Hoher Autoverkehr

Anwohner der Mellinghofer Straße vermissen Hilfe gegen Lärm

Frank und Rita Hörsken hoffen, dass Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) sein Wahlversprechen aus dem Jahr 2015  einlöst - und es auf der Mellinghofer Straße leiser wird.

Frank und Rita Hörsken hoffen, dass Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) sein Wahlversprechen aus dem Jahr 2015 einlöst - und es auf der Mellinghofer Straße leiser wird.

Foto: Kerstin Bögeholz

Dümpten.  Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister hat CDU-Kandidat Daniel Schranz den Anwohnern auf der Mellinghofer Straße versprochen, ihnen zu helfen.

Politiker sollten an ihren Wahlversprechen gemessen werden, finden Rita und Frank Hörsken von der Mellinghofer Straße. Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister hatte Daniel Schranz den Anwohnern 2015 per Flugblatt versprochen, mit ihnen gemeinsam nach seiner Wahl gegen den hohen Verkehrslärm dort anzugehen. Seitdem erinnert Frank Hörsken den Oberbürgermeister einmal im Jahr an sein Versprechen. Geschehen ist bislang nicht viel.

Im Juni 2016 gab es auf Drängen der Anwohner einen Ortstermin mit Vertretern der CDU und der Stadtverwaltung. Dabei hatte Frank Hörsken schon den Eindruck, dass zurückgerudert würde. Die Mellinghofer Straße sei eine Landesstraße. Dort dürfe man den Lkw-Verkehr nicht einfach beschränken, hieß es. Und bei der Lärmaktionsplanung hätten in den folgenden fünf Jahren noch stärker belastete Straßen Vorrang.

Fast 14.000 Fahrzeuge pro Tag

Dafür wurde eine Erhebung der Verkehrszahlen und der gefahrenen Geschwindigkeiten angekündigt. Über sie informierte Schranz die Eheleute in seiner Antwort auf ihr Erinnerungsschreiben vor ei­nem Jahr. 52.779 Autos in Richtung Süden und 57.198 in Richtung Norden seien dort vom 29. Juni bis 6. Juli 2017 unterwegs gewesen, mithin 13.747 pro Tag.

Auch von unregelmäßigen Verkehrskon­trollen von Polizei und Stadt ist in dem Brief die Rede. Aber es gibt bedauerlicherweise darin keine Angaben über die Anzahl der Temposünder oder über den Umfang der Überschreitungen – auch nicht über die Unfallhäufigkeit. Es heißt nur: „Die Auswertung der Geschwindigkeiten hat ergeben, dass keine weiteren verkehrsberuhigenden Maßnahmen ergriffen werden können.“ Genau belegt und begründet wird dieses Fazit allerdings nicht. Auch in der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen war die Mellinghofer Straße seitdem nie ein Thema.

Neue Fahrradstreifen versprochen und gemalt

Zu den damals versprochenen und bereits umgesetzten Maßnahmen gehören die neuen Radfahrstreifen. Sie machen die Fahrbahn schmaler, sollen so auch das Tempo der Autofahrer reduzieren. Aber die Hörskens stellen keine Besserung fest. Vor ihrer Haustür ist die Straße schnurgerade, kann schnell befahren werden. „Viele Radfahrer haben Angst davor, auf der Straße zu radeln und bleiben lieber auf dem schlechten alten Radweg“, sagen sie.

Regelmäßige Radarkontrollen, wie früher einmal üblich, gebe es bis heute nicht, hat Hörsken diesmal dem OB geschrieben. „Was würde denn passieren, wenn man eine Schadstoffmessung durchführen würde“, regt er an. Denn wenn es erst zu den geplanten Beschränkungen auf der Mülheimer Straße kommt, schwant ihnen Übles.

>>>INFO: Aus dem Wahlaufruf von Schranz 2015

„Seit Jahren schon werden Sie durch Verkehrslärm massiv belästigt, besonders schlimm am frühen Morgen. Ich kann mir vorstellen, was dieser Lärm vor Ihrer Haustür bedeutet. Wir müssen nach Lösungen suchen, um die Wohnqualität an der Mellinghofer zu verbessern. Das will ich nach meinem Wahlsieg mit Ihnen tun.“

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