Kunsthandwerkmarkt

„Kunstbaustelle“ lockt in Oberhausen viele Besucher an

Die „Kunstbaustelle“ der Jugendwerkstatt hat sich zum Anziehungspunkt im Stadtteil entwickelt. Von Mal zu Mal strömen mehr Besucher zu dem Kunsthandwerk-Markt. Fotos:Kerstin Bögeholz

Die „Kunstbaustelle“ der Jugendwerkstatt hat sich zum Anziehungspunkt im Stadtteil entwickelt. Von Mal zu Mal strömen mehr Besucher zu dem Kunsthandwerk-Markt. Fotos:Kerstin Bögeholz

oberhausen.   Deko-Objekte aus der Jugendwerkstatt der Ruhrwerkstatt sind beliebt. Zweimal jährlich findet die Ausstellung statt. Sie mausert sich zum Stadtteiltreff.

Schon bevor sich die Pforte öffnete, versammelte sich eine kleine Menschentraube auf der Straße – und das, obwohl die Temperaturen nicht gerade zum Plausch im Freien einluden: „Kunstbaustelle“ hieß es am Mittwochnachmittag mal wieder in der Jugendwerkstatt der Ruhrwerkstatt an der Akazienstraße 77. Und kaum einer ging am Ende raus, ohne eine Holzskulptur, eine Metallarbeit oder eine adventliche Deko mit nach Hause zu nehmen, die dort von den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen im Rahmen ihrer Berufsvorbereitung gestaltet werden.

Berufliche Orientierung und mehr

Die ersten Besucher des Nachmittags durften sich über eine besondere Begrüßung freuen: In sieben Sprachen hießen Teilnehmer der Jugendwerkstatt sie willkommen. „Wir haben hier in diesem Jahr sieben unterschiedliche Nationen unter unseren 24 Teilnehmern“, erklärte Sozialpädagogin Rita Kuhlmann – darunter Tschetschenen, Bulgaren, Syrer, Rumänen, Kurden und Thailänder.

„Einige von ihnen sind erst seit drei Jahren in Deutschland und werden hier auch sprachlich noch ein bisschen fit gemacht.“ Seit September besuchen sie die Jugendwerkstatt der Styrumer Bildungseinrichtung und haben schon die ersten handwerklichen Fähigkeiten erworben – in den Bereichen Holz, Metall oder Floristik.

„Das macht die Jugendlichen richtig stolz“

Ein Jahr lang werden sie dort geschult – vor allem handwerklich, aber nicht nur: „Die meisten haben keinen schulischen Abschluss und oft fehlen ihnen auch berufliche Orientierung und soziale Kompetenzen“, erklärt Rita Kuhlmann. Die Verkaufsausstellung „Kunstbaustelle“ biete ihnen die Möglichkeit, sich mal von einer anderen Seite zu präsentieren – mit dem, was sie in so kurzer Zeit schon geschaffen haben. Viel kreativ Recyceltes gab’s in Innenhof und Werkstätten zu entdecken – und schon bald hatte sich eine Schlange an der Kasse gebildet: „Das hat sich inzwischen im Stadtteil rumgesprochen – und sogar darüber hinaus“, freut sich Sozialpädagogin Daniela Engbrox über den von Mal zu Mal wachsenden Ansturm.

Und während die einen Adventskränze, Holzelche oder schräge Vögel aus Metall begutachteten, wärmten sich andere vor der Feuertonne auf oder hielten bei heißem Tee oder Kaffee einen Plausch an den hübsch mit Kerzen und Windlichtern dekorierten Stehtischen im Innenhof.

Die Einnahmen des mittlerweile jährlich zweimal stattfindenden Kreativ- und Handwerkmarktes kommen dann wieder gemeinsamen Aktivitäten der Jugendwerkstatt zugute: „Davon können wir Ausflüge oder Theaterbesuche finanzieren oder mal gemeinsam Essen gehen“, sagt Rita Kuhlmann. „Das macht die Jugendlichen richtig stolz, dass sie sich das selbst erarbeitet haben.“

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