Adventszeit

Stimmungsvoller Aufbruch in die besinnliche Jahreszeit

Tonia Reddant (li.) und Dorothea Frahn zeigten im In Hostel Veritas handgestrickte Wollmützen.

Tonia Reddant (li.) und Dorothea Frahn zeigten im In Hostel Veritas handgestrickte Wollmützen.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Überall in Oberhausen läuteten Advents- und Weihnachtsmärkte die Vorweihnachtszeit ein. In Haus Ripshorst und im In Hostel Veritas stand das Besondere im Mittelpunkt

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Die Adventszeit ist angebrochen. Überall im Stadtgebiet finden in diesen Tagen Advents- und Weihnachtsmärkte sowie -basare statt. Einigen von ihnen hat die Redaktion am vergangenen Wochenende einen Besuch abgestattet.

Der Rauch einer Räucherkerze erfüllte Samstagnachmittag den Raum der kleinen Cafeteria im Haus Ripshorst. Erstmals bestritt der Gelsenkirchener Verein Der Ziegenmichel dort einen naturnah ausgerichteten Adventsbasar.

Ungewöhnlich dabei waren die mittelalterlichen Klänge von Barde Andronikus. Er beherrschte sowohl die Harfe als auch nahezu ausgestorbene Instrumente wie Hackbrett und Cister, eine Art Gitarre.

Eine ganze Tischfront nahmen Weihnachtssterne mit ihren prächtigen roten Blättern ein. Ziegenmichel-Mitstreiterin Sabine Müller erklärte einer Besucherin, worauf sie dabei achten sollte: „Wenn bei Weihnachtssternen der Blütenansatz noch vorhanden ist, bilden sie auch ein zweites Mal Blätter aus und halten sich damit den ganzen Winter über.“

Brot und Marmelade

Eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter hatte auf dem Basar Brot und Marmelade eingekauft. „Haus Ripshorst ist ein schönes Ausflugsziel. Wenn hier etwas angeboten wird, sind es meist Produkte aus der Region“, sagte sie.

Während der Barde Weihnachtslieder anstimmte, erläuterte Stefanie Tietze, Pressesprecherin der Gelsenkirchener, das Angebot des Basars. „Wir sind ja ein freier Träger der Kinder- und Jugendarbeit und betreiben zwei Integrationscafés.“ In der eigenen kleinen Konditorei seien die angebotenen Stollen und die Marmelade entstanden, sei Vollkorndinkelbrot gebacken worden.

Außerdem gab es verschiedene Öle und Salze sowie Adventskränze zu kaufen, aber auch Kaffee aus eigener Röstung, wie Tietze betonte. Von auswärts waren österreichische Weine, Käse aus dem Allgäu und Wurstwaren aus Südtirol eingekauft worden, alles aus biologischer Erzeugung.

Für nachhaltige Bildung

Mit der Resonanz bei den Besuchern war man am Samstag zufrieden. Der Basar sollte am Sonntag fortgesetzt werden. Im nächsten Jahr wird er wiederholt. Den Erlös will der Verein seinen Zielen zugute kommen lassen: Menschen mit Benachteiligungen will er außerschulisches Lernen und nachhaltige Bildung ermöglichen.

Hochwertiges und Ausgefallenes anzubieten, das hatte sich am Sonntag auch der Art-Vent-Markt im In Hostel Veritas an der Essener Straße zum Ziel gesetzt. Er findet immer am Ersten Advent statt. 14 Aussteller waren aufgeboten, dazu DJ-Musik im Disco-Sound. Wer als Besucher kam, konnte sich sogar draußen an offenen Tischfeuern aufwärmen. Trotz des mäßigen Wetters war man auch hier mit der Resonanz zufrieden.

Mausefallen als Mini-Klemmbretter, kuriose Grußkarten („Frohe Schweihnachten“) oder als Schweineschnauzen gestaltete Um­randungen für Steckdosen, das gehörte zum Angebot von Henriette Abraham und ihrem Mann Paul aus der Stadtmitte. Letzterer steuerte die handwerklichen Arbeiten dazu bei.

Nur wenig mehr als die Materialkosten erlöst Dorothea Frahn aus Königshardt mit ihren handgestrickten Wollmützen und Schals. Zum Beispiel mit einem seidenweichen Schal aus Seide und Mohair-Wolle, an den sie Fransen aus Wildleder angeknüpft hat.

Brothäppchen für die Salzbutter

Eine Frau interessierte sich in Begleitung ihrer Tochter für Gewürzsalze, die es an einem Stand zusammen mit Konfitüre und Fruchtessig in kleinen Gläsern und Fläschchen gab. Vor ihr standen Proben mit angerührter Salzbutter. Mit einem Brothäppchen konnte man davon probieren. Sie erkundigte sich bei der Verkäuferin nach der Menge. „Auf ein halbes Pfund Butter einen halben Teelöffel“, antwortete ihr die Verkäuferin.

Susanne Karg und ihr Partner teilten sich einen Teller mit Pommer Frites. „Wir haben schon am Stand vom Zonta-Club Plätzchen erstanden“, erklärte sie. „Die Veranstaltungen hier sind immer gut“, ergänzte ihr Partner.

Silke Schneegans aus Ratingen war wegen der besonderen Atmosphäre gekommen. „Die Leute sind unverstellt. Das ist das Schöne im Ruhrgebiet“, erklärte sie, während sie an einem würzig duftenden Glühwein nippte.

>>DIE NATUR NÄHER BRINGEN

Haus Ripshorst, Ripshorster Straße 306, hat sich zum Ziel gesetzt, den Menschen im Ballungsraum die Natur näherzubringen, das Verständnis vom Funktionieren des Ökosystems.

Touristen will das In Hostel Veritas, Essener Straße 259, auf preiswerte Art ermöglichen, die Attraktionen des Ruhrgebiets und seinen typischen Menschenschlag kennenzulernen.

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