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Junge Graffiti-Künstler sprühen im Druckluft Oberhausen

Die jungen Künstler verschönern die Wände.

Die jungen Künstler verschönern die Wände.

Foto: FUNKE Foto Services

Oberhausen.  In einem Kurs des Action-Guides lernen Kinder und Jugendliche die Kunst des Graffitis kennen. Für viele ist es das erste Mal an der Sprühdose.

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Die Dosen klackern. Zehn Jugendliche stehen vor einer bunt besprühten Wand im Jugendzentrum Druckluft. Alle tragen eine Schutzmaske, einige außerdem einen Maleranzug. Dann schütteln sie die Dosen noch zweimal – und sprayen los.

Aaron hält zum ersten Mal eine Spraydose in der Hand. „Ich war immer begeistert von dieser Kunst und fand es einfach cool. Ich wollte es mal ausprobieren und mir zeigen lassen, wie es geht“, sagt der Zwölfjährige: „Es klappt eigentlich auch schon ganz gut, aber irgendwann tun einem die Daumen weh. Es macht mir echt Spaß und ich kann mir vorstellen, noch einmal zu sprayen. Man kann hier im Druckluft ja alles besprühen – nur die schönen Motive sollte mal stehen lassen.“

„Willow“ ist eigentlich Zeichnerin

Die Kinder und Jugendlichen sprühen unter Anleitung kleine Kunstwerke an die Wand – beim Graffiti-Workshop des Action-Guides. Leiter ist Damian Bautsch. Der Künstler erklärt den Teilnehmern die Theorie der Sprüh-Gemälde und die verschiedenen Styles. Er geht ihnen auch beim Sprayen zur Hand. „Graffiti kann man nicht in zwei Workshops, geschweige denn in drei Tagen lernen. Das braucht Jahre. Nichtsdestotrotz kommen die Kinder schon ganz gut mit der Dose klar“, so Bautsch. „Die Bilder sind gerade in Arbeit und es sieht ordentlich aus. Sie hören gut zu, folgen den Anweisungen und arbeiten mit ihren Vorlagen.“

Malik malt sein erstes Graffito. „Wir haben zuerst eine Zeichnung von unserem Motiv gemacht und jetzt bringen wir den ‘Tag’ an die Wand“, sagt der Zwölfjährige, der gerade das K für Malik sprayt: „Ein Künstlername ist mir nicht eingefallen. Deswegen bringe ich meinen Namen auf die Wand.“

Hobby zum Beruf gemacht

Mia (13) bringt die ersten Umrisse, die sogenannten „Outlines“, für ihr Motiv an. „Willow ist mein Künstlername. Ich habe zwar schon viel gezeichnet, aber noch nie gesprayt“, erzählt sie und beschreibt das weitere Vorgehen: „Nach den Outlines machen wir den ‘Background’ und dann kommt das ‘Fill in’: Also erst besprühen wir den Hintergrund und dann füllen wir unser Motiv aus.“

Damian Bautsch hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 50 Workshops geleitet. Beim Action-Guide ist er zum ersten Mal dabei. Er habe sein Hobby zum Beruf gemacht, sagt der Kursleiter „Es ist ein absoluter Traumjob.“

Die Jugendlichen lassen derweil wieder ihre Sprühdosen klackern. Endlich kommt Farbe ins Spiel: rot, gelb und grün. Nach dem Klackern kommt das Zischen der Spraydosen, das die Kinder noch den ganzen Tag über begleiten wird.

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