Schule und Politik

Wunderschüler schalten den Oberbürgermeister ein

Lotta übergibt den Protestbrief der Kinder im Rathaus an Oberbürgermeister Daniel Schranz.

Lotta übergibt den Protestbrief der Kinder im Rathaus an Oberbürgermeister Daniel Schranz.

Foto: Kerstin Bögeholz

oberhausen.  27 Straßenbäume sollen für die Erneuerung der Straße gefällt werden. Das Grundschülerparlament überreicht im Rathaus einen Protestbrief.

27 größtenteils stattliche Bäume müssten an der Wunderstraße gefällt werden, wenn die Straße nach den bisher vorliegenden Plänen der Stadtverwaltung erneuert wird. In den Kreis der Gegner reihte sich jetzt auch das Schülerparlament der Grundschule der Wunderschule. Im Rathaus übergaben seine Vertreter dem Oberbürgermeister jetzt persönlich ein Protestschreiben.

„Die Bäume sollen bitte bleiben, weil sie uns Sauerstoff spenden“, heißt es unter anderem in dem Brief. „Wussten Sie, dass ein alter Baum Sauerstoff für 50 Menschen produziert?“, fragen die Kinder. Außerdem filterten die Bäume un­sere Luft und halten sie damit sau­berer. „Hätten Sie gedacht, dass ein großer Baum im Jahr bis zu 30.000 Liter Wasser speichern und reinigen kann?“, gaben sie dem Stadtoberhaupt zu bedenken. Die alten Platanen würden die Feuchtigkeit wieder an die Luft abgeben und sie damit abkühlen. Außerdem seien sie ein wichtiger Lebensraum für Tiere. „Ohne die Platanen wäre die Wunderstraße keine schöne Allee mehr und wir würden nur noch das Fabrikgebäude sehen“, heißt es weiter.

„Bitte tun Sie etwas, damit die Platanen nicht gefällt werden. Viele Eltern und Lehrerinnen haben schon unterschrieben. Sie sind der Oberbürgermeister und können uns vielleicht helfen.“

Schranz lobt den Einsatz der Kinder

„Ich finde es toll, das Ihr hier vorbeikommt und mir sagt, was Euch wichtig ist“, erwiderte Daniel Schranz den jungen Besuchern. Eine Stadt lebe schließlich davon, dass ihre Bewohner sich auch um die öffentlichen Angelegenheiten kümmerten.

Im Fall der Wunderstraße haben sich aber auch die gewählten Vertreter der Bürger, die Bezirksvertreter, quer gelegt. Sie vertagten die Angelegenheit im Sommer, gaben der Stadtverwaltung jede Menge Überlegungen mit, die es zu prüfen gilt. Ob es nämlich möglich ist, die Fahrbahn in Ordnung zu bringen, ohne die Bäume zu fällen.

Verwaltung: Bäume in mittelmäßigem Zustand

Allein 15 Bäume, so rechneten die Politiker damals vor, müssten fallen, nur um separate Parkbuchten anlegen zu können. Andere Überlegungen gingen dahin, aus der Straße eine Einbahnstraße zu machen oder den Durchgangsverkehr daraus zu verbannen. Dann aber müsste der Linienbus mindestens in einer Fahrtrichtung einen anderen Weg nehmen.

Die Straßenplaner der Stadtverwaltung hatten argumentiert, auch die Entwässerung funktioniere wegen der durch Baumwurzeln hochgedrückten Steine nicht mehr. Wegen des Busverkehrs müsse die Fahrbahn relativ breit geplant werden. Außerdem seien die Bäume in mittelmäßigem Zustand, und es werde ja Ersatz gepflanzt.

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