Coronavirus

Oberhausen: Pflegekräfte vorhanden – Patienten gesucht

Pflegebedürftige Menschen sind auch in Corona-Zeiten auf Hilfe angewiesen. Ein ambulanter Pflegedienstleister aus Oberhausen hat Kapazitäten, weitere Patienten anzunehmen.

Pflegebedürftige Menschen sind auch in Corona-Zeiten auf Hilfe angewiesen. Ein ambulanter Pflegedienstleister aus Oberhausen hat Kapazitäten, weitere Patienten anzunehmen.

Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool

Oberhausen  Ars Vivendi ist als ambulanter Pflegedienst neu am Markt. Doch das Coronavirus grätscht in die Werbeoffensive, Patientenanfragen bleiben aus.

Die Ausbreitung des Coronavirus verlangt von Pflegekräften in Oberhausen derzeit alles ab. Das gilt für Krankenhäuser, aber auch für ambulante Pflegekräfte, die Patienten zu Hause versorgen. Fachkräfte sind rar, die Arbeitsbelastung ist hoch. Ein Unternehmen in Oberhausen steht dabei derzeit vor einem ungewöhnlichen Problem: Die Fachkräfte stehen bereit – die Patienten fehlen (noch).

Grund ist offenbar ein unglückliches Timing: Vanessa Eisenblätter hat ihren Pflegedienst Ars Vivendi neu gegründet, die Rahmenverträge mit den Krankenkassen habe sie gerade erst geschlossen, erzählt sie. Ihre geplante Werbeoffensive habe sie zwar gestartet, Flyer in Apotheken und Arztpraxen ausgelegt beispielsweise, „aber die Menschen meiden wegen des Coronavirus’ die Öffentlichkeit, sie werden nicht auf unser Angebot aufmerksam“, vermutet Eisenblätter.

Pflegekräfte mit Mundschutz

„Ich bin mir sicher, dass viele Menschen Hilfe benötigen“, sagt die Geschäftsinhaberin. „Wir haben die Kapazitäten und wollen helfen.“ Sie ist sich bewusst, dass einige Patienten womöglich auch Bedenken haben. Aus Angst, sich mit dem neuartigen Virus zu infizieren, verzichten sie laut der Pflege-Expertin lieber auf Hilfe. In der Tat: „In der Pflege kann man keinen Abstand halten.“ Aber sie und ihre insgesamt acht Mitarbeiter/Innen befolgten alle Sicherheitsvorkehrungen. Patienten suchen sie nur mit Mundschutz auf. Außerhalb hielten sie selbstverständlich den Mindestabstand zu Mitmenschen ein und achteten streng auf Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen.

Die Ausbreitung des Coronavirus erschwert den Start des neuen Unternehmens in weiterer Hinsicht: Vanessa Eisenblätter hat für ihren Pflegebetrieb weitere Angebote geplant: ein regelmäßiges Patientencafé zum Beispiel, „damit die älteren oder erkrankten Menschen nicht vereinsamen und sich untereinander austauschen können.“

Angebote liegen vorerst auf Eis

Ähnliches soll es auch für die Angehörigen geben, um sich gegenseitig Kraft und Trost zu spenden. Doch das liegt wegen der Kontaktsperre vorerst auf Eis, ebenso geplante Schulungen und Themenabende. „Wir können jetzt nur vermehrt darauf aufmerksam machen, dass es uns gibt“, sagt Eisenblätter.

Kontakt: Ars Vivendi, Essener Straße 3-5, Tel.: 0208-46948763 oder 0177-7612934, www.arsvivendi-pflege.de, info@arsvivendi-pflege.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben