Stadthistorie

Sterkrader Ritter rücken St.-Clemens-Kirche in den Blick

Die Sterkrader Ritter präsentierten jetzt die neue Infotafel an der St.-Clemens-Kirche.

Die Sterkrader Ritter präsentierten jetzt die neue Infotafel an der St.-Clemens-Kirche.

Foto: Gerd Wallhorn

OBERHAUSEN.   Stadtgeschichte interessiert viele Menschen – das auch im Vorbeigehen. Eine Infotafel an der St.-Clemens-Kirche spiegelt Sterkrader Ursprünge.

Den Sterkrader Rittern liegt es am Herzen, die facettenreiche Historie ihres Stadtteils sichtbar zu machen. So wurde zum Beispiel im Jahr 2018 am seit 2009 geschlossenen „Brandenburger Hof“ eine Tafel eingeweiht mit vielen Informationen zu diesem Standort. Das Engagement der Sterkrader Ritter lässt unterdessen nicht nach: Jetzt gibt es bereits die nächste neue Info-Tafel zur Sterkrader Historie. Und diese Tafel hat einen ganz besonderen Platz gefunden: die St.-Clemens-Kirche.

Propst Peter Fabritz war jetzt ebenfalls präsent, als das Schild an Ort und Stelle im Beisein von Hubert Cordes und weiterer Repräsentanten des Ordenskapitels Sterkrader Ritter eingeweiht wurde. Wer künftig hier vorbeikommt, kann sozusagen im Vorbeigehen eine Menge historischer Details zu St. Clemens erkunden.

Wechselvolle Kirchengeschichte

Die Ursprünge der Kirche gehen auf das Kloster Sterkrade zurück. Schon 1150 ist die Gründung einer Kapelle erwähnt. Das erste Kirchengebäude im romanischen Stil stammt vermutlich aus der Zeit vor 1248. All diese Informationen finden sich gleich zu Beginn des Textes auf der Tafel – hier werden also die mittelalterlichen Ursprünge Sterkrades nachvollziehbar.

Doch nicht nur das: Genau geht der Text auch auf die wechselvolle architektonische Kirchengeschichte ein. Anno 1872 – also ein Jahr nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs – entstand ein neuromanischer Kirchbau mit einem Westturm. Dieses Gebäude hatte bis in die 1940er Jahre Bestand, doch dann waren die Zerstörungen durch die heftigen Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg so groß, dass das Kirchengebäude nicht mehr länger erhalten werden konnte.

Jetzige Kirche 1952/53 errichtet

Jeder Sterkrader kennt das jetzige Kirchenschiff am Großen Markt. Es wurde 1952/1953 errichtet und ist im Stil einer römischen Basilika entworfen. Was viele gar nicht mehr so genau wissen: Der frei stehende Glockenturm kam erst nachträglich im Jahr 1987 hinzu.

Bereits am 10. Februar 1965 erhob der damalige Papst Paul VI. die Pfarrkirche zur Propsteikirche und gab ihr damit eine besondere Stellung im noch jungen, von der Kohle geprägten Bistum des Bischofs Franz Hengsbach.

Gnadenbild, Mosaik und mehr

Seit wann gibt es die Verehrung des Gnadenbildes der Mutter vom Guten Rat in Sterkrade? Von welchem Künstler stammt das Mosaik an der Wand des Altarraums? Und welche Rolle spielt eigentlich das Wappen von Äbtissin Anna Catharina von Nunum (1674-1715) für Sterkrade?

Schauen Sie doch mal bei Gelegenheit an der neuen Informationstafel vorbei und tauchen Sie ein wenig in die Stadthistorie ein, dann werden solche Fragen schnell beantwortet.

Die Sterkrader Ritter freuen sich jedenfalls über diesen neuen Anlaufpunkt im Herzen des Stadtteils, dem möglichst noch zahlreiche weitere Informations-Tafeln folgen sollen.

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