Berufswahl

Oberhausen: Schüler lernen mit Beton die Arbeitswelt kennen

In den Hallen von Purmetall: (v.li.) Xenia, Jan-Niklas und Lenja mit Mitarbeiter Nizar Khelil bei der Produktion von Wechselausgüssen.

In den Hallen von Purmetall: (v.li.) Xenia, Jan-Niklas und Lenja mit Mitarbeiter Nizar Khelil bei der Produktion von Wechselausgüssen.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Schüler sind die begehrten Fachkräfte von morgen. Um sich bei ihnen bekannt zu machen, hat die Oberhausener Firma Purmetall die Türen geöffnet.

Schüler auf der Suche nach einer Ausbildung kennen meist weder mögliche Berufe noch die Firmen, die Lehrstellen anbieten. Um den Horizont bei der Berufswahl zu erweitern veranstalten das Zdi-Zentrum Oberhausen, die Hochschule Ruhr West und die Wirtschaftsförderung Mitmach-Angebote für Schüler in Unternehmen. Für die Betriebe springt dabei vielleicht der Kontakt zum nächsten vielversprechenden Azubi heraus.

Bei den Workshops liegt der Fokus besonders auf dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich, um dem Fachkräftemangel in diesen Branchen entgegenzuwirken. Die Oberhausener Firma Purmetall hat dafür Einblick in ihre Produktionshallen in Lirich gewährt, wo zum Beispiel Mechatroniker und Produktionsfachkräfte mit dem Schwerpunkt Chemie arbeiten.

Zwei Schülerinnen und fünf Schüler von der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Schmachtendorf haben sich von dem Workshop-Titel „Beton: Findest Du die richtige Mischung?“ ansprechen lassen. Die Zehntklässler beschäftigten sich drei Tage lang mal nicht im Klassenzimmer mit Englisch, Deutsch oder Mathe, sondern mit der Herstellung von Beton und wofür dieser Werkstoff verwendet werden kann. Das bedeutete Staub und Lärmschutz-Stöpsel in den Ohren, aber auch eine praxisnahe Begegnung mit der Arbeitswelt. Fanden Xenia (16), Lenja (15) und Jan-Niklas (16) aber gar nicht abschreckend. Im Gegenteil, es fallen Begriffe wie „cool“ oder „spannend“. „So etwas könnte ruhig häufiger angeboten werden“, sagt Xenia und Jan-Niklas ergänzt: „Dann kann man sich besser entscheiden, ob man den Beruf machen möchte.“

Der erste Workshop-Tag fand noch in der Schule statt, da haben die sieben Schüler eine theoretische Einführung in den Werkstoff „Beton“ erhalten und selbst Betonschalungen aus Holz im Maßstab 1:10 hergestellt, erläutert Diplom-Ingenieurin Daniela Hockmann von der Hochschule Ruhr West (Standort Mülheim). „Am nächsten Tag haben wir im Labor der Hochschule eine kleine Menge Beton selbst hergestellt und Tests zur Werkstoff-Qualität gemacht.“ Die Schüler fanden nach eigener Aussage klasse, dass sie alles selbst ausprobieren konnten und „nicht nur zugucken mussten“.

Wie dann auch vor Ort in der Firma, wo sie live die Produktion miterlebten. Das Unternehmen Purmetall hat mit Blick auf den Nachwuchs erkannt: „Wir müssen auf uns aufmerksam machen“, sagt Jens Olfen, technischer Ausbilder und Instandhaltungsleiter bei Purmetall. Das mittelständische Unternehmen aus Oberhausen mit rund 120 Mitarbeitern und Kunden in aller Welt weiß, dass es zu den Großen im Bereich feuerfeste Produkte für die Stahlindustrie zählt, dass es aber bei Oberhausenern und erst recht bei Schülern dieser Stadt nicht unbedingt bekannt ist.

„Wir haben vermehrt Probleme Stellen zu besetzen“, sagt Olfen. „Oxea“, das sei ja vielleicht noch ein Begriff für einige, aber Purmetall schon nicht mehr, so die Erfahrung. Also investiert die Firma Zeit und Personal und damit Geld in Nachwuchsförderung, um junge Leute für Ausbildungsplätze (Stoffprüfer Keramik, Produktionsfachkraft Chemie, Mechatroniker, Industriekaufmann) zu interessieren. Auch Plätze für die Berufsfelderkundungstage im Jahrgang acht bietet das Unternehmen an.

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