Ideenwerkstatt

Vorrang für Marktstraßen-Passanten vor kreuzenden Autos

Ein neuer Platz am Schnittpunkt von Havenstein-/Wörth- und Marktstraße – viele Oberhausener Autofahrer werden das wohl skeptisch sehen.

Ein neuer Platz am Schnittpunkt von Havenstein-/Wörth- und Marktstraße – viele Oberhausener Autofahrer werden das wohl skeptisch sehen.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Der Workshop angehender Architekten und Raumplaner sorgte zu Ostern für viel Aufsehen. Sie haben noch eine weitere Idee parat.

Als kurz vor Ostern Studenten von vier NRW-Hochschulen in Oberhausen ihren mehrtägigen Workshop zur City-Zukunft starteten, stellten sie im „Supermarkt der Ideen“ an der Goebenstraße zahlreiche Gestaltungsvorschläge zur künftigen Innenstadtentwicklung vor.

Den angehenden Architekten und Raumplanern aus Dortmund, Köln und Aachen – die meisten von ihnen waren erstmals in Oberhausen – fiel die Marktstraße als lange Einkaufs-Achse dabei besonders ins Auge. Und sie hatten sogleich einen ungewöhnlichen Vorschlag parat, der es in sich hat: Der Schnittpunkt der Marktstraße mit der Havenstein- bzw. Wörthstraße sollte zu einem Platz umgebaut werden.

Die Idee der Studierenden: Der Pkw-Verkehr soll hier zwar weiter die Einkaufsachse kreuzen können, das aber nur im Schritt-Tempo. Die Passanten sollen eindeutig Vorrang erhalten und dies soll auch in einer entsprechenden Platzgestaltung sichtbar werden.

Mit Hilfe einer solchen Platzgestaltung an der Havenstein-/Wörthstraße, so lautet die Argumentation der Workshop-Teilnehmer, würden die Einkäufer auf der Marktstraße hier nicht mehr länger an der Ampel bei Rotlicht auf den kreuzenden Autoverkehr warten müssen; die Aufenthalts- und Shoppingqualität in der City von Alt-Oberhausen würde sich so spürbar verbessern.

Querungen werden asphaltiert

Ähnlich, so die Studierenden, sollen auch die anderen Marktstraße-Schnittpunkte von Autoverkehr und Fußgängern ausgelegt werden, zum Beispiel in Höhe der Goebenstraße oder Düppelstraße, wo ja auch ständig zahlreiche Autos unterwegs sind und in Alltagssituationen oft nicht klar ist, ob nun Auto oder Passant Vorrang hat.

An diesen kleineren Schnittstellen in Höhe von Goeben-, Düppel- oder auch Gewerkschaftsstraße wird es in absehbarer Zeit nun sogar zu einer Lösung in Richtung der Studenten-Vorschläge kommen, denn das hier besonders marode Marktstraßen-Pflaster verschwindet, die Querungen werden asphaltiert und so gestaltet, dass die Passanten klar Priorität genießen. Diese Neuerungen waren allerdings schon vor der jüngsten Studenten-Visite geplant.

Mehr Grün, mehr Sitzflächen

Zudem plädieren die künftigen Architekten und Raumplaner für deutliche mehr Grün auf der Marktstraße und für Sitzgelegenheiten zum Ausruhen und Verweilen. All diese Anregungen wurden im Supermarkt der Ideen im Detail diskutiert. Im Juli wollen die Studenten der Fachhochschule Dortmund, der Technischen Universität Dortmund, der Technischen Hochschule Köln und der RWTH Aachen bei einer weiteren Visite in Oberhausen ihre Ergebnisse zusammengefasst darstellen und dazu eine Dokumentation vorlegen.

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