Tag des offenen Denkmals

Denkmäler öffnen am 9. September im Stadtsüden ihre Pforten

Denkmalgeschütztes Schmuckstück der Baukunst: die Pauluskirche an der Duisburger Straße.

Denkmalgeschütztes Schmuckstück der Baukunst: die Pauluskirche an der Duisburger Straße.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.  Vom Hans-Böckler-Berufskolleg bis zum ehemaligen Warenhaus Tietz rückt einzigartige Baukunst in den Blickpunkt.

Mehr als 1200 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten öffnen am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, in Nordrhein-Westfalen ihre Türen. Immerhin sechs Stationen davon befinden sich im Oberhausener Stadtsüden.

Mit dem Hans-Böckler-Berufskolleg von 1958, dem Europahaus von 1956 und dem Wohnhochhaus werden drei prägnante Bauten als „Big Beautiful Buildings“, ein Projekt des Kulturerbejahres der Initiative Stadtbaukultur NRW ausgezeichnet und bei einem Stadtrundgang am 9. September vorgestellt. Andreas von Scheven von der Unteren Denkmalbehörde und Architektin Regina Wittmann werden dies ab dem Hans-Böckler-Berufskolleg übernehmen.

Eine weitere Station ist das frühere Verlags- und Zeitungsviertel in Alt-Oberhausen, von dem noch drei Bauten zeugen. Das 1928 errichtete „Ruhrwachthaus“ des Architekten Otto Scheib ist ein wichtiger Repräsentant des Backstein-Expressionismus. Es schließt fünfgeschossig an das erste Hochhaus der Stadt, das Warenhaus Tietz von 1925 an. Hier druckte bis 1961 die Lokalzeitung „Ruhrwacht“. Im zweigeschossigen ehemaligen Kontor-Gebäude an der Gutenbergstraße in Höhe des Altmarktes (nach 1862) erschien seit 1886 die „Neue Oberhausener Zeitung“. Ein Stadtrundgang stellt beide Bauten im historischen Kontext vor. Und das Gdanska war auch mal Verlagshaus.

Eine der wenigen Predigtkirchen im Ruhrgebiet

Besichtigen kann man zudem den einzigen sakralen Kuppelbau in Oberhausen – die Pauluskirche. Sie ist eine der wenigen Predigtkirchen dieses Typs im Ruhrgebiet. Der an den Leitlinien des Wiesbadener Programms ausgerichtete neubarocke, in Ziegelbauweise ausgeführte Zentralbau von 1905 wurde aus einem achteckigen Grundriss im Wechsel von vier kurzen und vier längeren Seiten entwickelt. Die flankierenden Treppenhaustürme korrespondieren mit der eindrucksvollen Mansarddachkuppel. Auch hier finden Führungen statt.

„Babcock und noch viel mehr“ lautet die Überschrift zur nächsten Station: die Duisburger Straße in Lirich. Eingezwängt zwischen der Bahn und der Duisburger Straße entwickelte sich ein wichtiger industrieller Standort. Hier ist gerade vieles im Umbruch. Anhand ausgewählter Bauten zeigt der Stadtrundgang die vielschichtige Geschichte und gibt einen Einblick in die zukünftige Entwicklung.

Erst die Führung, dann Orgelmusik

Ebenfalls im Süden öffnet die Markuskirche, die 1958/60 von den Architekten Gert Sauerzapf und Wolfgang Nathow errichtet wurde, ihre Pforten. Sie knüpft mit einem sichtbaren Betongerippe an die Tradition des industriellen Bauens an. Die Fensterwände hat Georg Meistermann gestaltet.

Ein besonderes Erlebnis erwartet die Besucher der Christuskirche an der Nohlstraße. Am Tag des offenen Denkmals startet hier die etwa eineinhalbstündige Führung um 15.30 Uhr. Erbaut wurde das Gotteshaus in den Jahren 1863/1864 nach Plänen des königlichen Baumeisters Maximilian Nohl.

Nach der Sonntagsführung gibt es um 17 Uhr ein Orgelkonzert mit Kantor Konrad Paul an der Hey-Orgel. Auf dem Programm stehen Werke der Komponisten Bach, Schumann, Alain und Guilmant. Spenden für die Kirchenmusik sind willkommen.

>>>>>>>>> Programm mit vielen Führungen

Das aktuelle Programm ist ab sofort unter tag-des-offenen-denkmals.dezu finden. Dort kann man sich alle teilnehmenden Denkmale einer Region anzeigen lassen. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutzbundesweit den Tag des Denkmals. Die Stadt Oberhausen informiert durch Flyer über das Programm. Dort finden sich auch die Termine der Führungen.

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