Hydraulik-Service

Oberhausener Familienbetrieb seit 40 Jahren am Weltmarkt

Janine Herberger-Wolters ist Geschäftsführerin des Oberhausener Familienbetriebes Hydraulik-Service Rhein-Ruhr.

Janine Herberger-Wolters ist Geschäftsführerin des Oberhausener Familienbetriebes Hydraulik-Service Rhein-Ruhr.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Hydraulik-Service Rhein-Ruhr wartet und repariert weltweit Maschinenteile – auch für die Bundeswehr. Der Familienbetrieb hat Jobs zu vergeben.

Man mag es auf den ersten Augenblick kaum glauben. Aber hinter den beiden Werkstoren, die in der Sonne silbern glänzen, verbirgt sich ein Oberhausener Industriebetrieb, der sich weltweit einen Namen gemacht hat. Wenn irgendwo, sei es in Mexiko oder den USA, Pumpen, Ventile oder Zylinder gewartet oder repariert werden müssen, ist die Mannschaft des Familienunternehmens Hydraulik-Service Rhein-Ruhr (HSRR) zu Stelle. Und das seit nun 40 Jahren.

Die Größe der Werkshalle ist überwältigend. Und auch die einzelnen Prüfstände haben es in sich, sind so groß wie ein Übersee-Container. „So etwas hat keiner in der Größe – nicht mal der TÜV“, sagt Geschäftsführerin Janine Herberger-Wolters – sichtlich stolz, aber ohne Imponiergehabe. Dabei bieten Geschichte und Größe für einen Familienbetrieb durchaus die Gelegenheit, ein wenig anzugeben: Fünf Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete HSRR im vergangenen Jahr, 40 Mitarbeiter verdienen bei HSRR am Eisenhammer ihr Geld, 40 Jahre ist das Oberhausener Unternehmen auf dem Markt vertreten.

Eine Havarie verhindern

Zurück in der Werkhalle: In den containergroßen Prüfständen wird getestet, was unter echten Bedingungen funktionieren muss, damit beispielsweise bei einem Automobilwerk Fahrzeugtüren hydraulisch ausgestanzt auf dem Förderband landen.

Maschinenteile neu zu kaufen sei für Kunden wie VW oder BMW beinahe doppelt so teuer, als auszutauschen und zu reparieren, erklärt Herberger-Wolters. Jedes Maschinenteil, jeder Steuerblock sei verschieden. Und die Arbeit der Mitarbeiter kann im Ernstfall eine Havarie verhindern.

Diese verpflichten sich deshalb zur ständigen Bereitschaft. Ein Notdienst ist 24 Stunden für die Kunden da, vier Mitarbeiter aus dem Büro und sechs aus der Werkstatt immer telefonisch erreichbar. Flüge nach Mexiko oder in die USA für kleine Teams sind mittlerweile die Regel. „Der Markt wird seit zehn Jahren immer schneller“, sagt Thomas Wolters, Bruder von Janine Herberger-Wolters und ebenfalls Geschäftsführer.

Großer Wandel seit der Gründung 1979

Seit der Gründung 1979 durch ihren Vater hat das Unternehmen einen großen Wandel durchlaufen. Mitte der 80er Jahre gab es es hundert Mitarbeiter, dann brach das Geschäft mit Stahl und Kohle ein. Die Zechen waren bis dato Großkunden, deren Aufträge blieben plötzlich aus. Doch aus den Fehlern habe man gelernt, sagen die Geschwister und deuten mit dem Wort „kernsolide“ an, dass sich die Firma heute deutlich breiter aufstellt, als in der Vergangenheit. Automobilindustrie, Kunststoffhersteller und die Bundeswehr sind derzeit die größten Kunden.

HSRR hat im Ruhrgebiet kaum Konkurrenz. „Je größer die Komponenten, desto weniger Mitbewerber,“ erklärt Thomas Wolters. Denn: Für große Maschinenteile braucht man entsprechend viel Platz. In der Lagerhalle ahnt der Besucher, was damit gemeint ist: Dort stehen Zylinder, die selbst Litfaßsäulen gertenschlank wirken lassen.

Nachwuchs fehlt

Was dem spezialisierten Betrieb fehlt: Nachwuchs. Die HSRR-Mitarbeiter sind allesamt Schlosser, benötigen aber zusätzlich eine Weiterbildung für den Bereich Hydraulik. Die Arbeit sei vielen Bewerbern heute zu schmutzig, sagt Janine Herberger-Wolters. „Wer mit weißer Hose zum Probearbeiten kommt, hat nicht verstanden, was wir hier machen.“

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