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Oberhausen bietet mehr als doppelt so viele freie Stellen an

Erhielten von den Unternehmen mehr offene Stellen als noch vor zweieinhalb Jahren: Der Oberhausener Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur.

Foto: Fabian Strauch

Erhielten von den Unternehmen mehr offene Stellen als noch vor zweieinhalb Jahren: Der Oberhausener Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur. Foto: Fabian Strauch

Oberhausen.   Vor zweieinhalb Jahren sah es auf dem Arbeitsmarkt noch ganz mau aus – doch die Lage hat sich deutlich gebessert.

Kürzlich hat die Bundesregierung fünf Großstädte als „abgehängte Region“ eingestuft – und wie selbstverständlich war Oberhausen neben Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet dabei. Wertung aus Berlin: „stark unterdurchschnittliche Lebensverhältnisse“. Maßstäbe zur Messung waren dabei die Lebenserwartung, die Arbeitslosenquote, das Ausbildungsplatzangebot, das Pro-Kopf-Einkommen und die öffentliche wie private Verschuldung.

Was Betrachter der Vergangenheits-Daten naturgemäß übersehen: Allmählich, ganz ganz langsam, ist Oberhausen auf dem Weg der Besserung. Nicht nur die städtische Finanzlage erholt sich und frische zweistellige Millionen-Summen an Städtebaufördermitteln fließen nach Oberhausen, sondern auch der Arbeitsmarkt zeigt hellere Seiten als früher.

Mehr Leute finden reguläre Jobs

Wie üblich stiegen zwar die Arbeitslosenzahlen in diesem Winter, wenn man den Februar mit dem Januar vergleicht. Aber diese Zunahme fiel nur sehr leicht aus – und ist deutlich geringer als in anderen Jahren zur gleichen Zeit.

„Der Arbeitsmarkt präsentiert sich in diesem Winter recht robust. Positiv sehe ich zum Beispiel den Anstieg der Stellenmeldungen aus den Betrieben“, bewertet Jürgen Koch, Vorsitzender der Arbeitsagentur Oberhausen, die am gestrigen Mittwoch veröffentlichten lokalen Arbeitslosenzahlen. „Im Februar sind weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos geworden als im Januar. Zeitgleich konnten sich mehr Menschen aus unserer Betreuung in eine reguläre Beschäftigung abmelden.“

Mit aktuell knapp über 12 000 Arbeitslosen (Arbeitslosenquote 11 Prozent) und weiteren über 4000 gemeldeten unterbeschäftigten Menschen (etwa in Qualifizierungsmaßnahmen) hat Oberhausen weiterhin ein veritables Beschäftigungsproblem, doch es mildert sich ab. Denn die Zahl an sozialversicherungspflichtigen offenen Jobs, die dem Arbeitsamt von Unternehmen gemeldet wurden, steigt hier kontinuierlich.

Konnte das Arbeitsamt an der Mülheimer Straße im Sommer 2014 gerade mal 740 offene Arbeitsplätze anbieten, so waren es im Dezember 2015 bereits über 1200 und es sind jetzt exakt 1582 Jobs, die meisten davon ordentlich sozialversicherungspflichtig ausgestattet. Damit haben sich die Angebote mehr als verdoppelt – ein nicht zu unterschätzendes Plus von exakt 113 Prozent.

Fast 600 neue Stellenangebote im Februar

Die Vermittler des Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenter haben fast 600 neue Stellenangebote allein im Monat Februar hereinbekommen, das sind über 160 mehr als vor einem Jahr. Die meisten freien Stellen meldete die Industrie (Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe), die Verkehrs- und Logistikbranche, Sicherheitsunternehmen sowie Unternehmen mit Bedarf an kaufmännischen Tätigkeiten.

Zudem sinkt die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Februar vor einem Jahr um gut 900 Menschen – ein Rückgang von 7,3 Prozent. Die Quote reduzierte sich von 11,9 Prozent auf 11 Prozent.

Daraus kann man schlussfolgern: Die seit 2009 recht gute bis ausgezeichnete Wirtschaftslage ist nun endlich bei beschäftigungslosen Oberhausenern angekommen.

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