Tourismus

Oberhausener kritisieren Übernachtungsangebot von Airbnb

ARCHIV - 18.04.2016, Berlin: Ein Schlüssel steckt im Schloss einer Airbnb-Ferienwohnung. Die Online-Buchungsplattform Airbnb muss der Stadt München die Namen und Adressen von Anbietern illegal genutzter Ferienwohnungen preisgeben. (zu dpa:"Verwaltungsgericht: Airbnb muss Stadt München seine Gastgeber nennen" vom 13.12.2018) Foto: Jens Kalaene/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 18.04.2016, Berlin: Ein Schlüssel steckt im Schloss einer Airbnb-Ferienwohnung. Die Online-Buchungsplattform Airbnb muss der Stadt München die Namen und Adressen von Anbietern illegal genutzter Ferienwohnungen preisgeben. (zu dpa:"Verwaltungsgericht: Airbnb muss Stadt München seine Gastgeber nennen" vom 13.12.2018) Foto: Jens Kalaene/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

OBERHAUSEN.   Zahl der Vermietungen des Internetportals „Airbnb“ in Privatwohnungen steigt an. Hoteliers und Experten bemängeln fehlende Kontrollen.

Die Anzahl der über das Internetportal „Airbnb“ (auf Deutsch: Luftmatratze und Frühstück) vermittelten Übernachtungen in Oberhausener Privatwohnungen steigt leicht an. An dem Übernachtungsmodell wird auch in Oberhausen Kritik laut.

Das Unternehmen nennt für 2017 rund 3000 Gästeankünfte. Rainer Suhr von der Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung GmbH (OWT) hingegen berichtet von ihm vorliegenden Zahlen, die rund 5200 Ankünfte im vergangenen Jahr ausweisen. 2016 waren es noch 2000 Buchungen. Nach Angaben von „Airbnb“ gab es im vorvergangenen Jahr knapp 100 Unterkünfte, 2018 sollen es rund 150 gewesen sein.

Kritisch äußern sich Suhr und Uschi Wischermann, die beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Vorsitzende der Fachgruppe für Hotels ist. Beide sehen bei „Airbnb“ ein System mit wenig Kontrollen. Sie bemängeln unter anderem fehlende amtliche Statistiken zu Übernachtungszahlen und zu lockere Vorschriften bei Brandschutz und Fluchtwegen. Im Gegensatz zu Hotels gelten für Privatwohnungen keine besonderen Bestimmungen.

Laut Tourismus-Chef Suhr sind hier viele Ferienwohnungen zertifiziert. „Wenn man sie offiziell anmeldet, ist es ein Gewerbe und dann gibt es Auflagen.“ So müssen beispielsweise Wohnungen im Dachgeschoss zusätzliche Minitreppen oder Leitern auf dem Dach als Fluchtweg vorweisen.

Freiwillige Kulturförderabgabe zahlen nur die Hoteliers

„In der eigenen Wohnung kennt man den schnellsten Weg nach draußen, in fremden sieht das anders aus“, sagt Uschi Wischermann. „Wir Hoteliers wollen, dass Airbnb ähnlich behandelt wird und genaue Zahlen veröffentlichen sollte“, sagt die Chefin des Parkhotels.

Auch die Einnahmen von privaten Vermietern würden am Finanzamt vorbeigehen, die freiwillige Kulturförderabgabe zahlen ebenfalls nur die Hoteliers an die Stadt.

Nach den Beobachtungen von Suhr seien die meisten Airbnb-Inserate Dachgeschoss- oder Kellerwohnungen.

Er selbst habe bei Stichproben und Suchanfragen die angeblichen über 100 „Airbnb“-Unterkünfte in Oberhausen nicht entdeckt. „Einige wurden mir nur in den Nachbarstädten angezeigt. Hier kommen mir viele als Ferienwohnung bekannt vor. Die wählen Airbnb als zusätzlichen Vertriebsweg.“

Der OWT-Spartenleiter sieht die herausgegebenen Zahlen generell mit Vorbehalten. „Laut Airbnb bleiben die Besucher im Schnitt 3,4 Nächte. Das ergibt dann multipliziert rund 17.600 Übernachtungen. Im Vergleich zu 484.000 Übernachtungen im Jahr 2017 ist das ein geringer Anteil“, meint Suhr.

Für 2018 werden die Übernachtungszahlen erst Anfang März vorgestellt. Suhr rechnet jedoch mit einem geringen Rückgang. „Für einen erneuten Rekord wird es wohl nicht reichen.“

Weniger als zehn Prozent

In den amtlichen Statistiken werden nur Gasthöfe und Hotels gezählt, die mindestens zehn Betten anbieten. Daher fehlen dort die kleineren Ferienwohnungen. „Wir haben 2016 bei einigen uns bekannten Vermietern nachgefragt und die Übernachtungszahlen zusammengerechnet. Wir kamen auf fast 40.000. Das entsprach damals einem Anteil von etwas weniger als zehn Prozent“, erläutert Suhr.

Er geht davon aus, dass schon damals die meisten Übernachtungen von „Airbnb“-Gästen gebucht worden sind.

Sein Fazit: „Wenn die Zahl stabil geblieben ist, hat Airbnb in Oberhausen weiter keine große Bedeutung. Obwohl wir ein wichtiger Standort für Tourismus sind.“

>>> REISENDE SIND IM SCHNITT 35 JAHRE ALT

Bei Airbnb stellen Personen ihre Privatunterkünfte für Übernachtungen Gästen zur Verfügung. Gebucht wird über das Internetportal.

Laut einer „Airbnb“-Sprecherin betrug im Jahr 2017 das Durchschnittsalter der Vermieter 51 Jahre, 30 Prozent der Gastgeber seien über 60 Jahre. Gäste reisen im Schnitt in Gruppen von 2,5 Personen und sind 35 Jahre alt. 56 Prozent würden aus Deutschland kommen, 14 Prozent aus den Niederlanden. Es folgen Frankreich und Großbritannien.

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