Mobilitätswende

Oberhausener Betrieb präsentiert sich als „Klima-Leuchtturm“

Joachim Schultz (l.) erklärt den Zuhörern die Vorteile seines klimafreundlichen Fuhrparks. Illusionen sind nichts für den Geschäftsmann: „Es muss sich rechnen.“

Joachim Schultz (l.) erklärt den Zuhörern die Vorteile seines klimafreundlichen Fuhrparks. Illusionen sind nichts für den Geschäftsmann: „Es muss sich rechnen.“

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Unternehmer erkunden die Region nach klimafreundlichen Betrieben. Im Oberhausener Gewerbegebiet Lipperfeld entdecken sie Schultz Logistik.

Das Klima geht alle an. Und es hat Auswirkungen auf uns alle, auf Privatpersonen und Unternehmer gleichermaßen. Um auf die Auswirkungen und Herausforderungen, aber auch die wirtschaftlichen Chancen des Klimawandels aufmerksam zu machen, waren Unternehmer in der Region unterwegs, um sich „Klima-Leuchttürme“ anzusehen: vorbildliche Unternehmen wie die Oberhausener Firma Schultz Logistik im Gewerbegebiet Im Lipperfeld.

Schweißtreibende Besichtigung

Schweiß zeichnet sich an den Hemden ab, die lange Hose ist zwar üblich, aber keiner der Geschäftsleute auf der Klimatour macht den Eindruck, als sei er mit der Kleiderwahl zufrieden. Joachim Schultz, Chef der Oberhausener Logistikfirma, legt denn auch bei der Führung durch seinen Betrieb hohes Tempo vor – damit die vorbereiteten Getränke kalt bleiben. Er präsentiert den rund 25 Teilnehmern sein Blockheizkraftwerk und die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Eine Selbstverständlichkeit für besonders klimafreundliche Unternehmen.

Draußen vor der Halle dann das Kerngeschäft: Transport von Waren jeder Art. Und ab hier wird es für die Zuhörer und deren „Klima-Ohren“ interessant. Beim Anblick der großen Lkw-Zugmaschine folgt gleich mal der erste Dämpfer: „Der fährt mit Erdgas, weil die rein elektrische Lösung für schwere Sattelzüge für mich kaum möglich ist“, erklärt der Firmenchef.

Transporter fahren elektrisch

Die ersten Zuhörer verschränken die Arme. Grundsätzlich sei das für ihn eher die Zukunft, als die reinen Elektroantriebe, meint Schultz weiter. Neue Stromtrassen wolle bisher kein Bundesland gerne durch die heimische Flora planieren. Doch die Chance, Kohlenstoffdioxid einzusparen, sei da.

Neben dem Lkw stehen drei Transporter. „Wir setzen in unserer Firma seit fünf Jahren auf kurzen Strecken Elektro-Transporter ein.“ Das rechne sich längst, erklärt Joachim Schultz. Und die Organisatoren der Tour von der Industrie- und Handelskammer Essen sowie der Handwerkskammer Düsseldorf freut solche Sätze sehr. Weil die Wirkung auf Unternehmer eine andere ist, wenn sie Informationen aus erster Hand, von Unternehmer-Kollegen, erhalten.

Die Teilnehmer lassen sich auch den restlichen Fuhrpark erklären und nehmen als Fazit mit: Alles ändern, vom einen auf den anderen Tag, funktioniert nicht. Aber ausprobieren, das sollten Firmeninhaber auf alle Fälle, darauf pocht Joachim Schultz: „Kopf einschalten und Dinge tun, Fehler machen und Erfahrungen sammeln.“

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