Sommerhitze

Oberhausener Feuerwehr verbietet Sport bei der Hitze

Die Alteneinrichtungen und Krankenhäuser in Oberhausen sorgen für ausreichend Trinkwasser. In Getränkemärkten kann es dagegen schon mal eng werden.  

Die Alteneinrichtungen und Krankenhäuser in Oberhausen sorgen für ausreichend Trinkwasser. In Getränkemärkten kann es dagegen schon mal eng werden.  

Foto: Rene Traut

Oberhausen.  Rettungskräfte rechnen aufgrund der Hitze mit mehr Einsätzen in Oberhausen. Getränkehändler hoffen auf ausreichende Lieferungen von Mineralwasser.

Mit der Hitze am Montag haben wir in Oberhausen noch längst nicht den Höhepunkt erreicht. Die Meteorologen gehen von steigenden Temperaturen aus, am Dienstag oder Mittwoch könnte die 39-Grad-Marke geknackt werden. Krankenhäuser, Feuerwehr, Alteneinrichtungen bereiten sich entsprechend vor. Wer noch Wasser braucht, sollte sich zügig einen Vorrat anlegen.

„Aktuell sind vor allem Wasser und alkoholfreie Getränke gefragt“, sagt Peter Neumann, Chef des Trinkgut-Getränkemarkts am Förderturm. „Wegen des Feier- und Brückentages an Fronleichnam standen am Montagmorgen viele vor der Tür.“ Er hofft darauf, dass sich die Getränkehersteller nach dem Rekordsommer 2018 besser vorbereitet haben. Bislang sei die Versorgung noch gewährleistet. Ein Getränkemarkt aber könne nur etwas bestellen und dann auf die Lieferung des Herstellers warten. Kommt die nicht, hätte am Ende der Kunde die Probleme. Eine abgesagte Bestellung einer Getränkefirma habe es bereits gegeben.

Bei Hitze Kompressionsstrümpfe mit Eiswasser besprühen

Für ausreichend Wasserzufuhr sorgt das Evangelische Krankenhaus Oberhausen (EKO). Auf den Gängen stehen für Mitarbeiter und Patienten Trinkwasserspender, die direkt durch die Trinkwasserleitung befüllt werden. Ein Getränkeengpass ist hier also nicht zu befürchten. Die Operationspläne werden durch die Hitze nicht durcheinander gewirbelt, sagt EKO-Sprecherin Julia Mannheim, denn: Die OP-Säle sind klimatisiert. Einen Tipp für Patienten, die Kompressionsstrümpfe tragen müssen, hat sie auch parat: Den Strumpf einfach immer wieder mit einer Sprühflasche, die mit Wasser und Eiswürfeln gefüllt ist, benässen.

Am Katholischen Klinikum werden vermehrt Getränke angeboten. Das Pflegepersonal hält in Trinkprotokollen fest, wann zuletzt getrunken wurde. Die Zimmer haben keine Klimaanlagen, die Pfleger sorgen für Kühlpacks und wechseln häufiger die Bettwäsche.

Auch die Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen (ASO) seien auf die Hitze eingestellt, sagt Stadtpressesprecher Frank Helling. Es gibt ausreichend Mineralwasser und Fruchtsaftgetränke, um einem möglichen Vitaminverlust der Senioren vorzubeugen. Das Personal achtet in diesen Tagen besonders darauf, dass die Bewohner ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Auch der Speiseplan wird von der hauseigenen Küche angepasst – mit leichter Kost, Kaltschalen, Obst und Salzgebäck. Die Pfleger achten darauf, dass sich die Senioren leicht kleiden und versorgen sie mit Kühlgels.

Feuerwehrleute müssen trotz Hitze schwere Schutzkleidung tragen

Leichte Kleidung ist hingegen für die Feuerwehr tabu. „Auf die Schutzkleidung kann nicht verzichtet werden“, sagt der Oberhausener Feuerwehrchef Gerd Auschrat. Im Einsatz achtet der Einsatzleiter allerdings darauf, das Personal bei der heißen Belastung schneller durchzuwechseln. Schon während der Fahrt zum Einsatz sollen die Retter ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Zur Entlastung der Mitarbeiter sind derzeit Übungen und sportliche Betätigung untersagt, sagt Auschrat. Die Feuerwehrleute sollen sich im Schatten und in kühlen Räumen aufhalten, um schnell fit für einen möglichen Einsatz zu sein. Auschrat rechnet damit, dass die Zahl der Rettungseinsätze besonders aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hitzschlägen oder Sonnenstichen bei diesem Wetter zunehmen wird. Auch Wiesen- und Waldbrände sind nicht auszuschließen, wenngleich eine akute Waldbrandgefahr derzeit nicht besteht.

Allerdings erinnert Alexander Höfer, Sprecher der Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM), daran, dass zwischen dem 1. März und 31. Oktober neben einem generellen Grillverbot auch ein Rauchverbot in den Oberhausener Wäldern gilt. „Wenn Bürger Rauchentwicklung sehen, bitte sofort die Feuerwehr informieren“, sagt Höfer. „Außerdem dürfen Fahrzeuge nur auf befestigten Untergründen abgestellt werden. Bei Gras oder Waldböden kann die Hitzeentwicklung von Katalysatoren zu Feuer führen.“

OGM wässert junge Bäume in Oberhausen

Derweil fährt die OGM mit zwei Fahrzeugen, beladen mit 5000- und 750-Liter-Tanks, durch die Stadt, um junge Bäume und Pflanzen zu gießen. „Wenn Personen besonders trockene Bäume sehen, würden wir uns freuen, wenn sie selbst zur Gießkanne greifen und die Stellen bewässern“, sagt Höfer. Eine Aufforderung sei das allerdings nicht, betont der OGM-Sprecher. In der Vergangenheit habe es für ähnliche Aufforderungen Kritik von Bürgern gegeben.

Bei den Wirtschaftsbetrieben (WBO) fährt nicht nur die Müllabfuhr in dieser Woche früher los, auch die Straßenbauer fangen eher mit ihrer Arbeit an, erläutert Sprecher Jan Küppers. „Die Mitarbeiter werden angehalten, genügend Pausen zu machen. Von der WBO-Zentrale können sie ausreichend Wasser mitnehmen.“ Ähnliches gilt für die Mitarbeiter vom Landesbetrieb Straßen NRW, berichtet Sprecherin Susanne Schlenga: „Die Kollegen sind bereits ab 5 Uhr morgens auf den Straßen unterwegs. Ausgestattet werden sie mit Sonnenschutz, Kappen, Hüten sowie Kleidung, die bereits Sonnenstrahlen abhält.“

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