Buch-Schnäppchen

Oberhausener Flohmarkt präsentiert Bücher auf 200 Metern

Auf Schatzsuche: Bei Sonnenschein sind natürlich die Stände unter Bäumen im Hof des Zentrums Altenberg für Kunden und Anbieter erste Wahl.

Auf Schatzsuche: Bei Sonnenschein sind natürlich die Stände unter Bäumen im Hof des Zentrums Altenberg für Kunden und Anbieter erste Wahl.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Oberhausen  Zu Himmelfahrt lädt die Geschichtswerkstatt wieder an zahlreiche Stöber-Stände im Zentrum Altenberg ein. Dazu gibt’s ein großes Rahmenprogramm.

. Nicht allein für Historiker hat das gedruckte Wort seine besondere Bedeutung – aber die Zweisamkeit von Buchgestöber und Geschichtswerkstatt ist halt doch eine, die stimmig ist und passt: Im nun siebten Jahr richten die Lokalhistoriker im Zentrum Altenberg den Bücherflohmarkt mit großem Rahmenprogramm aus: Am Himmelfahrtstag, 30. Mai, sind von 11 bis 17 Uhr wieder Leser jeden Alters eingeladen, zu stöbern und Literatur zu erleben.

Und am Stand der Geschichtswerkstatt kann man schon mal zum anstehenden Jubiläum gratulieren: Denn im Oktober vor 25 Jahren hatte man diesen Forscherkreis mit dem Anspruch „Grabe, wo du stehst“ im Bunten Laden an der Goebenstraße gegründet. Die Geschichtswerkstatt versteht sich als integraler Teil der lebendigen Kulturlandschaft Oberhausens – inzwischen mit Domizil im Zentrum Altenberg. Dort und im benachbarten Café-Raum des Walzenlager-Kinos öffnet übrigens – wie gewohnt – das „Gestöber-Café“.

Viele private und einige kommerzielle Anbieter bestücken die Klapptische

Der Bücherflohmarkt als Mittelpunkt des „Gestöbers“ hatte bereits vor zwei Jahren die Schwelle von 200 Metern laufender Bücherstände übertroffen. Hunderte Besucher haben Freude beim Stöbern und Tauschen. Viele private und einige kommerzielle Anbieter bestücken die Klapptische mit einem breiten Genre-Mix von der Schmökerware für Vielleser über Kinderbücher bis zu jenen Raritäten, für die man schon etwas mehr ausgeben muss.

Einem neuen Werk aus dem Klartext-Verlag gilt die Buch-Präsentation um 15 Uhr im Walzenlager-Kino: Dann stellt Katrin Wülfing ihre Dissertation vor: „Zuständigkeit und Verantwortung“ erkundet am Beispiel des Oberhausener Rathauses, wie sich eine Stadtverwaltung der eigenen NS-Vergangenheit gestellt hat. Die 40 Nachkriegsjahre umfassende Recherche thematisiert Wandel und Kontinuitäten dieser „Vergangenheitsbewältigung“, wie es früher hieß, und geht der Frage nach, wie die Oberhausener Verwaltung mit ihrer eigenen Rolle als „Verfolgungsinstanz“ umging. Katrin Wülfing, heute Dozentin an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, hatte als wissenschaftliche Volontärin in der Gedenkhalle im Schloss Oberhausen gearbeitet.

Einem anderen historischen Datum widmen sich die Schauspielerinnen Sabine Paas und Veronika Maruhn um 14 Uhr in der Altenberger Direktoren-Villa: Ihr Programm „Geschichte wird gemacht – es geht voran“ zeichnet den langen Weg zum Frauenwahlrecht nach. Am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland erstmals wählen – und zwar die verfassunggebende Weimarer Nationalversammlung. Große Streiterinnen von Clara Zetkin bis Alice Schwarzer lässt das einstündige Doku-Drama in noblem Ambiente auferstehen. Außerdem sind „100 Jahre Frauenwahlrecht“ das Titel-Thema des druckfrischen „Schichtwechsel“-Magazins aus der Geschichtswerkstatt.

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