Mobilität

Oberhausen belohnt Fahrradfahrer bald per Handy-App

So ähnlich könnte die App „Radrouten“ bald aussehen, die Oberhausener Radfahrer durch die Stadt lotst und für gefahrene Kilometer belohnt. (Symbolbild)

So ähnlich könnte die App „Radrouten“ bald aussehen, die Oberhausener Radfahrer durch die Stadt lotst und für gefahrene Kilometer belohnt. (Symbolbild)

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Geschenke für gefahrene Kilometer und Daten-Spenden zur Verbesserung des Radverkehrs: Wie Oberhausen bald per App das Fahrradfahren fördern will.

Um den Radverkehr in Oberhausen voranzutreiben, arbeitet die Stadt an einer speziellen Fahrrad-App mit dem Namen „Radrouten“. Diese sollen sich Radler bald kostenlos aufs Handy herunterladen können. Das kleine Programm lotst Nutzer durch den Stadtverkehr, schlägt Routen vor und informiert über aktuelle Themen rund ums Fahrrad.

Die App enthält sogar ein Belohnungssystem, damit sich mehr Menschen auf ihr Zweirad setzen. Gefahrene Rad-Kilometer werden dabei über die App mit Punkten belohnt, die man künftig für kleine Geschenke oder Vergünstigungen in Oberhausener Cafés und Geschäften einlösen kann. Zusätzlich will die Stadt beispielsweise Handyhalterungen oder Powerbanks als kleine Geschenke für fleißige Fahrer spendieren.

Projekt von der Corona-Krise ausgebremst

„Wir sind noch auf der Suche nach Projektpartnern, wurden aber durch die Corona-Krise total ausgebremst“, sagt Marcel Knauff, Nahmobilitätsbeauftragter der Stadt. Ursprünglich sollte die App schon im April an den Start gehen – pünktlich zum Beginn der Fahrradsaison. Doch daraus wird nichts. Ein neuer Starttermin steht noch nicht fest. Knauff hofft nun auf eine Veröffentlichung im Sommer.

Für das Modell-Projekt stehen 400.000 Euro bereit, die zu 90 Prozent vom Bund kommen. „Wir haben allein ein Werbe-Budget von 120.000 Euro“, betont Knauff, der eine große Werbekampagne anstrebt. Das war früher bei Zweirad-Themen undenkbar, ist jetzt aber mit Blick auf Umwelt und Klima politisch gewollt. Die Fördertöpfe sind prall gefüllt.

Entwickelt wird „Radrouten“ von der Dortmunder Software-Schmiede Geomobile, die sich bereits mit der bekannten ÖPNV-App „Mutti“ der Bochumer und Gelsenkirchener Verkehrsbetriebe Bogestra einen Namen gemacht hat, aber auch im Fahrrad-Bereich einige Referenzen aufweisen kann.

Daten-Spende zur Verbesserung des Radverkehrs

Die App soll zusätzlich über eine Funktion verfügen, die besonders für Verkehrsplaner relevant ist: Wer die App verwendet, kann nämlich zustimmen, ob er seine Daten teilen möchte. Diese enthalten etwa per GPS getrackte Routenverläufe und werden anonymisiert an die Stadt gesendet. Mit den Daten soll dann ermittelt werden, wo sich der Fahrradverkehr im Stadtgebiet verbessern lässt.

„Wir erhoffen uns Aussagen darüber, wo viele Radfahrer sind“, erläutert Marcel Knauff. „Zusätzlich erfahren wir, wo Fahrradfahrer überdurchschnittlich lange an der Ampel warten müssen und können am Ende Ampelphasen besser planen.“

Anteil der Radler gegenüber Autofahrern äußerst gering

Damit die städtischen Verkehrsplaner aus den Daten verlässliche Schlüsse ziehen können, müssten allerdings viele Nutzer mitmachen – vorteilhaft wäre ein repräsentativer Schnitt aus 1000 Radlern, vom Alltags- über den Gelegenheits- hin zum Extremradfahrer, meint der Nahmobilitätsmanager. Mit dem Modellprojekt könnte die Stadt so eine Lücke schließen, und „einen Riesenfortschritt“ in Sachen Radverkehrs-Daten machen. Denn anders als beim Pkw-Verkehr, über den ein enormes Wissen vorliege, tappe man nach Angaben von Marcel Knauff hier noch im Dunkeln.

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