Streit um hohe Parkkosten

Oberhausen mildert Parkgebühren-Verteuerung in der City ab

Die 9000 Quadratmeter große Grünfläche an der Stoag-Trasse, Ecke Tannenbergstraße/Mülheimer Straße, könnte ein Parkplatz für Pendler werden.

Die 9000 Quadratmeter große Grünfläche an der Stoag-Trasse, Ecke Tannenbergstraße/Mülheimer Straße, könnte ein Parkplatz für Pendler werden.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Mit einem umfangreichen Bündel an Ideen und Vorschlägen will die Stadt Oberhausen die Flut an Beschwerden über zu hohe Parkgebühren eindämmen.

Die heftigen Beschwerden von Anwohnern, Autofahrern und anderen Bürgern über die so stark erhöhten und ausgeweiteten Parkgebühren in Alt-Oberhausen erzielen Erfolge: Die Rathaus-Führung schlägt den Lokalpolitikern im Stadtrat ein Maßnahmenbündel vor, um die finanziellen Auswirkungen der hohen Parkgebühren von einem Euro je Stunde (zuvor in der Regel: 50 Cent) vor allem für Pendler abzumildern: Niedrigere Preise für einen Teil der Parkplätze nehmen, mehr Parkflächen billiger bereitstellen und Parkgebühren-Rabatte für Besucher von Anwohnern einführen. Das geht aus der neuen siebenseitigen Beschlussvorlage aus dem Dezernat der Mobilitätsdezernentin Sabine Lauxen hervor.

Auf Betreiben der SPD hatte eine knappe Mehrheit mit 30 zu 27 Stimmen Ende September entschieden, die neu aufgestellten Parkautomaten zunächst nicht in Betrieb zu nehmen – und eine endgültige Entscheidung in der nächsten Sitzung am 18. November zu fällen.

Von fünf Euro auf vier Euro am Tag

Nun will die Stadt die Parkgebühren auf den besonders bei Pendlern beliebten Innenstadt-Parkplätzen am DGB-Haus (Friedrich-Karl-Straße) und Düppelstraße/Helmholtzstraße von heute fünf Euro pro Tag auf vier Euro absenken (vor der Erhöhung: zwei Euro). Auf den regulären anderen Parkplätzen zahlt man in der Innenstadt mittlerweile neun Euro pro Tag.

Zudem soll an der Düppelstraße ein Zugang zu einem Parkplatz auf dem Gelände der Stadttochter Energieversorgung Oberhausen (EVO) geschaffen werden: Hinter einem eisernen Zaun in der Baulücke zwischen den Häusern 8 und 16 befindet sich zwar schon eine Parkfläche für EVO-Angestellte, aber um die Kapazitäten zu erhöhen, soll dort ein öffentlich zugängliches drei- oder vierstöckiges Parkhaus errichtet werden – mit 150 bis 200 Stellflächen. Am Parkhaus könnte man auch noch eine Mobilitätsstation installieren, an der man beispielsweise Fahrräder ausleihen oder abstellen kann.

Freies Gelände für Parkplätze entdeckt

Die findigen Stadtplaner haben zusätzlich ein über 9000 Quadratmeter großes Areal gegenüber der Arbeitsagentur an der Mülheimer Straße mit Zugang von der Tannenbergstraße aus entdeckt, das der Bundeseisenbahn gehört. Nach ersten Gesprächen könnte die Bahn sich durchaus vorstellen, die Grünfläche an der Stoag-Trasse Richtung Centro für parkende Autos freizugeben – 300 passen aufs Gelände. Von der Tannenbergstraße aus könnten Pendler zum Rathaus, zu Krankenhäusern und Geschäften in der Innenstadt laufen oder mit dem Bus weiterfahren.

Vorstellungen, wie teuer die neuen Parkplätze an der Düppelstraße und an der Tannenbergstraße für Bürger werden sollen, gibt es bisher noch nicht. Nur eine Kaufpreisidee des Bundeseisenbahnvermögens (BEV): über 1,8 Millionen Euro. Ein normaler Parkplatz würde etwas Baukosten von 600.000 Euro hervorrufen, ein Parkhaus sogar 4,2 Millionen Euro.

Neu eingeführt werden soll auf Wunsch von Anwohnern im bewirtschafteten Wohngebiet mit Parkgebühren eine neue Besucher-Ausnahmeregelung. Die Rathaus-Teams schlagen nun vor, den Bewohnern 24 Tageskarten im Jahr für Besucher gegen eine Gebühr von zehn Euro anzubieten.

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