FORTBILDUNG

Elf neue Sprachpaten sind am „Elsa“ in Oberhausen am Start

Sprachpatenausbildung mit Alcan, Atanas, Lukas, Enkeleda, Leijla, Larissa, Lehrerin Ruth Böll, Zoe und Lehrerin Simone Schick (v. li.).

Sprachpatenausbildung mit Alcan, Atanas, Lukas, Enkeleda, Leijla, Larissa, Lehrerin Ruth Böll, Zoe und Lehrerin Simone Schick (v. li.).

Foto: Renate Naderwitz

Oberhausen.  Junge Leute werden selbst zu Lehrerinnen und Lehrern. Sie helfen ihren Mitschülern beim Erlernen der deutschen Vokabeln und Grammatik.

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Das Elsa-Brändström-Gymnasium hat jetzt seine Sprachpaten-Ausbildung neu gestartet. Elf Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 9 sind dabei. Bei dem Projekt werden die jungen Leute sozusagen selbst zu Lehrerinnen und Lehrern.

Es geht beim Sprachpaten-Programm darum, Mitschülerinnen und Mitschülern zu helfen, die einen Fluchthintergrund haben, die vor allem erst einmal Deutsch lernen müssen, um überhaupt am Unterricht in den verschiedenen Fächern teilnehmen zu können.

Vom Ausbau des Wortschatzes bis zur Grammatik

Dazu gibt es so genannte „Internationale Vorbereitungsklassen“ (kurz: IVK), in denen nun auch die neuen Sprachpaten präsent sein werden. Die Grundschullehrerinnen Renate Naderwitz und Simone Schick vom Kompetenzteam Mülheim-Oberhausen suchten zum Ausbildungsstart die künftigen Sprachpaten gezielt auf und erläuterten an konkreten Beispielen die Schwierigkeiten der deutschen Sprache und gaben den Paten detailreiche Tipps, wie sie mit ihren Patenkindern aus den internationalen Klassen diese Probleme meistern können.

Vom Ausbau des Wortschatzes bis zur Grammatik – „Mit viel Spaß und unter Verwendung vielfältiger und anregender Materialien haben die beiden Lehrerinnen eine Fülle an Methoden vermittelt“, berichtet das Elsa-Brändström-Team unter der Leitung der für die IVK verantwortlichen Lehrerin Ruth Böll.

Spielfiguren, Papierkügelchen, ja sogar kleine Spiegel kamen bei der Fortbildung zum Einsatz. Der große Teil der elf Jugendlichen ist selbst mindestens zweisprachig aufgewachsen, insofern bieten die künftigen „Elsa-“Paten die allerbesten persönlichen Voraussetzungen, um das Förderprojekt in den IV-Klassen erfolgreich bewältigen zu können.

Ein preisgekröntes Förderprogramm

Besonders bemerkenswert: Drei Sprachpaten sind sogar selbst ehemalige IVK-Schülerinnen und IVK-Schüler des Elsa-Brändström-Gymnasiums! Nach den Herbstferien, also ab Ende Oktober, werden sie nun das Sprachtraining mit ihren Schützlingen beginnen und sich fortlaufend mit ihnen treffen und austauschen.

Das Sprachpatenmodul ist ein Praxisbaustein im Zuge der Modularbeit des Offenen Unterrichts in der Jahrgangsstufe 9.

Lehrerinnen wurde ausgezeichnet

Grundschullehrerin Simone Schick hat dieses Modell und ihr dazugehöriges Fachbuch mit dem Titel „Einfach Deutsch lernen“ zusammen mit Kollegin Anne Schachner an ihrer Grundschule in Mülheim entwickelt, wofür sie 2017 eigens ausgezeichnet wurden: Der Zukunftspreis des namhaften Cornelsen-Verlags (Cornelsen-Stiftung Lehren und Lernen) ging an die Pädagogin, die nun ihr Wissen in Oberhausen weitergibt.

>>> Eine jahrzehntelange Tradition

Die Internationalen Vorbereitungsklassen haben am „Elsa“ eine jahrzehntelange Tradition. Schon in den 1980er Jahren gab es dort eine solche Klasse.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Flüchtlingszahlen sind mittlerweile sogar drei IVK-Klassen am „Elsa“ entstanden.

Auch die anderen weiterführenden Schulen im Oberhausener Stadtgebiet verfügen über IVK-Klassen zur gezielten Sprachförderung.

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