Gastronomie

Wie ein Computerexperte ein Café zum Erfolg bringt

Seit acht Jahren servieren Simone Sommer und Marcel Löschke im Oberhausener „Caféwerk an der Landwehr“ Frühstücksvariationen.

Foto: Jörg Schimmel

Seit acht Jahren servieren Simone Sommer und Marcel Löschke im Oberhausener „Caféwerk an der Landwehr“ Frühstücksvariationen. Foto: Jörg Schimmel

Styrum.   Vor acht Jahren übernahm Marcel Löschke das Café an der Landwehr. Nach harten Anfängen ist es heute ein beliebter Frühstückstreffpunkt.

Es duftet nach frischem Kaffee, Brötchen und Rührei – im „Caféwerk an der Landwehr“ warten die Gäste auf ihr Frühstück. Seit acht Jahren sorgt Marcel Löschke gemeinsam mit seiner Frau Simone Sommer und einer Mitarbeiterin dafür, dass es den Besuchern an nichts fehlt. Mit dem Caféwerk im familieneigenen Haus betrat der Mediengestalter und EDV-Kenner beruflich Neuland.

Überzeugungsarbeit geleistet

„Ich hatte eine Stellung bei Medion. Vor einigen Jahren habe ich mich dann selbstständig gemacht und bin in ein Büro in diesem Haus hier an der Landwehr eingezogen“, erinnert sich der 43-Jährige. Damals war es noch die EDV, mit der er seinen Lebensunterhalt verdienen wollte.

Gleich nebenan gab es schon damals ein Café. Dort sah er dann die Pächter kommen und gehen: „Wir hatten in kurzer Zeit zwei Pächter in der Gastronomie, die damals nur in einem großen Raum untergebracht war; damals noch unter dem Namen Landwehrcafé.“ Der häufige Wechsel habe dem Ruf erheblich geschadet; Gäste blieben aus. „Mein Vater und ich haben überlegt, wie es weitergehen soll. Ich habe dann das Café übernommen und es mit meinem Vater neu geplant“, sagt Löschke.

Das erste Jahr aber sei knochenhart gewesen: „Da bin ich beruflich auch noch zweigleisig gefahren. In der ersten Zeit gab es viel Frust, weil auch wir mit dem schlechten Ruf kämpfen mussten.“ Ein erster Erfolg bringender Schritt war die Namensänderung: Aus „Landwehrcafé“ wurde „Caféwerk“.

Schon immer war ein wesentliches Standbein des Cafés die Ausrichtung von Rauen und Familienfeiern. Löschke erinnert sich: „Ich musste anfangs vor allem bei den Bestattern Überzeugungsarbeit leisten und ein ganz neues Netzwerk aufbauen.“ Nach gut zwei Jahren aber habe die Arbeit Früchte getragen: „Die Leute waren zufrieden und kamen immer wieder. Heute haben wir sehr viele Stammgäste. Das ist super, man lernt die Leute auch besser kennen.“

Baustelle bescherte Probleme

Auch die Inneneinrichtung hat Marcel Löschke zusammengestellt – schlicht, modern und doch gemütlich mit ausreichend Platz für die Gäste. Längst hat sich das Paar auf Frühstücksvariationen spezialisiert, serviert aber zu Feiern auch Buffets und richtet nach wie vor Rauen aus: „Auch wenn mancher junge Menschen das Wort kaum mehr kennt, so gibt es doch noch immer viele Rauen, zumal drei Friedhöfe in unserer unmittelbaren Nähe liegen.“

Heute ist der Familienvater mit der Situation zufrieden, doch es gab auch härtere Zeiten: „Als vor einigen Jahre hier über mehr als ein Jahr eine riesige Baustelle war, bekamen wir mächtige Probleme. Da musste ich ans Gesparte, sonst hätten wir das nicht geschafft.“ Der Mittagstisch, der bis dahin noch auf der Speisenkarte stand, ist ein Opfer der Großbaustelle geworden, sagt der 43-Jährige: „Aber derzeit macht es uns sehr viel Spaß und es darf gern so weitergehen!“

>>>INFO: Raue – Leichenschmaus

Raue ist ein Ausdruck für einen Leichenschmaus, also das gemeinsame Speisen nach einer Beisetzung. Die weltweite Sitte ist bereits aus urgeschichtlicher Zeit bekannt und das am weitesten verbreitete Begräbnis-Ritual.Es soll im Gedenken an den Toten stattfinden und den Rahmen bieten, in dem Geschichten rund um den Toten erzählt werden können. Die dabei oft entstehende Heiterkeit kann helfen, mit der Trauerarbeit zu beginnen.

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