Gnadenhochzeit

Oberhausener Ehepaar geht seit 70 Jahren durch dick und dünn

Irene (87) und Günter Hetkamp (92) gaben sich vor 70 Jahren das Ja-Wort.

Irene (87) und Günter Hetkamp (92) gaben sich vor 70 Jahren das Ja-Wort.

Foto: Martin Möller

Oberhausen.   Ganze 70 Jahre ist es her, dass sich Irene und Günter Hetkamp das Ja-Wort gegeben haben. Kennengelernt haben sie sich beim Tanzen.

Das Holtener Ehepaar hat ordentlich etwas zu feiern, denn am Dienstag, 2. April, sind Irene und Günter Hetkamp 70 Jahre lang verheiratet.

Kennengelernt haben sich die beiden auf der Schmachtendorfer Kirmes. „Im Tanzlokal Möllmann haben wir uns das erste Mal gesehen“, erinnert sich die 87-Jährige. „Eigentlich wollten meine Freunde und ich damals in eine andere Gaststätte, doch die war überfüllt“, erzählt Günter Hetkamp schmunzelnd. Heute ist er froh darüber. Gefeiert wurde nach Kriegsende laut Irene Hetkamp viel. Gerade ihr Ehemann Günter habe allen Grund dazu gehabt. Er war nämlich Kriegsgefangener in Frankreich gewesen und hatte dort bei der Bepflasterung des Pariser Flughafens „Flughafen Paris-Orly“ mitwirken müssen, bevor er zurück in die Heimat konnte.

Eine große Sause wird heute bei den Hetkamps aber nicht steigen. Nur mit der Familie wird bei Kaffee und Kuchen zusammen gesessen und geplaudert.

Sportlich ist die ganze Familie

Tochter Kerstin Kaldewey findet, dass ihr Vater den Enkeln und Urenkeln das Interesse an Sport vererbt hat. „Wie mein Vater spielen viele Enkel und Urenkel von ihm Handball oder Fußball.“ Auch seine Frau Irene hat er damals, als er noch in Schmachtendorf und sie in Dinslaken wohnte, immer mit dem Fahrrad besucht. „Öffentliche Verkehrsmittel gab es damals ja noch nicht so, wie heute“, erklärt er. „Und selbst wenn, dann hatten nach dem Krieg nur die Wenigsten das Geld dafür.“

Auch gereist wurde früher gerne. Am liebsten nach Bad Zwischenahn. „Wir sind immer um fünf Uhr morgens losgefahren, um auch noch viel vom Tag zu haben“, sagt der 92-Jährige. Vor Ort wurden dann laut Tochter Kerstin die Rhododendren bestaunt und geräucherter Aal gegessen. „Der schmeckte dort besonders gut“, stimmt Irene Hetkamp zu.

Ein Landgrundstück mit vielen Obstbäumen

Der Zusammenhalt innerhalb der Familie sei sehr groß. Tochter Kerstin erinnert sich an die Zeit, in der sie mit ihren Eltern und Großeltern zusammen in einem Haus in Dinslaken wohnte. „Wir haben uns schon immer umeinander gekümmert.“

Das große Landgrundstück war in Sachen Lebensmitteln sehr gut aufgestellt. Zahlreiche Obstbäume, Erdbeersträucher und vieles mehr sorgten für mehrere Hundert Einmachgläser im Keller. Auch zwei Schweine, Hühner, Gänse und Ziegen ließen zu, dass sich die Familie sehr gut selbst versorgen konnte.

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