Engpass Borbeck

Gleich vier Baustellen halten die Bürger des Stadtteils auf

Hans Gonska an der Baustelle am Ende der Quellstraße / Ecke Vondernstraße.

Hans Gonska an der Baustelle am Ende der Quellstraße / Ecke Vondernstraße.

Foto: Jörg Schimmel

oberhausen.  Aber für die Stadtverwaltung ist eine bessere Abstimmung über die Bauarbeiten auch über die Stadtgrenzen hinweg kein Thema.

Hans Gonska ärgert sich: Ringsum ist der Stadtteil seit Wochen von Baustellen umgeben, eine Zumutung für die Bürger, findet er. Nur zwei Ausnahmen gibt es: die Ripshorster Straße in Richtung Centro, auf der noch freie Fahrt besteht, und die Einbleckstraße nach Bottrop/Essen. Letztere war aber bis vor wenigen Tagen ebenfalls gesperrt.

Folglich musste über die Breil­straße, die Arminstraße und die Brahm­kampstraße fahren, wer nach Bottrop wollte – wenn die nicht auch in Vondern bis heute gesperrt wäre.

Auch die Fahrt über die Straße Klaumerbruch zur Prosperstraße ist nicht möglich, wegen einer Sperrung im Bereich Quellstraße / Vondernstraße. Dann kam als Alternative in Richtung Süden oder Osten die Ripshorster Straße in Betracht. Sie mündet in Essen-Dellwig auf die Donnerstraße. Abgesehen davon, dass diese Route in Borbeck selbst einen Umweg nach Westen über die Straße Unterbruch erfordert, ist die Durchfahrt wegen einer Baustelle an der Einmündung der Vondernstraße in die Ripshorster Straße nur einspurig möglich.

Kein Einfluss auf Nachbarstädte

„Gleich dahinter kommt ein beschrankter Bahnübergang in Dellwig“, gibt Hans Gonska zu bedenken. Je nachdem, wie viele Güterzüge dort gerade passierten, hätten Nachbarn schon bis zu 18 Minuten an der Schranke gewartet, berichtet der 84-Jährige. Keine attraktive Alternative also. Die Tunnelstraße als dritter Bahnübergang im Stadtteil selbst fällt aus. Sie ist Einbahnstraße in Richtung Norden.

Außerdem kommt man auch nicht gut nach Alt-Oberhausen. Denn die Straße Hausmannsfeld ist ebenfalls gespeert. Ein Umweg über die Frintroper Straße in Dellwig ist erforderlich, die Fortsetzung der Essener Straße auf Essener Gebiet.

Hans Gonska ist schleierhaft, wie solch eine Massierung von Baustellen zur gleichen Zeit möglich ist. Offenbar würden sich die einzelnen Baustellen-Betreiber nicht abstimmen.

Eine Baustelle der Stadt Bottrop

Die Redaktion bat die Stadt Oberhausen um Stellungnahme. „Die Sperrung der Arminstraße ab Höhe Breilstraße: Es handelt sich um eine Baustelle der Stadt Bottrop“, sagt dazu Stadtsprecher Frank Helling. Betreiber der Baustelle auf der Ripshorster Straße wiederum sei die Stadt Essen. Und das gelte auch für die Sperrung der Straße Klaumerbruch.

Dass die Tunnelstraße nicht in Fahrtrichtung Süden genutzt werden kann, liege wiederum an der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen. Frank Helling: „Die Tunnelstraße ist seit 2010 aufgrund eines Auftrages aus der Bezirksvertretung nur in Fahrtrichtung Oberhausen zu befahren.“

Die Straße Hausmannsfeld wiederum sei aufgrund der Kanalbauarbeiten der Emschergenossenschaft, der Renaturierung des Läppkes Mühlenbachs, gesperrt – allerdings nur noch bis zum 21. Dezember. Ein Hoffnungsschimmer.

Zu der Frage, warum all diese Baustellen nicht besser aufeinander abgestimmt werden, fasst der Stadtsprecher sich kurz: „Auf Baustellen in den Nachbarstädten hat die Stadt Oberhausen in der Regel keinen Einfluss.“

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