ENGAGEMENT

Knappeninitiative Oberhausen-Ost rettet sich vor dem Aus

Startklar für die Knappeninitiative: Jörg Platzek, Josef Bergmann, Thomas Böhne und Bahman Ansari blicken optimistisch auf 2019.

Startklar für die Knappeninitiative: Jörg Platzek, Josef Bergmann, Thomas Böhne und Bahman Ansari blicken optimistisch auf 2019.

Foto: Tamara Ramos

Oberhausen/Knappenviertel.  Die Knappeninitiative hat einen neuer Vorstand gefunden – und so bleibt das große Engagement für den Stadtteil glücklicherweise erhalten.

Sie hat noch einmal die Kurve gekriegt, die Knappeninitiative, die Werbegemeinschaft im Oberhausener Osten. Als im November Jürgen Schnug als Vorsitzender und Hannes Schlaghecke als sein Stellvertreter nicht mehr zur Wiederwahl standen, fanden sich zunächst keine Nachfolger. Ein Jahr vor ihrem 20-jährigen Bestehen wäre das ihr Ende gewesen. Aber dann erklärten sich doch Thomas Böhne, Inhaber einer Druckerei, und der Apotheker Bahman Ansari bereit, die Aufgabe zu übernehmen.

„Wir waren zwar schon im Gespräch, hatten uns aber etwas Bedenkzeit erbeten“, sagt Böhne. „Ich hab’ ja gesehen, was Jürgen Schnug geleistet hat.“ Das habe ihn eigentlich eher abgehalten, gesteht er. Auch der neue Vorstand der Werbegemeinschaft hat sich jedenfalls vorgenommen, die Lasten auf mehrere Schultern zu verteilen.

Übers Kanppenviertel ausgedehnt

Jörg Platzek, Leiter der örtlichen Sparkassen-Filiale, ist als Geschäftsführer wieder mit von der Partie. Dankbar sind Böhne und Ansari auch für die Mitarbeit von Josef Bergmann von „Haus Abendfrieden“ als Kassierer. Er ist neu im Vorstand, kann seinen Kollegen vielleicht einige Schreibarbeiten abnehmen.

Über das Knappenviertel im engeren Sinne hat sich die Werbegemeinschaft damit längst ausgedehnt. Selbst das Evangelische Krankenhaus Oberhausen (EKO) ist ja Mitglied. Gemeinsam ist allen 57 Mitgliedern, dass sie das öffentliche Leben östlich der Mülheimer Straße und entlang der Falkensteinstraße bereichern wollen, damit es als Wohngebiet und für den Einzelhandel attraktiv bleibt.

Wie stark sich die Konkurrenz des Internet-Handels in Zukunft auswirken wird, wissen die örtlichen Geschäftsleute ja nicht. Auf jeden Fall wollen sie ihm vor Ort etwas entgegensetzen. „Ich war immer aus sozialen Gründen Mitglied der Knappeninitiative“, sagt Thomas Böhne. Denn seine Druckerei an der Rolandstraße ist ja kein Einzelhandelsbetrieb, lebt auch nicht nur von Kunden aus dem näheren Umkreis. „Das Netzwerk, das wir alle zusammen bilden, ist wichtig“, sagt der Diplom-Ingenieur. Ohne Einzelhandel im Stadtosten würde es dort auch viel weniger Ausbildungsplätze geben. „Ich möchte aufzeigen: Handwerk hat goldenen Boden“, sagt Böhne.

Möglichst viel vor Ort erledigen können

Bahman Ansari ist vor allem stark daran interessiert, dass die Menschen im östlichen Stadtgebiet möglichst viele Erledigungen vor Ort machen können. Er hat die Falkenstein-Apotheke an der Falkensteinstraße und die Vennepoth-Apotheke an der Mellinghofer Straße übernommen.

„Unsere Stärken sind unser Beratungsservice, die kurzen Lieferwege und der persönliche Kontakt“, sagen die beiden Geschäftsleute. So sei es ihm, Böhne, gelungen, einem jungen Mann, der zunächst gar nicht viel mit sich anzufangen wusste, in eine Tätigkeit als Programmierer zu vermitteln. Dessen Fähigkeiten habe man erst entdecken müssen. „Das schafft kein Arbeitsamt“ sagt er. Aber ein Praktikum in einem kleinen Betrieb.

Großer Dank an Jürgen Schnug

Dankbar sind Böhne und Ansari dafür, dass Jürgen Schnug das Forum Oberhausen-Ost ins Leben gerufen hat, das sich um Belange wie die Zukunft der Ex-Hauptschule St. Michael kümmert.

Im neuen Magazin „Knapp’n-Report“, dessen 75. Ausgabe in 3000 Exemplaren Ende Januar wieder erscheint, wird das Thema Sicherheit im Stadtosten im Mittelpunkt stehen. Auch der Termin für das nächste Knappenfest steht schon fest: der 15. Juni 2019.

Neuer Vorstand mit langjähriger Berufserfahrung

Thomas Böhne (52) ist in Düsseldorf geboren und aufgewachsen. Heute lebt er in Mülheim/Ruhr, direkt an der Grenze zu Oberhausen. Böhne war früher in der kath. Jugendarbeit aktiv. Nach dem Abitur machte er eine Lehre als Drucker, studierte dann Druckereitechnik. Nach vielen Jahren in der Industrie entschied er sich 2007, das Oberhausener Unter­neh­men Richtscheid Druck & Medien zu übernehmen.

Bahman Ansari (49) ist in Teheran/Iran geboren und machte dort auch sein Abitur. Als junger Mann kam er im Jahr 1992 nach Deutschland. Nachdem sein Abitur hier anerkannt war, studierte er an der Universität in Münster das Fach Pharmazie, arbeitete danach zunächst als angestellter Apotheker im westfälischen Soest und übernahm schließlich im Jahr 2006 die Falkenstein-Apotheke.

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