Jubiläum

Oberhausener Paar feiert Gnadenhochzeit an Schnapszahl-Tag

Welch ein Glück: Anneliese und Leo Große-Allermann beim Anschauen von Fotos aus den Anfangszeiten ihrer Liebe.

Welch ein Glück: Anneliese und Leo Große-Allermann beim Anschauen von Fotos aus den Anfangszeiten ihrer Liebe.

Oberhausen.   Anneliese und Leo Große-Allermann feiern am 7.7.2017 ihre Gnadenhochzeit. Die Oberhausener blicken auf 70 glückliche Jahre zurück.

„Wir kommen aus einer ganz anderen Zeit,“ sagt Leo Große-Allermann und nimmt liebevoll die Hand seiner Frau Anneliese. „Heute ist es normal, sich zu trennen. Früher war das verpönt. Man war dem anderen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert“, erzählt sie und schmunzelt ihrem Mann dabei zu. Die beiden alten Leute wirken nicht umsonst so vertraut miteinander: Sie feiern am heutigen Freitag ihren 70. Hochzeitstag, die sogenannte Gnadenhochzeit.

Kriegsheimkehr im U-Boot

Kennengelernt haben sich die beiden Oberhausener über den Fanfarenchor einer Jugendorganisation. „Ich fand ihre langen rot-blonden Haare sofort toll. Ich bin dann oft da vorbeigegangen und hab nach dem Bruder gefragt“, erinnert sich Große-Allermann und deutet auf ein vergilbtes Schwarzweiß-Bild. Es zeigt das junge Paar in vertrauter Pose im Jahr 1944, kurz vor Ende des Krieges.

Während des Krieges hatte der gelernte Industriekaufmann in der Marine gedient. Über diese Zeit und seinen Einsatz hat er viel zu erzählen. Als einziges von sechs U-Booten war sein Boot damals in den Heimathafen zurückgekehrt. Die Freude darüber, seine Anneliese in die Arme schließen zu können, war deshalb riesig.

Ein Blumenmeer zur Hochzeit

An die Hochzeit am 7.7.1947 erinnern sich die beiden Eheleute noch genau. „Es war ein Blumenmeer“, schwärmt die gelernte Stenotypisten. „Ich kann mich gut erinnern, dass die ganze Familie vorher Karten für Lebensmittel gesammelt hat, damit Kuchen gebacken werden kann.“ Auf Hochzeitsgeschenke mussten die frisch Vermählten jedoch verzichten. „Die Nachkriegszeit war die härteste Zeit“, sagt Leo Große-Allermann. Für einen Anzug fehlte das Geld, weswegen er seine ausgediente Marineuniform trug. „Wir haben nur vorher die Knöpfe getauscht.“

Ihren 70. Hochzeitstag wollen die 92-Jährigen im Kreise der Familie feiern. Sohn Karl-Heinz, die zwei Enkelkinder und vier Urenkel sind mit ihren Familien eingeladen. Auch Bürgermeisterin Elia Albrecht-Mainz hat ihren Besuch angekündigt.

Ihr Geheimnis? Es gibt keins!

Fragt man die beiden nach dem Geheimnis ihrer Liebe, so lautet die Antwort: „Es gibt keins. Wir haben hier den Himmel auf Erden.“ Trotz ihres hohen Alters leben die beiden in ihrem Eigenheim, lediglich das Autofahren traut Ehemann Leo sich seit dem vergangenen Jahr nicht mehr zu.

„Sie sind in den 70 Jahren nie alleine gewesen“, sagt Sohn Karl-Heinz. „Sie waren immer zusammen.“ Mutter Anneliese lobt vor allem den Familienzusammenhalt: „Wir können uns aufeinander verlassen. Wenn es mal brennt, sind die Kinder da.“ Besonders stolz sind die beiden auf ihre älteste Urenkelin, die soeben ihr Abitur mit sehr guten Noten bestanden hat.

>>> Auch heute ist der Schnapszahl-Tag beliebt

Am diesjährigen 7.7. haben in Oberhausen elf Paare eine Eheschließung angemeldet.

Bei der letzten Gelegenheit, an einem Schnapszahl-Tag zu heiraten, am 6.6.2016, gab es keine einzige Trauung, weil dies montags in Oberhausen nicht möglich ist.


Am häufigsten wird an den Trauorten,Schloss Oberhausen und Burg Vondern, freitags und samstags, geheiratet. Beliebteste Monate: Mai bis September.

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