Krankenhaus

Oberhausen: Warum die KKO-Übernahme ihre Zeit dauert

Noch weist an den Häusern der Ameos-Gruppe nichts auf den neuen Betreiber hin. Das soll sich in den kommenden Monaten ändern.

Noch weist an den Häusern der Ameos-Gruppe nichts auf den neuen Betreiber hin. Das soll sich in den kommenden Monaten ändern.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Der neue Krankenhausbetreiber Ameos ist noch kaum sichtbar in Oberhausen - was durchaus zur Strategie der Übernahme gehört.

Rund acht Monate ist es her, seitdem die Schweizer Ameos-Gruppe das Bieterverfahren um die Übernahme des Katholischen Klinikums Oberhausen (KKO) gewonnen hat. Dass ein neuer Klinikbetreiber in der Stadt aktiv ist, ist für die Oberhausener seitdem kaum sichtbar – an den drei Klinikstandorten St. Clemens, St. Josef und St. Marien prangen weiterhin die alten Schriftzüge. Wann wird Ameos richtig in der Stadt angekommen sein?

Keine Übernahme im Hau-Ruck-Verfahren

„Es ist ein Unterschied, ob die gewachsenen Strukturen und Prozesse eines Unternehmens vor Ort respektiert werden oder der neue Eigentümer sein unternehmenseigenes System einfach ‚überstülpt‘. Letzteres ist nicht unser favorisierter Weg“, erklärte der stellvertretende Krankenhausdirektor Manuel Bäuerle zum Tempo der Übernahme. Man habe mit diesem „evolutorischen Ansatz“ bei vergangenen Übernahmen viele positive Erfahrung gemacht.

Ameos betreibt insgesamt rund 50 Einrichtungen in Deutschland, in NRW ist die Schweizer Holding bislang nur im Nordosten vertreten, in Bad Salzuflen und Lemgo. Die Investition in Oberhausen ist für das Unternehmen nicht nur der Fuß in die Tür des Ruhrgebiets, auch sind die drei Kliniken, drei Pflegezentren, die Pflegedienste und das Reha-Zentrum der ehemaligen KKO-Gruppe die ersten kirchlichen Einrichtungen im Ameos-Portfolio. Aufgrund dieser Größe des Katholischen Klinikums sei es besonders wichtig, die Übernahme nicht im Hau-Ruck-Verfahren durchzuführen und die Mitarbeiter mitzunehmen.

Was von den Ameos-Mitarbeitern erwartet wird

Die Mitarbeiter im medizinischen Bereich werden sich dabei wohl am wenigsten umgewöhnen müssen. Zwar will Ameos eigens standardisierte klinische Behandlungspfade in Oberhausen etablieren, die den „Dokumentationsaufwand erheblich vereinfachen sollen.“ Vorwiegend seien aber Bereiche wie die Verwaltung, Service, IT, Logistik sowie das Einkauf, das Finanzwesen vom sogenannten „Integrationsprozess“ betroffen.

Manuel Bäuerle ist nicht nur stellvertretender Direktor, sondern ist als Integrationsmanager auch verantwortlich für jenen Prozess der Anpassung und Umgewöhnung. Er bietet regelmäßige offene „Integrationssprechstunden“ an. Mitarbeiter sollen dort die Möglichkeit haben, „im geschützten Raum frei sprechen zu können“, formuliert es Bäuerle selbst. Von den Beschäftigten werde dabei das Einbringen eigener Ideen und Willen zur Veränderung erwartet.

Änderung der Außenbeschriftung wird noch dauern

Das Insolvenzverfahren wurde Ende April abgeschlossen, quasi zum Höhepunkt der Corona-Pandemie. Corona habe die Transformation von KKO zu Ameos aber „nur unwesentlich beeinträchtigt“, betont Bäuerle. Im Krankenhauswesen gilt die Größe eines Verbundes als entscheidender Faktor. Den Größenvorteil habe auch Ameos in der Krise nutzen können – etwa seien die Schutzmaterialien in Oberhausen durch die Möglichkeit des zentralen Einkaufs im großen Stil nicht knapp gewesen.

In den nächsten Monaten soll dann auch äußerlich mehr wahrnehmbar sein, dass Ameos im Ruhrgebiet sein Revier markiert hat, etwa durch die Veränderung der Außenbeschriftungen an den ehemaligen KKO-Häusern. „Wir planen, die Menschen hier im Ruhrgebiet in den Vordergrund zu stellen. Mit großflächigen Bildbannern, beleuchteten Aufstellern und großen Leuchtbuchstaben an den Fassaden und an den Eingängen der Einrichtungen“, teilte Bäuerle mit. Da für die größeren Objekte Baugenehmigungen zu beantragen und zum Teil neue Fundamente zu gießen seien, werde die Umgestaltung der insgesamt rund 200 Außenobjekte aber noch dauern.

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