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Denkmalgeschützte Marienkirche bleibt erhalten

Als bedeutsames Gotteshaus soll St. Marien auch in Zukunft ein weithin sichtbares Zeichen des Glaubens in Oberhausen sein.

Foto: Gerd Wallhorn

Als bedeutsames Gotteshaus soll St. Marien auch in Zukunft ein weithin sichtbares Zeichen des Glaubens in Oberhausen sein. Foto: Gerd Wallhorn

oberhausen.   Großpfarrei steckt mitten in der Planung zur Kirche der Zukunft. Sie will an allen Standorten präsent bleiben. Jedoch ist St. Michael gefährdet.

„Wir haben viele Ideen, aber noch keine Entscheidungen“, sagt Pfarrer Thomas Eisenmenger über den Pfarreientwicklungsprozess (PEP) in der Pfarrei St. Marien an der Mülheimer Straße. Weil die Gremien bis zum Jahresende diese Entscheidungen noch nicht herbeiführen können, hat St. Marien beim Bistum Essen um Fristverlängerung gebeten. Eisenmenger: „Wir haben jetzt bis März 2018 Zeit.“

Noch seien Fragen offen, auch welche Kirchen und kirchliche Gebäude am Ende weichen müssen. Sicher ist allerdings, dass die denkmalgeschützte Marienkirche dauerhaft erhalten bleiben soll. Projektassistent Guido Horn: „Diese Kirche ist wie ein Leuchtturm in exponierter Lage. Und es ist ein bedeutsames Gotteshaus dieser Pfarrei. Sie ist zudem eine der ältesten Kirchen der Stadt.“

Umwidmung vor zehn Jahren

Schon vor zehn Jahren, so Eisenmenger, habe es große Veränderungen gegeben: „Damals haben wir gelernt, wie wichtig es ist, die Menschen bei solchen Entscheidungen mitzunehmen. Schon damals war klar, dass die Mitgliederzahl der Gemeinden weiter schrumpft. Das waren Vorboten der heutigen Veränderungen.“

Einen ersten Schritt habe die Pfarrei schon damals mit der Umwidmung der Kirche Heilige Familie gemacht: „Da ist seit zehn Jahren die ,Tafel’ drin.“ Die Heilige Familie wurde als Kirchenstandort aufgegeben. Anders sieht das bei St. Michael (Knappenviertel) und Heilig Geist (Bermensfeld) aus. Hier finden nach wie vor Gottesdienste statt, jedoch wird ein Teil der Kirchen anders genutzt. In St. Michael ist der Kleiderladen „Jan und Pit“ untergebracht. Heilig Geist wird als Tagungskirche genutzt. „Das alles waren nur Zwischenstationen“, kündigt Eisenmenger an. Bisher sind sich die Projektbeteiligten einig, dass an vier Standorten – St. Marien, Unsere Liebe Frau (ULF, Styrum), St. Johannes Evangelist (Schladviertel) und St. Katharina (Lirich) – weiterhin Gottesdienste stattfinden sollen: „Das können wir auch personell noch schaffen.“

Im Knappenviertel den Kleiderladen erhalten

Eisenmenger macht jedoch klar, dass das Veränderungen nicht ausschließt: „Wir tragen Ideen zusammen, den Kirchenraum weiter zu entwickeln, beispielsweise zu Orten der Begegnung durch die Einrichtung von Gemeindecafés.“

Ein Problem sieht Eisenmenger in der Kirche St. Michael: „Hier besteht hoher Sanierungsbedarf. Wir wollen aber im Knappenviertel den Kleiderladen erhalten, denn er ist ein Gewächs der Gemeinde.“ Das gelte auch für den Standort der „Tafel“ in der Heiligen Familie.

Für die Kirche St. Johannes kann sich der Theologe einen Umbau zu barrierefreien Wohnungen denken: „Hier soll vor allem die Familienarbeit ausgeweitet werden durch Erweiterung des Kindergartens.“ In dem Konzept wäre auch Platz für einen Gottesdienstraum.

Investoren werden gesucht

Die Kirche Unsere Liebe Frau sei aufgrund ihres guten baulichen Zustandes erhaltenswert. Sie könnte als Jugendstandort etabliert werden. Aufgeben wird die Pfarrei den Jugendhof in Lirich. Welche Pfarr- und Gemeindehäuser möglicherweise noch weichen müssen, darüber sei das letzte Wort noch nicht gesprochen: „Wir haben die Ergebnisse unserer Gremien in die Öffentlichkeit gebracht und diskutieren“, sagt Guido Horn.

Was auch immer am Ende entschieden werde: „Wir brauchen Kooperationspartner und Investoren“, sagt Thomas Eisenmenger. Guido Horn ergänzt: „Erst wenn das Bistum unser Votum abgesegnet hat, beginnt die eigentliche Arbeit an den Details.“

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