Bürger Fragen den OB

Oberbürgermeister will soziale Schieflagen abmildern

Der Bürgerrat mit 15 engagierten Oberhausenern berät regelmäßig Oberbürgermeister Daniel Schranz – und zeigt hier mit dem Stadtoberhaupt (Bildmitte) Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit. Ein neues Bürgerforum soll noch mehr Bürgern die Gelegenheit geben, an der Stadtentwicklung teilzuhaben.

Foto: Stadt oberhausen

Der Bürgerrat mit 15 engagierten Oberhausenern berät regelmäßig Oberbürgermeister Daniel Schranz – und zeigt hier mit dem Stadtoberhaupt (Bildmitte) Flagge gegen Fremdenfeindlichkeit. Ein neues Bürgerforum soll noch mehr Bürgern die Gelegenheit geben, an der Stadtentwicklung teilzuhaben. Foto: Stadt oberhausen

  Oberbürgermeister Daniel Schranz will eine Problemzone der Stadt anpacken: Alt-Oberhausen soll schöner und sauberer werden – mit viel Geld.

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Etliche Fragen haben Leserinnen und Leser dieser Zeitung Oberbürgermeister Daniel Schranz mit Blick auf die Probleme Oberhausens und die inhaltlichen Konzepte des Stadtoberhaupts gestellt. Nachdem wir in der Samstagausgabe einen ersten Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten veröffentlichten, folgt heute der zweite und letzte Teil.

Dieter Nachtigall: Millioneninvestitionen sind in Alt-Oberhausen geplant. Wie sehen die konkreten Maßnahmen in den benannten „Problemvierteln“ City-West, Bebelstraße und Oberhausen-Altstadt-Süd (Grenzstraße) aus?

Daniel Schranz: Mit über 40 Millionen Euro an angemeldeten Fördermitteln für das Projekt Brückenschlag wollen wir soziale Schieflagen in Alt-Oberhausen angehen. Das Fördergebiet soll dabei um drei Teilgebiete erweitert werden: den Ebertplatz als bedeutendem kulturellen Zentrum, die Umgebung der Flaßhofstraße als vom Rotlichtviertel geprägten Gebiet und den Wohnpark Bebelstraße. Die Umsetzung von Maßnahmen wird über einen Zeitraum von zehn Jahren erfolgen. Die ersten Millioneninvestitionen beziehen sich auf bauliche Investitionen in das Bürgerzentrum Altenberg mit dem Umbau des Rheinischen Industriemuseums und der Gestaltung des kompletten Außengeländes. Auch für die City-West und die südliche Altstadt sind strukturverbessernde Maßnahmen vorgesehen. Bereits jetzt sind für die Innenstadt Mittel für private Immobilieneigentümer zur Fassadensanierung oder Innenhofgestaltung verfügbar. Der Abschlussbericht zum integrierten Handlungskonzept mit allen Maßnahmenplänen findet sich unter www.oberhausen.de bei Stadtentwicklung/Oberhausen-City.

Der Termin für das Bürgerforum verschoben

Christel Dickhoff ist enttäuscht: Im Juni 2016 konnte man sich für den Bürgerrat bewerben. Bereits Ende Juni bekam ich einen Brief, unterschrieben vom Oberbürgermeister. Darin heißt es (Zitat): „.... Wenn ich Ihnen an dieser Stelle mitteile, dass die 15 gezogenen Lose aber auf andere Bewerberinnen und Bewerber gefallen sind, so soll dies aus unserer Sicht keine Absage sein, sondern eine herzliche Einladung, sich dennoch einzubringen. Mir ist Ihre Meinung wichtig, deshalb möchte ich mit Ihnen und allen weiteren Bewerberinnen und Bewerbern über die Entwicklung unserer Stadt ins Gespräch kommen. Dazu planen wir für den Herbst ein Forum für diesen Kreis. Mit einem Termin werden wir nach der Sommerpause wieder auf Sie zukommen.“ Die Sommerpause dürfte jetzt wohl vorbei sein. Das Warten auf eine Nachricht habe ich inzwischen aufgegeben. Sieht für Sie so Bürgerbeteiligung und Mitsprache aus?

Daniel Schranz: Der Termin für das Bürgerforum musste tatsächlich verschoben werden, steht inzwischen aber fest. Die Veranstaltung wird am 21. Februar stattfinden und die Teilnehmer sind auch bereits informiert. Trotzdem verstehe ich die Enttäuschung von Frau Dickhoff, denn wir wollten in der Tat noch in 2016 zusammenkommen. Dass dies nicht geklappt hat, hat zwei Gründe. Zum einen hat der Bürgerrat mit seinen gelosten 15 Mitgliedern darum gebeten, sich erst einmal in seiner neuen Rolle finden zu dürfen. Außerdem ließ sich der Termin wegen der Haushaltssperre nicht realisieren. Ich freue mich jetzt aber sehr auf die Möglichkeit der Diskussion über die Entwicklung unserer Stadt mit allen, die sich für den Bürgerrat interessiert hatten.

Millionenbeträge für die drei Stadtteilzentren

Rita Angenendt: An Herrn Daniel Schranz habe ich für 2017 keine Fragen. Er ist seit einem Jahr der neue Oberbürgermeister und man sollte doch erst einmal abwarten, was kommt. Eines seiner Wahlsprüche, warum er Oberbürgermeister werden wollte, war: „Weil ich will, dass meine Kinder und Enkel hier eine gute Zukunft haben.“ Das soll er in den kommenden Jahren verwirklichen. Das erwarte ich von ihm.

Daniel Schranz: Liebe Frau Angenendt, vielen Dank für Ihre Geduld! Tatsächlich kann man nicht alles an einem Tag erledigen und natürlich sind meine drei Kinder nach wie vor eine große Motivation für meine Arbeit. Einiges konnten wir 2016 bereits auf den Weg bringen: die Rückerstattung überhöhter Müllgebühren und gleichzeitig die Zukunftssicherung der GMVA, die externe Untersuchung der OGM, zahlreiche Förderbescheide mit der Hoffnung auf jeweils zweistellige Millionenbeträge für unsere drei Stadtteilzentren, den Anschluss des ganzen Stadtgebietes an schnelles Internet, die Verkehrserschließung für wichtige Gewerbeflächen im Oberhausener Norden und eine neue Kultur der Bürgerbeteiligung. Und 2017 wird es weitergehen mit vielen Investitionen, dem Projekt Innovation-City, dem Ausbau der Gewerbegebiete, der Verbesserung von Sauberkeit und Sicherheit, einer neuen Schulentwicklungsdiskussion.

Aufbruchstimmung unterstützen

Gerne lade ich aber auch Sie und alle Bürgerinnen und Bürger ein mitzumachen, damit wir die Aufbruchstimmung unterstützen, die unsere Stadt so dringend benötigt. Alleine kann auch ein Oberbürgermeister nicht alles schaffen, was wir uns vorgenommen haben. Aber gemeinsam sind wir stärker.

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