Literatur

Oberhausener Autoverkäufer hat Erfolg mit Thriller-Roman

Markus Wallbaum mit seinem Buch „Absolute Kontrolle“.

Markus Wallbaum mit seinem Buch „Absolute Kontrolle“.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Im Mai veröffentlichte Markus Wallbaum sein Buch „Absolute Kontrolle“ im Selbstverlag. Bald liest er in Oberhausen erstmals vor Publikum.

Eigentlich ist Markus Wallbaum von Beruf Autoverkäufer, doch seit knapp einem halben Jahr darf er sich auch Schriftsteller nennen. „Absolute Kontrolle“ heißt der Roman, an dem der 49-Jährige zwei Jahre gearbeitet hat. Herausgekommen ist ein Thriller, indem es um die totale Überwachung der amerikanischen Bevölkerung geht. Mehr als 1500 Exemplare hat er nach eigenen Aussagen mittlerweile verkauft. Und das ohne einen Verlag oder eine Agentur im Rücken zu haben.

„Ich bekomme beste Kritiken und verkaufe das Buch auch mittlerweile bei mir im Autohaus“, sagt Markus Wallbaum, der bei einem VW-Händler in Oberhausen arbeitet, stolz über sein Werk. Veröffentlicht hat er es Anfang Mai im Selbstverlag über Amazon, wo es als E-Book herunterladbar ist oder als knapp 400-seitiges Taschenbuch „on demand“ bestellt werden kann.

Romanidee lag 20 Jahre in der Schublade

Worum geht es? Im Jahr 1976 wird die amerikanische Bevölkerung auf Geheiß der Regierung gegen des Ebola-Virus geimpft. Doch das Serum enthält auch einen Mikrochip, der heimlich allerhand Informationen über den Träger sammelt und mit denen sich bei Mordopfern etwa feststellen lässt, mit wem sie zuletzt Kontakt hatten. So steigt dank der Erfindung bis ins Jahr 2019 die Aufklärungsrate von Gewaltverbrechen auf 90 Prozent. Doch was passiert, wenn jemand hinter das Geheimnis der US-Regierung kommt? Wer nämlich um den Chip weiß, kann die „absolute Kontrolle“ über einen Menschen erlangen und Morde planen, ohne dabei aufzufallen.

So weit, so spannend ist das Thema des Romans, irgendwo zwischen George Orwell und Verschwörungstheorien um die US-Regierung. Die Idee dazu hatte Markus Wallbaum schon vor 20 Jahren. „Ich sollte meiner damaligen Lebenspartnerin abends eine Geschichte erzählen“, erinnert sich der Autor. Gesagt, getan und so erzählte er seiner Ex an zwei Abenden frank und frei, was die Basis seines heutigen Romans wurde. „Die Geschichte ist ja genial. Darüber musst du ein Buch schreiben“, soll die Geliebte gesagt haben. Doch die zwanzigseitige Handlungsskizze landete dann erst einmal in der Schublade.

Autorin ermunterte Markus Wallbaum selbst zu schreiben

Bis zu dem Tag, als er der Schriftstellerin Andrea Russo, die unter dem Pseudonym „Anne Barns“ Frauenromane schreibt, in Oberhausen ein neues Auto verkaufte und sie bat, seine Romanskizze zu lesen. „Sie tat es, war total begeistert und sagte: Du wirst jetzt Schriftsteller“, erzählt Wallbaum. „Ich hab sie erstmal nicht für voll genommen und gesagt: Schreib du doch das Buch.“

Es kam alles anders. Ermuntert durch die erfahrene Autorin setzte sich Markus Wallbaum in seiner Freizeit an den heimischen Schreibtisch und feilte an der Story. „Die Familie hatte zwischendurch schon mal unter meinen Launen zu leiden, wenn es beim Schreiben schwierig wurde“, erinnert der Vater zweier Töchter sich an die mitunter strapaziöse Arbeit am Roman.

Bis in die höchsten Etagen bei VW vorgedrungen

Die Mühe hat sich letztlich gelohnt. Seit Veröffentlichung von „Absolute Kontrolle“ freut sich Markus Wallbaum nicht nur über viele Käufer, die seinem Text eine Chance geben. Selbst bei seinem Arbeitgeber Volkswagen ist er bundesweit schon bis in die höchsten Etagen vorgedrungen. So habe der Chef des Marketing-Managements im VW-Aufsichtsrat bereits den Roman gekauft und um eine Signatur gebeten.

Einen Verlag hat Markus Wallbaum allerdings noch nicht in Sicht. Dafür soll aber eine erste Lesung vor Publikum demnächst in Oberhausen stattfinden. „Darauf freue ich mich schon.“

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