Marke „Tussi-Literatur“

Oberhausener Hausfrau schreibt für wachsende Fangemeinde

Maike Langenbusch schreibt Geschichten mit einem glücklichen Ende und viel Humor.

Foto: Langenbusch

Maike Langenbusch schreibt Geschichten mit einem glücklichen Ende und viel Humor. Foto: Langenbusch

oberhausen.  Maike Langenbusch ist Hausfrau und Mutter von zwei Kindern. Nebenbei schreibt sie Bücher. Und die behaupten sich erfolgreich auf dem Markt.

Die Oberhausenerin Maike Lan­genbusch (41) hat Fotos von sich machen lassen, auf denen sie ein silberfarbenes Pailettenkleid trägt. Im Arm hat sie ein kleines Hündchen, vor sich eine rosa Tragetasche. Seiten, herausgerissen aus einem Buch, fallen gerade zu Boden. Rechts oben wird das Bilderrätsel aufgelöst: „Tussi-Literatur by M.L. Busch“ steht da. Maike Langenbusch, Hausfrau, Mutter zweier Jungs, ist auch die Autorin M.L. Busch. Und sie ist erfolgreich. So sehr, dass sie von ihrer Literatur leben könnte. Sie schreibt Frauenromane, „Tussi-Literatur“ eben. Sagt sie selbst.

„Im Amerikanischen nennt man das Chick-Lit“, erklärt die Autorin. „Chick“ steht umgangssprachlich für „Tussi“. Das seien diese Liebesgeschichten mit Happy-End und viel Humor. Im vergangenen Jahr schaffte es Maike Langenbusch damit auf die Bestseller-Liste der Bildzeitung mit „Secret Suits. Verrat in New York“. Die Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte mochten die Leser. „Es geht um einen Anwalt, der eine Wohnung untervermietet. Dort zieht eine Kunststudentin ein.“ Als der Anwalt krummer Geschäfte bezichtigt wird, schreitet die Studentin ein.

Zwei Wochen lang hielt sich das Buch auf der Bestseller-Liste. Danach landete es sogar auf Platz drei bei Amazon. „Dabei kaufen die Leute kaum noch Taschenbücher“, sagt Langenbusch. Heute liefe alles über E-Books. Um überhaupt in den Markt reinzukommen, brauche man einen guten Titel. „Wenn man es geschafft hat, muss man den Leser bedienen“, erklärt sie. Das bedeutet, alle vier Monate sollte ein Buch nachgelegt werden. Bei so viel Produktivität braucht es aber auch ganz schön viele Ideen. Maike Langenbusch findet sie beim Joggen. Jeden Morgen ist sie unterwegs. „Ich schreibe auch gerne über Bereiche, in denen ich mich auskenne“, sagt sie.

Als Mutter zweier Kinder im Teenageralter böten sich ihr natürlich viele Möglichkeiten, das für Anregungen zu nutzen. Sie selbst sei aber viel weniger Tussi als die Frauen in ihren Büchern.

Wobei die ja eh nicht das richtige Leben widerspiegelten. Manchmal haben sie auch leicht märchenhafte Tendenzen – wie in „Frösche lügen nicht“, einem der drei Bücher um den magischen Frosch Archibald. Witz und gute Dialoge, das ist ihr wichtig. Horror oder richtige Thriller seien nichts für sie. „Es würde mir weh tun, die Figuren in meinen Büchern zu verletzen.“

Ein richtiger Autor legt nach

Aber schreiben muss sie. „Wenn ich drei Tage keinen Satz geschrieben habe, fühle ich mich nicht gut“, sagt Maike Langenbusch. Sie schreibe deshalb jeden Tag, manchmal nur eine halbe Stunde, dann wieder drei bis vier Stunden, bis zu zehn Seiten. Einen richtigen Autor erkenne man daran, dass er nachlege. Sie habe auch schon ihre Fans, die auf neue Titel warteten.

Was sich die Oberhausenerin jetzt noch wünscht: „Die Leute sollen Tussi-Literatur mit M. L. Busch in Verbindung bringen. Die Tussi-Literatur soll eine Marke werden.“ Im Februar würde sie sehr gerne mit dem zweiten New-York-Titel erneut auf der Bestseller-Liste landen. Denn um noch bekannter zu werden, ist das ein guter Weg.

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