Kinderarmut

Oberhausen: Anteil der Hartz-IV-Kinder seit 2014 gestiegen

Sonja Bongers, Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Stadt Oberhausen, fordert eine Kindergrundsicherung, um Kinder aus dem Hartz-IV-Bezug und damit aus der Armut zu holen.

Sonja Bongers, Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Stadt Oberhausen, fordert eine Kindergrundsicherung, um Kinder aus dem Hartz-IV-Bezug und damit aus der Armut zu holen.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Trotz einer guten Wirtschaftskonjunktur seit dem Jahr 2009 ist der Anteil von armen Kindern in Oberhausen weiter gestiegen.

In den vergangenen fünf Jahren, von 2014 bis 2019, hat sich der Anteil der Kinder, die in Hartz-IV-Familien leben, nochmals gesteigert – obwohl sich die gesamte Wirtschaftslage seit 2009 stetig verbessert hat.

Das ergibt die neue Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarmut, heruntergebrochen auf der Ebene von Kreisen und Großstädten. So lag der Anteil der Kinder aus armen Familien im Jahre 2018 noch bei 27,1 Prozent – und kletterte bis zum Jahr 2019 auf 28,5 Prozent. Zum Vergleich: Diese Quote lag NRW-weit Ende 2019 bei 18,6 Prozent und in Westdeutschland bei 13,1 Prozent. Auch diese Quoten haben sich seit 2014 leicht erhöht.

In der Regel müssen Kinder nach Erkenntnissen der Bertelsmann-Autoren über eine sehr lange Zeit Armut ertragen: Zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen leben mindestens fünf Jahre durchgehend oder wiederkehrend in Familien mit sehr wenig Geld. Als arm gelten Familien, die von Hartz-IV leben müssen oder weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte in einem Land zur Verfügung haben.

Mehr Unterstützung von Alleinerziehenden gefordert

Sonja Bongers, SPD-Landtagsabgeordnete und Oberhausener SPD-Ratsfraktionschefin, fordert mehr Hilfen für Alleinerziehende, etwa bei der Kinderbetreuung, und die Bündelung heutiger sozialer Familienleistungen (Kindergeld, Kinderfreibeträge, Kinderzuschlag) in eine auskömmliche Kindergrundsicherung, um Kinder aus der Armut und den Hartz-IV-Bezug herauszuholen.

„In einer solidarischen Gesellschaft dürfen die Schutzbedürftigen nicht unter dem Radar laufen“, meint Bongers. „Unsere Landtagsfraktion fordert schon seit langem die Einführung einer Kindergrundsicherung. Kinder haben ein Recht auf soziale Sicherheit und einen angemessenen Lebensstandard. Die Kindergrundsicherung kann einen wichtigen materiellen Beitrag zur Bekämpfung von Kinderarmut leisten.“

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