Angebote für Kinder

Spenden für den Spielplatz in Oberhausen-Lirich gesucht

Wollen in Lirich etwas bewegen: (v.li.) Pfarrer Kay Sandrock, Sozialarbeiterin Daniela Heimlich, Bruno Zbick, Pfarrer Ulrich Samse vom Rotary-Club und die beiden Erzieherinnen Michelle Hauf und Katharina Steinbeck bei der Einweihung im Pauluspark.

Foto: Gerd Wallhorn

Wollen in Lirich etwas bewegen: (v.li.) Pfarrer Kay Sandrock, Sozialarbeiterin Daniela Heimlich, Bruno Zbick, Pfarrer Ulrich Samse vom Rotary-Club und die beiden Erzieherinnen Michelle Hauf und Katharina Steinbeck bei der Einweihung im Pauluspark. Foto: Gerd Wallhorn

Lirich.   Nirgendwo in Oberhausen gibt es so viele Kinder von Zuwanderern wie in Lirich. Neue Spielplatzangebote sind im Stadtteil besonders wichtig

Im Pauluspark an der Duisburger Straße tut sich etwas. Vor allem die Familien vor Ort dürfte das freuen: Die evangelische Emmaus-Gemeinde ist dabei, den Spielplatz zwischen Pauluskirche und Jugendtreff neu zu gestalten.

Am Mittwoch luden die Verantwortlichen zur Freigabe des ersten von drei geplanten neuen Spielgeräten ein. „Hier wird kein klassischer Spielplatz mit Rutsche und Schaukel entstehen“, sagte Pfarrer Kay Sandrock. Neben dem frisch eingeweihten Spielgerät für Kleinkinder sollen Kletterparcours und Drehkreisel auch größere Kinder anlocken.

Alter Spielplatz vor zwei Jahren abgerissen

Der alte Spielplatz auf dem Gemeindegelände ist 2015 abgerissen worden, nachdem er immer wieder Opfer von Vandalismus war. Kay Sandrock plant seitdem den Wiederaufbau – diesmal mit robusteren Geräten. Dafür sammelt die Gemeinde fleißig Spenden. „Angefangen hat alles mit einem Spendenlauf“, erinnert er sich. Insgesamt kamen so bereits 9500 der benötigten 28 000 Euro zusammen.

Rotary Club großzügig

Besonders großzügig zeigten sich die Oberhausener Rotary Clubs: Der Rotary Club Antony Hütte unterstützte das Projekt mit 5000 Euro und hat das erste Spielgerät damit komplett finanziert. Noch fehlen aber Spenden, damit es mit der Fertigstellung bis Jahresende klappt.

Die Kinder des Liricher Flüchtlingskindergartens nutzen den Spielplatz bereits mit großer Begeisterung. Die Erzieherinnen sind froh über das Angebot, denn sie stehen vor völlig neuen Herausforderungen. „Die Kinder sprechen meist kein Wort Deutsch und haben viele Ängste“, sagt Erzieherin Michelle Hauf. Im Spiel und in der Bewegung machten sie schnelle Fortschritte. „Wir freuen uns schon riesig, wenn ein Kind das erste Mal „danke schön“ sagt“, erzählte sie. Auch für die Ferienspiele soll die Spielfläche genutzt werden.

Unterstützung dringend benötigt

„Uns gefiel die Idee, Flüchtlingsun­terstützung und Stadtteilarbeit zu verbinden“, sagte Ulrich Samse, Präsident des Rotary-Clubs Antony-Hütte. Denn Lirich gilt als Problemstadtteil: Jeder Fünfte hier hat einen Migrationshintergrund – und das führt immer wieder zu Problemen.

Zunehmende Abschottung von Zuwanderern

Dazu kommt, dass direkt in Lirich gleich zwei Flüchtlingsunterkünfte stehen. Sozialarbeiterin Daniela Heimlich beobachtet immer wieder, wie sich Migranten zunehmend abschotten und kaum am öffentlichen Leben teilnehmen. „Meist sind die Männer das Problem. Sie erlauben ihren Frauen zum Beispiel nicht, ihre Kinder zu uns in den Kindergarten zu bringen“, erzählte sie.

Die angespannte Lage ist auch an den Ergebnissen der Landtagswahl am letzten Sonntag deutlich zu erkennen: Nur jeder zweite Liricher ging überhaupt zur Wahl und die AfD fuhr mit 16,1 Prozent in Lirich-Nord ihr bestes Ergebnis im ganzen Stadtgebiet ein. „Der Schock vom Wahlsonntag motiviert uns umso mehr, hier etwas zu bewegen“, sagte Pfarrer Sandrock.

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