Jubilare

Eiserne Hochzeit in Alstaden - Vom Tanzlokal zum Standesamt

Sie tanzen gemeinsam durch das Leben: Das Ehepaar Anna und Hans Kasel aus Alstaden sind seit stolzen 65 Jahren verheiratet.

Foto: Jörg Schimmel

Sie tanzen gemeinsam durch das Leben: Das Ehepaar Anna und Hans Kasel aus Alstaden sind seit stolzen 65 Jahren verheiratet. Foto: Jörg Schimmel

OBERHAUSEN.   Vor 65 Jahren gaben sich Anna (87) und Hans Kasel (86) das Ja-Wort. Nun feiern die Alstadener kurz nach Ostern ihre Eiserne Hochzeit.

Vor 65 Jahren gaben sich Anna (87) und Hans Kasel (86) das Ja-Wort. Nun feiern sie Eiserne Hochzeit. In einem Oberhausener Tanzlokal lernten sich die beiden kennen — und anschließend auch lieben. Anna sei ihm sofort aufgefallen, erzählt Hans Kasel. Dabei hatte er es allerdings nicht leicht: „Es gab noch einen anderen Mitbewerber“, schmunzelt die gebürtige Oberhausenerin aus Alstaden.

Geheimnis einer langen Ehe

Ihr Ehemann, der sich zum ersten Mal in dem Tanzlokal aufhielt, wurde sogar vor die Tür geschickt, als er seine spätere Ehefrau zum Tanz auffordern wollte. Doch Hans Kasel ließ sich nicht entmutigen. Er wartete vor dem Lokal, anschließend trafen sich die beiden immer wieder. Das gemeinsame Tanz wurde daraufhin selbstverständlich nachgeholt.

Was wohl das Geheimnis einer so langen Ehe ist, heutzutage, wo doch mehr als beinahe jede dritte Ehe geschieden wird? „Höhen und Tiefen gab es bei uns nicht“, versichert Hans Kasel und seine Ehefrau fügt hinzu: „Man muss eben auch mal nachgeben.“

Ein leidenschaftlicher Shanty-Sänger

Damit spielt sie wohl auf die Rollenverteilung an, bei der früher noch der Mann im Haus das letzte Wort hatte. Zudem sei heute alles anders, erklärt Hans Kasel, ein leidenschaftlicher Shanty-Sänger. Heute bekomme man viel Unterstützung von den Eltern, auch finanziell. „Wir hatten damals ja nur uns. Das schweißt zusammen.“ Sein Vater war im Krieg gefallen und in den Nachkriegsjahren gab es einen finanziellen Engpass. Dementsprechend konnte das junge Paar auch nicht in die Flitterwochen fahren, erklärt Anna Kasel.

Hinter dem Ehepaar liegt ein langes Arbeitsleben: Aus beruflichen Gründen musste Hans Kasel 1960 in die Schweiz ziehen. Als kurz darauf seine Firma eine Filiale in Nordrhein-Westfalen eröffnete, nutze der gelernte Servicetechniker die Chance — und zog zu seiner Ehefrau. Auch wenn es damals eher unüblich war, hat auch Anna Kasel einen Beruf erlernt: Bis zu ihrem 70. Lebensjahr arbeitete sie als Goldwarenverkäuferin.

Da ihr einziger Sohn in Bayern lebt, haben in Oberhausen kaum noch Verwandte, erzählt das Ehepaar. Allein Annas Nichte, die in Dinslaken lebt und dort eine eigene Praxis als Physiotherapeutin betreut, sehen sie regelmäßig.

Groß gefeiert wird in Bayern

An ihrem 65. Hochzeitstag fahren sie zur Feier des Tages mit ihrer Nichte nach Mülheim. Von dort geht es mit der Weißen Flotte bis nach Kettwig und zurück. Anschließend findet die Feier im familiären Kreis statt, berichten beide.

Dafür würden sie nach Bayern fahren. Ein Sohn, drei Enkel und zwei Urenkel erwarteten sie dort. Dort bleibt das Ehepaar eine Weile: „Wir fahren jedes Jahr nach Bayern, von Mai bis Oktober!“

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