praxistest: Birthe Vogt, Frank Motschull, Jürgen Jendrian und Gerd Auschrat (von links). Foto: Jörg Schimmel

Oberhausen  Versuche mit Rettungswagen an zwei neuen Standorten brachten einen Teilerfolg: Von Alstaden aus erreichen die Sanitäter ihren Einsatzort eher.

. Um im Notfall Menschen schneller retten zu können, will der Rettungsdienst der Feuerwehr auch in Randbezirken der Stadt schneller als bisher beim Patienten sein. Aus diesem Grund führte die Feuerwehr von September bis Anfang November einen Test durch: Sie positionierte an zwei zusätzlichen Orten in Alstaden und in Schmachtendorf einen Rettungswagen samt Besatzung, um die Oberhausener im Norden und im Süden der Stadt besser erreichen zu können.

Das Fazit: Der Test in Alstaden war erfolgreich, die Retter erreichten die Patienten schneller. Im Norden ist aber eine Korrektur nötig.

Ein passendes Grundstück suchen

In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Vom Carl-Sonnenschein-Haus an der Bebelstraße in Alstaden aus erledigten die Retter 220 Einsätze von 2766 in ganz Oberhausen. In 96 Prozent der Fälle haben sie die Patienten innerhalb der Hilfsfrist von acht Minuten erreicht. „Hervorragend“ lautet das Fazit des Feuerwehrchefs Gerd Auschrat.

Kurzum: Der Test hat sich bewährt, die Feuerwehr und die Stadtverwaltung wird dem Rat der Stadt empfehlen, in Alstaden eine weitere Rettungsstation aufzubauen. Dazu muss ein passendes Grundstück gesucht werden, das nicht all zu weit von dem Versuchsstandort bleibt. Das Andocken ans Carl-Sonnenschein-Haus war nur eine Übergangslösung für den zweimonatigen Probelauf. Das Gelände der ehemaligen Hauptschule Alstaden zum Beispiel sei ein städtisches Grundstück, gibt der zuständige Ordnungsdezernent Frank Motschull zu bedenken.

Im Norden der Stadt hingegen soll der Test ab dem 1. März an anderer Stelle wiederholt werden. Der Standort am Buchenweg in Schmachtendorf im ersten Probelauf war nicht optimal. Um zum Beispiel die Schmachtendorfer Straße zu erreichen, mussten die Retter zeitfressende Kurven bei ihrer Fahrt in Kauf nehmen.

„Wir können ja schlecht über den Schmachtendorfer Markt fahren“, sagt Jürgen Jendrian, stellvertretender Feuerwehrchef. Der bessere Standort wäre an der Schmachtendorfer Straße, Ecke Im Heeck, gewesen. Nach zwei Monaten schlug hier ein Erreichungsgrad von 64 Prozent zu Buche, für Auschrat „nicht akzeptabel“. Zu 152 Einsätzen rückten die Retter aus.

Krankenkassen entscheiden mit

Ab dem 1. März soll der Versuch mit einem Rettungswagen ab Bahnhof Holten gestartet werden. Hierzu werden zwei Container für die Mitarbeiter aufgestellt. Sollte dieser Probelauf erfolgreich sein, soll auch hier nach einem passenden Standort gesucht werden.

Das setzt allerdings voraus, dass die Krankenkassen, die als Mitfinanzierer des Rettungsdienstes ein gehöriges Wort mitzureden haben, die Einrichtung zusätzlicher Rettungsstandorte unterstützt. Schon jetzt aber ist klar: Mehr Fahrzeuge gibt es nicht, es bleibt bei acht Rettungs- und drei Notarztwagen, die dann auf vier Standorte verteilt werden müssten.

INFO: Leitstelle soll modernisiert werden

Grundlage für die sogenannte Hilfsfrist ist ein landesweiter Richtwert, der bei acht Minuten im Einsatz-Kernbereich und bei 12 Minuten im Außenbereich liegt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine gesetzliche Frist. Die Frist kann die Oberhausener Feuerwehr vor allem in den Randbezirken nicht immer einhalten. Daher wurde der Probelauf initiiert. Gründe für die unzureichende Einhaltung der Hilfsfrist gibt es einige: steigende Einsatzzahlen aufgrund des demografischen Wandels, viele Einsätze gleichzeitig, mehr Verkehr, zugeparkte Straßen, Baustellen.In den nächsten Jahren sollen auch die Leitstelle modernisiert und die Fahrzeuge mit moderner GPS-Technik ausgestattet werden. Ansonsten hat ein Gutachter kein Verbesserungspotenzial bei der Feuerwehr ausgemacht.

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