Wohnungseinbrüche

Oberhausener Polizei warnt Bürger: Nicht sorglos werden

Augen und Ohren auf: Nachbarn sollen wieder mehr verdächtige Personen und Beobachtungen melden.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Augen und Ohren auf: Nachbarn sollen wieder mehr verdächtige Personen und Beobachtungen melden.

OBERHAUSEN.   Behörde verzeichnet einen Rückgang von Anrufen aufmerksamer Nachbarn. Kostenlose Beratung zum Wohnungsschutz sinkt fast um die Hälfte zum Vorjahr

In der ersten Jahreshälfte 2018 ist die Zahl der Oberhausener, die sich von der Polizei in Sachen Einbruchschutz beraten lassen, geradezu eingebrochen: 41,5 Prozent weniger nutzen das kostenlose Angebot. Spürbar rückläufig ist auch die Anzahl der Hinweise von wachsamen Nachbarn, die verdächtige Beobachtungen der Polizei melden: 1758 Hinweise gingen über den Notruf 110 ein. Das bedeutet ein Minus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Polizei ist alarmiert: „Wir können uns den Rückgang der Zahlen nicht erklären, wir haben nur eine Theorie“, erklärt Polizeisprecher Tom Litges, und führt fort: „Da die Lage zu Wohnungseinbrüchen einige Jahre lang in Oberhausen schwierig war, nun aber auf einmal bessere Zahlen und positive Tendenzen genannt werden, ist es ganz verständlich, dass Bürger nun etwas schlaksiger mit der Problematik umgehen.“ Litges glaubt nicht, dass der Rückgang der technischen Beratung zur Wohnungssicherung damit zu tun hat, dass inzwischen alle Häuser und Wohnungen perfekt geschützt seien.

Im Schnitt ein Einbruch pro Tag

Vielmehr könnten Bürger nach diversen Fahndungserfolgen glauben, dass die größte Gefahr von Einbrüchen gebannt sei. Noch vor knapp drei Wochen konnte die NRZ die positive Nachricht verkünden, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche in Oberhausen im ersten Halbjahr um rund 25 Prozent gesunken ist. Dennoch mahnt Litges: „Wir wollen das Bewusstsein schärfen, dass das Problem weiterhin vorhanden ist, trotz der positiven Entwicklung.“ Auch wenn die Gesamtzahl der Einbrüche in Wohnungen weiter sinken sollte, gibt es im Schnitt einen Wohnungseinbruch pro Tag.

„Vor wenigen Jahren haben aufmerksame Nachbarn bei vielen kleinen verdächtigen Beobachtungen angerufen, das hat super funktioniert. Diese Bereitschaft ist leider rückläufig“, erklärt der Polizeisprecher. So ist die Anzahl der auf frischer Tat ertappten Personen im ersten Halbjahr auf 13 stark gesunken (2017: 59). Litges weist daraufhin, dass diese Zahl nur die festgenommenen Wohnungseinbrecher umfasst, die nach Hinweisen aus der Bevölkerung ertappt wurden.

Litges und seine Kollegen wollen einer „menschlich verständlichen“ Verpuffung von Warnungen entgegen wirken: „Bürger sollten weiterhin jede verdächtige Person oder Beobachtung in ihrer Nachbarschaft melden, denn jedes Verbrechen ist eins zuviel. Wir wollen zeigen, dass Oberhausen eine sichere Stadt ist.“

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