JUBILÄUM

Schmuckes Heft würdigt 40 Jahre Wohnpark an der Bebelstraße

Schmuckes Heft parat (v.li.): Torsten Krampe, Janine Verbeeten (beide Sparkasse) , Ulrich Tappe (Brack Capitol Properties), Yvonne Grupe (Mieterbüro), André Wilger (Geschichtswerkstatt) und Uwe Wilzewski (Stadt Oberhausen).

Schmuckes Heft parat (v.li.): Torsten Krampe, Janine Verbeeten (beide Sparkasse) , Ulrich Tappe (Brack Capitol Properties), Yvonne Grupe (Mieterbüro), André Wilger (Geschichtswerkstatt) und Uwe Wilzewski (Stadt Oberhausen).

Foto: Gerd Wallhorn

OBERHAUSEN.   André Wilger (Geschichtswerkstatt) taucht tief in das facettenreiche Thema ein. Auf über 70 Seiten geht es um Wohnen und Leben an der Bebelstraße.

Die City West – das war eine der zentralen Stadtentwicklungs-Ideen für Oberhausen in den 1970er Jahren. Im Zuge dieses Projekts entstand ab November des Jahres 1974 die große Wohnanlage an der Bebelstraße, die heute 475 Wohnungen bietet und rund 1700 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, eine Heimat bietet.

„40 Jahre Wohnen an der Bebel­straße“ – eine schmucke, druckfrische Publikation aus der Feder von André Wilger schildert nun die facettenreiche und nicht immer krisenfreie Entwicklung dieses markanten Teils des Oberhausener Stadtgebiets. André Wilger hat sich für das über 70 Seiten starke Heft tief in das Thema eingearbeitet. Auch zahlreiche Illustrationen zählen zur Gestaltung, was das Lesespaß nochmals steigert.

Erste Häuser waren im Jahr 1976 bezugsfertig

Nach dem Baustart Ende 1974 waren die ersten Häuser bereits 1976 bezugsfertig – und die Wohnungen an der Bebelstraße waren damals heiß begehrt: versetzbare Wände, eine großer autofreier Bereich direkt an den Häusern, für damalige Verhältnisse großzügig bemessene Wohnflächen, teils sogar über 100 Quadratmeter groß – das Wohnen an dieser Adresse wurde zum lokalen Hit.

Jahre später stellten sich die Probleme ein. Der Skandal um die gewerkschaftseigene „Neue Heimat“ erschütterte die Immobilienbranche, die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) übernahm die Wohnanlage und „hatte ebenfalls kein glückliches Händchen“, wie André Wilger erläutert: „Die LEG achtete nicht auf eine gute Durchmischung der Mieterschaft. Der Ruf der Wohnanlage wurde fortan immer schlechter. Zahlreiche Leerstände und Wegzüge prägten den Alltag an der Bebelstraße.“

AWO eröffnete schon in den 1990-er Jahren Mieterbüro

Doch die Wohnanlage fand auch schnell Unterstützer, um eine Trendwende einzuleiten: Bereits in den 1990er Jahren unterhielt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein Mieterbüro an der Bebelstraße. Das Zentrum für Ausbildung und berufliche Qualifikation (ZAQ) machte die Bebelstraße zum Projektstandort. Der „Koordinierungskreis City West“ bündelte und plante frühzeitig die Sozialarbeit in der Wohnanlage.

Ein verlässlicher Ansprechpartner

Als im März 2008 „Brack Capital Properties“ den Wohnpark kaufte, stieß das zunächst auf Skepsis, weil viele Beobachter eine Heuschrecke vermuteten. Doch diese Befürchtungen zerstreuten sich schnell, da sich der neue Investor fortan um die Wohnungen kümmerte, Modernisierungen einleitete und seitdem als verlässlicher Ansprechpartner präsent ist.

All diese Kapitel beschreibt das neue Heft in vielen lesenswerten Details. Immer wieder geht es dabei auch um die konstruktive, kontinuierliche Zusammenarbeit, die an der Bebelstraße gepflegt wird: von der Kindertagesstätte City West über die Concordiaschule bis zum Jugendclub „Courage“. Ein wichtiger Ansprechpartner ist das Team des Mieterbüros unter Leitung von Yvonne Grupe, die sich über immer weniger Leerstände, eine geringere Mieter-Fluktuation und zurückgehenden Vandalismus freut.

„Unabsehbare Sandflächen, nur hier und da ein Wald“

Wer sich für lokale Stadtgeschichte(n) und vor allem auch für das Wohnen in Oberhausen interessiert, findet in der ansprechenden Publikation viele spannende Infos und sogar manchen Überraschungs-Effekt.

Dass auf Seite 13 ein Porträt von Annette von Droste-Hülshoff zu sehen ist, verblüfft beim ersten Blättern, ist aber schnell erklärt: Die Dichterin beschrieb die Gegend um den heutigen Wohnpark anno 1824 und schilderte „unabsehbare Sandflächen, nur am Horizont hier und da von kleinen Waldungen unterbrochen“.

>>> In Geschichtswerkstatt und Bürgerbüro erhältlich

„Brack Capital Properties“, die Sparkassen-Bürgerstiftung und der Verfügungsfonds Lirich haben die Erarbeitung und den Druck des neuen Heftes finanziell gefördert.

Das Heft ist im Büro der Geschichtswerkstatt auf dem Altenberg-Gelände und im Mieterbüro des Wohnparks Bebelstraße erhältlich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben