Jazz-Konzertreihe

Oberhausener Jazz-Reihe RJazz glänzt mit jungen Musikerinnen

Der Mann am Klavier gestaltet die nach eigenen Worten „bestbesuchte“ Jazzreihe in Oberhausen: Marc Brenken aus Essen spielt allmonatlich im AKA 103 der Ruhrwerkstatt.

Der Mann am Klavier gestaltet die nach eigenen Worten „bestbesuchte“ Jazzreihe in Oberhausen: Marc Brenken aus Essen spielt allmonatlich im AKA 103 der Ruhrwerkstatt.

Foto: Marc Brenken

Oberhausen.  Im AKA 103 der Ruhrwerkstatt geht die Jazz-Reihe am 10. September ins fünfte Jahr. Pianist Marc Brenken erkundet Blues, Soul und Standards.

Auch wenn noch Sommerzeit ist, haben Marc Brenken und Axel Behle schon mal den Jazzherbst im AKA 103 der Ruhrwerkstatt vorbereitet. Stolz nennen sie die privat organisierte Jazzreihe die „bestbesuchte in Oberhausen“ – die mit der kommenden Saison übrigens in ihr fünftes Jahr startet. Los geht’s mit „RJazz“ wieder am Dienstag, 10. September, gefolgt von Terminen an jedem zweiten Dienstag des Monats im AKA 103, Akazienstraße 103.

Französisches Powerplay am Tenorsaxophon

In seinem Styrumer „Wohnzimmer“ spielt der Essener Pianist Marc Brenken dann jeweils um 20 Uhr für eine gute Stunde mit wechselnden Duopartnerinnen. Zum Auftakt ist die französische Saxophonistin Christine Corvisier dabei, weitere Gäste sind die Sängerinnen Charlotte Illinger am 8. Oktober, Nina Lentföhr am 12. November und Lina Knörr am 10. Dezember. Einlass ist jeweils ab 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Der Name der Tenorsaxophonistin Christine Corvisier steht für französisches „Powerplay”: Hier haben zwei Jazzmusiker zusammengefunden, die über scheinbar grenzenlose Energie verfügen, sobald sie zu spielen beginnen. Ob im flüsternden Pianissimo oder im donnernden Fortissimo – die Ideen fließen beständig, die Kommunikation ist hellwach, die Musik des Duos folgt der Eingebung des Moments.

Raritäten des frühesten Blues

Für Charlotte Illinger lautet das Motto am 8. Oktober „Jazz ain’t nothin’ but Soul“, nach einem Song von Betty Carter aus dem Jahr 1960. Die Sängerin und Marc Brenken teilen die brennende Leidenschaft für Klassiker des amerikanischen Songbooks, denen sie immer wieder neue Facetten abgewinnen. Soulful, frisch und lebendig improvisieren sie über bekannte Evergreens.

Im trüben November entführt Nina Lentföhrs Gesang in den tiefen US-Süden – „Where the Muddy Mississippi Waters Flow”. Die Kölnerin ergründet mit Neugier den Stil der großen Bluesladies aus jener Zeit vor hundert Jahren, als der Jazz noch in den Babyschühchen steckte. Sie liebt den besonderen Sound, der damals entstand, als man noch ohne Mikrophon auskommen musste, ebenso die Direktheit und schlichte Schönheit der Texte. Neben Klassikern wird viel Rares zu hören sein, das Nina Lentföhr beim Durchstöbern uralter Aufnahmen entdeckt hat.

Junges Talent singt Joni Mitchell

Einer ganz anderen „Klassikerin“ zwischen Folk, Rock und Jazz huldigt die gerade mal 19-jährige Lina Knörr im Dezember mit „Both Sides now”. Zum einen sind’s also die makellosen Songs von Joni Mitchell, zum anderen Standards aus dem Great American Songbook. Lina Knörr studiert an der Musikhochschule Köln, singt beim Bundesjazzorchester (BuJazzO) und gilt als eine besonders viele versprechende junge Stimme im Jazz.

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