Masterplan Tourismus

Oberhausen will mit originellen Ideen mehr Touristen locken

Der Gasometer ist ein großer Publikumsmagnet in Oberhausen. Für dringend nötige Sanierung muss die Kulttonne im kommenden Jahr allerdings schließen.

Der Gasometer ist ein großer Publikumsmagnet in Oberhausen. Für dringend nötige Sanierung muss die Kulttonne im kommenden Jahr allerdings schließen.

Foto: Blossey

Oberhausen.  Kulissen für Instagram-Selfies, Kultur an merkwürdigen Orten, mehr Erlebnisse – Oberhausen soll nach Rat von Tourismus-Experten kreativer werden.

Die Stadt Oberhausen muss nach Auffassung von Touristik-Fachleuten mit mehr originellen Ideen punkten, wenn die Stadt deutlich mehr Touristen anlocken möchte.

Die Experten schlagen mehr Erlebnis-Inszenierungen beim Einkaufen in der Neuen Mitte, mehr Standorte für Handy-Selbstporträts und mehr Angebote für aktive Gruppen vor. Das Ziel ist gesteckt: Oberhausen will die nächste Rekordmarke knacken und in diesem Jahr mindestens 500.000 Übernachtungen in Oberhausens Unterkünften verbuchen.

Die Gästezahl steigt zwar stetig, doch bislang fehlt eine Strategie. Das soll sich mit dem Masterplan Tourismus ändern, den Stadt sowie Wirtschaftsförderung entwickeln. Zu einem ersten Treffen kamen knapp 80 Teilnehmer, Vertreter aus Politik, Rathaus, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft im Zentrum Altenberg zusammen.

Generation Instagram und Snapchat

470.000 Übernachtungen und 23 Millionen Besucher im Jahr alleine in der Neuen Mitte belegen, wie wichtig der Wirtschaftsfaktor Tourismus geworden ist. Auch im Vergleich zu den Nachbarstädten kann sich Oberhausen mit dem im Vergleich höchsten Zuwachs an Übernachtungen sehen lassen.

Sogar als „Boomtown“ bezeichnet Jan Kobernuß, Geschäftsführer der Tourismusberater Ift, die Stadt. Im Auftrag der Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung (OWT) begleitet die Ift Oberhausen bei der Erstellung ihres Masterplans. Aus seiner Sicht punktet Oberhausen hauptsächlich mit der Mischung aus Shopping und Entertainment.

Die Erfolgsgeschichte soll weitergehen. Aber wie? Indem die Stadt Nischen bedient wie das polnische Kattowitz, das sich als Mekka der E-Sport-Computerspieler entwickelt hat, wie Touristiker Frank Simoneit von der Fachhochschule Westküste erläutert.

Indem die Stadt Trends erkennt – und aufspringt, etwa attraktive Fotokulissen schafft für die Generation Instagram und Snapchat.

Indem sie unerwartete Orte bespielt, Kultur da stattfinden lässt, wo man nicht mit ihr rechnet.

Indem sie wie die österreichische Hauptstadt Wien den Handel mit „maximal flexiblen Öffnungszeiten“ stärkt. 39 Prozent der Deutschen interessierten sich für Shopping als Urlaubsaktivität.

Nach Auffassung der Experten wird zudem Erlebnisshopping immer attraktiver – und macht sogar dem Onlinehandel Konkurrenz. Centro-Manager Marcus Remark erinnerte an die recht erfolgreich am Centro gelaufene Ausstellung zur Kultserie „Game of Thrones“ – und kündigt für dieses Jahr weitere Entertainment-Events an.

Schwächen? Hat Oberhausen selbstverständlich auch. Aus Sicht der Experten könne sich die Stadt als Standort für Tagungen besser positionieren. Es fehlt zudem ein klares Profil. Das Tourismusbewusstsein in der Stadt könnte insgesamt viel stärker sein.

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