Woodstock-Jubiläum

Oberhausener erinnert sich an Erlebnisse mit Woodstock-Stars

Jimi Hendrix bei seinem letzten Festival-Auftritt auf dem Pop-Festival auf der Ostsee-Insel Fehmarn im September 1970.

Jimi Hendrix bei seinem letzten Festival-Auftritt auf dem Pop-Festival auf der Ostsee-Insel Fehmarn im September 1970.

Foto: Dieter Klar / picture-alliance / dpa

Oberhausen.  Der Oberhausener Erich Manfeldt lauschte Gitarren-Gott Jimi Hendrix auf der Insel Fehmarn. Später spielte er im Vorprogramm einer Woodstock-Band.

Woodstock! Die Festivalwiesen des legendären Sommers der Liebe liegen von Oberhausen rund 6000 Kilometer Luftlinie entfernt – und gehen manchen Oberhausenern auch 50 Jahre danach trotzdem noch nahe. Der Oberhausener Gitarrist Erich Manfeldt hatte nicht nur das Glück, der Flower-Power-Ikone Jimi Hendrix beim letzten Auftritt vor seinem Tod lauschen zu dürfen. Mit seiner eigenen Band Taschakor spielte er Jahrzehnte später bei einer Woodstock-Gruppe sogar im Vorprogramm.

Love and Peace vor dem Leuchtturm Flügge auf Fehmarn

Die Zeitreise zurück beginnt auf einer idyllischen Ostseeinsel. Auf Fehmarn möchte eine recht unerfahrene Veranstalterriege den Erfolg der Woodstock-Sause 1970, also ein Jahr später, als „Love and Peace“-Festival wiederholen. Für Erich Manfeldt eine klare Sache: Er ist dabei!

Was nach Festival-Romantik vor dem bekannten Leuchtturm Flügge klingt, entpuppt sich allerdings als schwere Kost, wie Erich Manfeldt berichtet. „Viele Bands kamen einfach nicht, weil die Veranstalter den Laden komplett gegen die Wand fuhren!“ Manfeldt erinnert sich bei der durch den Erotik-Fachhandel Beate Uhse gesponsorten Musik-Fete nicht nur an ein geschrumpftes Line-up, sondern auch an nicht aufhörenden Regen und reichlich Schlamm.

Mit Musiker-Kollegen zum Jimi-Hendrix-Revival

Die große Entschädigung: Jimi Hendrix, die bedeutendste Woodstock-Figur, tritt am Ostseestrand doch noch auf – ein Erlebnis. Das Besondere: Es ist Hendrix’ letztes Festival-Gastspiel. Wenige Wochen später stirbt der linkshändige Gitarrengott in London. Auch Jahrzehnte später sagt Manfeldt: „Und ich war dabei!“

Seine Erlebnisse versickern nicht in der Speicherkiste. Jahre später haben sie für Jimi Hendrix auf Fehmarn einen Gedenkstein errichtet. Darauf zu sehen: die markante Fender-Gitarre.

Im Schatten des Monuments wächst das „Jimi Hendrix Revival“-Festival. Und für Manfeldt schließt sich ein Kreis. Mit seiner Band Taschakor bewirbt er sich – und darf im September 1998 mit Ralf Neumann (Gitarre, Gesang), Thomas Lagermann (Gitarre, Gesang) und Ting Hong-Ky (Schlagzeug) tatsächlich auftreten.

Als Vorgruppe bei der Woodstock-Legende Ten Years After

Wieder zehn Jahre später – kehrt Woodstock erneut zurück in Erich Manfeldts Leben. Passenderweise spielt die Woodstock-Band Ten Years After im Januar 2008 im Zentrum Altenberg ein Konzert. Und Manfeldts Taschakor dürfen tatsächlich im Vorprogramm der britischen Bluesrock-Band spielen.

„Sie befanden sich gerade auf Welttournee und meinten wohl, sie könnten Oberhausen nicht links liegen lassen!“ Ten Years Later erscheinen ohne den auffälligen Alvin Lee (er verstarb 2013 in Spanien) und dessen endlos anmutende Gitarren-Soli, aber sonst mit viel Woodstock-Erfahrung.

Mit Ralf Neumann (Gitarre und Gesang) Ingo Klaehn (Gitarre) und Kevin Kerndl (Drums) gibt Manfeldt den Einheizer. „Uns flatterten doch etwas die Knie – aber nur etwas!“ Die Briten geben sich zwar hinter der Bühne reserviert. Doch das Erlebnis bleibt in der Bandgeschichte unauslöschbar.

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