Preiserhöhung

Oberhausener Eltern müssen bald mehr für Ferienspiele zahlen

Familiendezernentin Elke Münich, hier beim Hüpfburgen-Tag 2018 mit Ferienspielleiter Martin Glowna , schlägt eine Preiserhöhung vor.

Familiendezernentin Elke Münich, hier beim Hüpfburgen-Tag 2018 mit Ferienspielleiter Martin Glowna , schlägt eine Preiserhöhung vor.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Die Oberhausener Stadtspitze schlägt eine insgesamt moderate Preiserhöhung für die beliebten Ferienspiele vor. Doch eine Auswirkung ist kurios.

Wer seine Kinder zu den traditionsreichen Oberhausener Ferienspielen in den Oster-, Sommer- und Herbstferien schickt, muss voraussichtlich ab dem Jahr 2020 mehr für die Betreuung und Freizeitorganisation bezahlen. Das sieht zumindest ein Vorschlag der Stadtspitze an die Ratsparteien vor, der wohl in der nächsten Ratssitzung am Montag, 18. Februar, beschlossen wird.

Anstieg um vier Euro

Danach steigt die Gebühr für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren bei einer achttägigen morgendlichen Ferienbetreuung rund um Ostern von 15 Euro auf 19 Euro – ein Plus von 26 Prozent. Deutlich geringer verteuern sich die Ferienspiele für Eltern, die dieses städtische Freizeitangebot für eine längere Betreuung ihrer Kinder benötigen – bei einer täglich achtstündigen Nutzung für acht Tage nur um einen Euro, von 40 auf 41 Euro. Gereicht wird in dieser Zeit auch ein Mittagessen, das auch künftig mit je drei Euro zu Buche schlägt. Hinzu kommen allerdings noch Eintrittsgelder für Ausflüge und Kinobesuche.

Eltern, die von Hartz-IV-Hilfen leben müssen, erhalten für die Beiträge der Ferienspiele einen Rabatt von etwa einem Drittel. Kurioserweise steigen allerdings die neuen Preise der Ferienspiele für Hartz-IV-Familien stärker als für die Vollzahler. Für die bisher kostenlose morgendliche Kinderbetreuung bei den Ferienspielen müssen Hartz-IV-Empfänger ab dem nächsten Jahr 12,50 Euro zahlen. Wer eine etwas längere Betreuung (von 7.30 bis 14 Uhr) benötigt, ist bald mit 21 Euro statt mit 15 Euro dabei – ein Plus von 40 Prozent. Hinzu kommen die Mittagessen-Kosten für acht Tage zum Gesamtpreis von 24 Euro.

Im vergangenen Jahr haben gut 300 Kinder an den Ferienspielen teilgenommen, deren Eltern Hartz IV beziehen. Insgesamt sind etwa in den Sommerferien fast 2000 Kinder dabei.

Die Stadt verweist darauf, dass Hartz-IV-Empfänger die Kosten für die Ferienspiele aus ihrem Topf des Bildungs- und Teilhabepakets entrichten können. Zudem sind die Preise insgesamt betrachtet trotz der Erhöhung noch erstaunlich moderat – die Einnahmen darauf finanzieren die tatsächlichen Betreuungs- und Organisationskosten für die Ferienspiele in Höhe von 300.000 Euro im Jahr nur zur Hälfte.

Sollten die Zahlen der teilnehmenden Kinder bei den Ferienspielen im nächsten Jahr gleichbleiben, so würde die Preiserhöhung nur 10.000 Euro mehr in die Stadtkasse einbringen. Zuletzt waren die Preise für die Ferienspiele 2008 erhöht worden.

Die Stadtspitze hebt in ihrem Beschlusspapier für die Ratspolitiker die Qualität der Ferienspiele hervor. Betreut werden die Kinder danach durch ehrenamtliche Teamer, die durch pädagogisch geschultes Personal angeleitet werden. „Teamer und Leitungen werden durch mehrere Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet.“ Der Betreuungsschlüssel beträgt ohne Leitung eins zu acht.

Eltern können verschiedene Betreuungszeiten buchen

Die Ferienspiele bieten ein verlässliches Betreuungsangebot in den Oster-, Sommer- und Herbstferien.

Um eine individuell optimale Betreuung gewährleisten zu können, bieten die Ferienspiele drei verschiedene Betreuungszeiten an: Ferienspiele classic (9 Uhr bis 13 Uhr); Ferienspiele XL (7.30 Uhr bis 14 Uhr); Ferienspiele XXL (7.30 Uhr bis 16 Uhr). Zu den Betreuungsvarianten XL und XXL kann von den Eltern ein warmes Mittagessen hinzugebucht werden.

Nehmen Geschwisterkinder gleichzeitig an den Ferienspielen teil, reduziert sich das Entgelt für das zweite und jedes weitere Kind im gleichen Haushalt um 50 Prozent.

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