Straßenausbau

Weiterhin heftiger Unmut an der Werdener Straße

Über 50 Anwohner kamen zum Ortstermin mit Bezirksbürgermeisterin Dorothee Radtke zur geplanten Erneuerung von Werdener und Kettwiger Straße. Sie lieferten sich heftige Diskussionen mit Straßenplanerin Sabine Janclas und Kanalplaner Martin Schulze.

Über 50 Anwohner kamen zum Ortstermin mit Bezirksbürgermeisterin Dorothee Radtke zur geplanten Erneuerung von Werdener und Kettwiger Straße. Sie lieferten sich heftige Diskussionen mit Straßenplanerin Sabine Janclas und Kanalplaner Martin Schulze.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  Über 50 Anwohner kamen zum Ortstermin mit Bezirksbürgermeisterin Dorothee Radtke. Sie verlangen eine möglichst preisgünstige Fahrbahnerneuerung.

Der Groll vom November, als die Stadt erstmals ihre Ausbaupläne für Werdener und Kettwiger Straße den Bürgern vorstellte (wir berichteten), war auch am Dienstag nicht verschwunden. Bezirksbürgermeisterin Dorothee Radtke hatte zum Ortstermin eingeladen. Über 50 Bürger waren gekommen. Sie lieferten sich heftige Diskussionen mit Straßenplanerin Sabine Janclas von der Stadtverwaltung und Kanalplaner Martin Schulze von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO).

Ab Herbst 2020 soll das Viertel eine gepflasterte Spielstraße mit einzeln markierten Parkplätzen und Bäumen erhalten. Mehr als die Hälfte der Baukosten von rund 1,3 Millionen Euro sollen auf die Anwohner umgelegt werden. Eine vorherige Kanalerneuerung findet nicht statt.

Misstrauen gegenüber der Stadt

Wenn es nach den Anwohnern geht, erhalten beide Straßen nur dort, wo es nötig ist, zwar eine neue Fahrbahndecke, aber nach dem preiswertesten Standard, der möglich ist. Vorher aber würde geklärt, ob gegen Wasser in den Kellern etlicher Häuser nach starkem Regen ein besserer Schutz im Kanalsystem möglich ist. Jeden zusätzlichen, die Kosten treibenden Aufwand lehnen die meisten Anwohner ab, also Bäume und auch eine mehrfarbige Pflasterung der Straße.

Nach wie vor ist das Misstrauen gegenüber der Stadt groß. Da war von einer „Alibiveranstaltung“ die Rede, machte der Vorwurf die Runde, die Kosten wären der Verwaltung völlig gleichgültig. Die Bürger müssten ja ohnehin jeden Betrag bezahlen, ohne vorher genau Aufschluss darüber zu erhalten. Ein Bürger emp­fahl sogar, bei der nächsten Kommunalwahl 2020 geschlossen rechtsextrem zu wählen, um Protest zum Ausdruck zu bringen.

Einzeltermine mit den Wirtschaftsbetrieben

Was im Detail verhandelt wurde, bekam nur mit, wer unmittelbar im kleinen Kreis bei Radtke, Janclas und Schulze stand. Die Vertreter der Stadt rechtfertigten sich dort, es gebe vorgegebene Standards für einen zeitgemäßen Straßenausbau. Allerdings hat die benachbarte Frintroper Straße auch eine einfache Asphaltdecke erhalten. Mit Bürgern, die Probleme mit Wasser im Keller haben, wollen die WBO Einzeltermine machen. Die Bezirksbürgermeisterin kündigte eine erneute Bürgerversammlung zum Thema an.

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