Betrug

Oberhausen entdeckt 22 gefälschte Ausweise in kurzer Zeit

Wie in Oberhausen hat auch die Stadt Hagen im Jahr 2017 neue Ausweisprüfgeräte angeschafft.

Wie in Oberhausen hat auch die Stadt Hagen im Jahr 2017 neue Ausweisprüfgeräte angeschafft.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Oberhausen.  Die Anschaffung der neuen Dokumentenprüfgeräte zahlt sich aus. Gefälschte Pässe können die Städte viel Geld kosten.

Gefälschte Ausweise oder Führerscheine können die Mitarbeiter der Stadt nun besser erkennen und damit Betrug und finanzielle Schäden verringern. Seit Anfang April arbeiten sie mit fünf neu angeschafften Dokumentenprüfgeräten. In der relativ kurzen Zeit von rund zweieinhalb Monaten hat es bereits 22 Fälle von gefälschten Papieren gegeben.

Die meisten Auffälligkeiten stellten die städtischen Mitarbeiter in den Bürgerserviceeinrichtungen fest: In zehn Fällen waren die Papiere falsch. Nach Angaben der Stadt ist die Polizei eingeschaltet worden. Das sei bei jedem Fall das gängige Prozedere, schildert Ordnungsamtsleiter Horst Ohletz. „Gegen die Personen, derer man habhaft werden konnte, wird Strafanzeige durch die Polizei gestellt“, ergänzt er. Bei der Ausländerstelle sind in acht Fällen Passpapiere beanstandet worden, bei der Zulassungsstelle vier.

Die Ausweise und Pässe seien aufgefallen, weil sie „nicht den landestypischen Vorgaben“ entsprachen, erläutert Ohletz. Die Dokumentenprüfgeräte haben entsprechende Fehlermeldungen signalisiert.

Fälle von Betrug aufdecken

Die Oberhausener CDU forderte im vergangenen Jahr, solche Prüfgeräte anzuschaffen und nahm sich ein Beispiel an der Stadt Hamm.

Die Stadt Hamm hat eigenen Angaben zufolge zwischen Mitte 2017 und 2018 4.500 Dokumente überprüft. In 35 Fällen seien Strafanzeigen gestellt, 20 Personen vor Ort festgenommen worden. Die Stadt Hamm geht davon aus, dass dadurch ein Schaden in Höhe von 1,75 Millionen Euro verhindert worden sei – wenn man statistisch von einer Schadenshöhe von rund 50.000 Euro ausgeht.

Die Stadt Oberhausen hat die Dokumentenprüfgeräte Anfang 2019 angeschafft, anschließend sind die Mitarbeiter geschult worden. Im praktischen Einsatz sind die Geräte seit Anfang April.

Sie bieten laut Ohletz neben dem bislang gängigen Prüfprogramm und den Schwarzlichtlampen eine noch höhere Genauigkeit, gefälschte Ausweis- und Passdokumente zu erkennen. Sobald die Ausweise auf die Geräte gelegt werden, findet innerhalb von Sekunden ein Abgleich des zu prüfenden Dokuments und eines echten Dokumentes statt. So werden die Bereiche, die nicht übereinstimmen, identifiziert. Nach Angaben der Bundesdruckerei greift das Prüfsystem auf eine Datenbank mit über

1.800 Referenzdokumenten aus 196 Ländern zu.

Die neuen Prüfgeräte hat die Stadt Oberhausen nicht gekauft, sondern von der Bundesdruckerei geleast. Die Kosten betragen 1000 Euro pro Gerät und Jahr.

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